Montag, 15. Oktober 2012

Die BRD ist tot, es lebe der Nobelpreisträger !


Vor einer Woche ist es passiert, der ESM hat seine Arbeit aufgenommen. Sie finden es übertrieben, wenn ich nun die Bundesrepublik Deutschland zu Grabe trage ?

Gut, realistisch gesehen ist dieser Sterbeprozess ein langsamer und qualvoller Vorgang. Begonnen hat er spätestens mit der Verabschiedung des Lissabon-Vertrags, der umgelabelten EU-Verfassung. Der ESM gibt nun aber das Budgetrecht aus der Hand der demokratischen Instutitionen. Daüber bestimmt jetzt eine "ausländische internationale Finanzierungsorganisation".

Die ganze Diskussion um eine Banklizenz für den ESM ist eine Farce. Es ist jetzt ein internes Papier der Deutschen Bundesbank ans Licht gekommen, das eindeutig besagt: der ESM ist eine ausländische Bank in der Rechtsform eines Staates. Auch die Diskussion zu Eurobonds erübrigen sich damit, der ESM wirkt so ähnlich. Wir werden wie vorhergesagt noch einige weitere "Überraschungen" in Verbindung mit dem ESM erleben.
Bundesbank ESM Memo


Es wird natürlich weitergehen, eine Reihe unserer Europapolitiker geben nun richtig Gas. Ich bin mir sehr sicher, dass dieser Tag zusammen mit dem 12. September, dem Tag des Entscheids des Bundesverfassungsgerichts, in späteren Geschichtsbüchern auftauchen wird. Wenn die finanzielle Unabhängigkeit nicht mehr gegeben ist, hilft einem der Rest auch nicht mehr viel. Ohne ein entsprechendes Budget dahinter kann ich heutzutage kaum noch etwas entscheiden.

Nach ESM kommt nun SSM. Davon haben Sie noch gar nichts gehört ? Das wird sich nun sehr bald ändern, den EZB-Präsident Draghi hat diesen Begriff fest im Visier. Es ist die logische Fortsetzung des ESM, denn nun geht es unverhohlen um eine Zentralregierung, zunächst noch im Bereich der Bankenaufsicht. SSM steht für „Single Supervisory Mechanism“. Auf Deutsch heißt das in etwa: „einheitlicher Aufsichtsmechanismus“. Noch sträubt sich Deutschland hier ja noch ein wenig, aber wer möchte bezweifeln, dass sich das demnächst notgedrungen wieder ändern dürfte.

Eine gemeinsame Bankenaufsicht, die am Rande bemerkt nach meiner Meinung viel weniger leisten wird, als die jetzigen nationalen Behörden, ist nur der Einstieg in viele weitere gesamteuropäische Entscheidungs- und Kontrollgremien. Hierdurch werden den Nationalstaaten jetzt immer mehr Kompetenzen entzogen, sodass am Ende die dortigen Regierungen und vor allem die Parlamente nur noch Muster ohne Wert sein dürften, eine leere Hülle. Schon heute kommen ja immer mehr Gesetzesvorgaben aus Brüssel, die ohne Möglichkeit auf Verweigerung national umzusetzen sind.

Der nächste Streich kommt dann schon Mitte diesen Monats, wenn „unser“ EU-Ratspräsident Herman van Rompuy auf dem nächsten EU-Gipfel seinen Vorschlag präsentiert, der die EU in die Lage versetzen soll, künftig nicht nur jenen Staaten den Umbau der Arbeitsmärkte und Sozialsysteme vorzuschreiben, die um Hilfskredite bitten, sondern allen Mitgliedern der Euro-Gruppe. Die Europäischen Kommission wird die Reformdiktate festlegen. Sie kann auf diese Weise direkt die Wirtschafts- und Sozialpolitik der Mitgliedsstaaten bestimmen und damit die nationalen Parlamente und jede demokratische Kontrolle aushebeln, sodass die Bevölkerung keinerlei Einfluss mehr auf die Gesetzgebung hätte. Eigentlich könnte man dann nach dem durch den ESM überflüssigen Finanzministerium auch gleich noch die nationalen Wirtschafts- und Sozial- bzw. Arbeitsministerien streichen.

Immer mehr Ex-Politiker sagen auch ganz unverblümt, dass sie eine EU-Diktatur möchten. Besonders hervor sticht hierbei wieder unser ehemaliger Außenminister Joschka Fischer, der aktuell in der Süddeutschen Zeitung haarsträubende Töne diesbezüglich von sich gibt. Die Überschrift „Das Glück der Krise“ ist schon an sich eine Unverschämtheit, wenn man jetzt nach Griechenland oder Spanien schaut. „Der Zwang zur Überwindung der Krise erfordert, Dinge zu tun, die vorher kaum denkbar, geschweige denn machbar gewesen wären“. Ähnlich äußert sich ja auch Schäuble immer wieder. Wenn diesen Herren nicht sehr bald das Handwerk gelegt wird und mehr Menschen begreifen, was hier passiert, wachen wir tatsächlich sehr bald in jener Diktatur auf, die von hellsichtigen Menschen für unsere Zukunft gesehen wird.
 
Der neueste Knaller der EU-Kommission ist eine Initiative, die städtischen Wasserversorgungen zwangsweise privatisieren zu lassen. Es kann ja gar nicht angehen, dass so etwas nicht europäisch ausgeschrieben werden muss. Angeblich sollen insbesondere kleine und mittelgroße Unternehmen sich hier beteiligen. Was passieren wird, ist dass sich die großen Konzerne mit zunächst nicht zu schlagenden Bedingungen die meisten Ausschreibungen unter den Nagel reißen werden. Die Wasserversorgung Ihrer Stadt liegt dann schnell bei Nestle und co.. Interessanterweise wird der Wettbewerb immer dort groß geschrieben, wo er der Bevölkerungen und den kleinen Unternehmen nicht wirklich hilft. Wie war es denn im Strommarkt? Nach der „Liberalisierung“ haben wir nun vier Großkonzerne, die den Markt unter sich aufgeteilt haben. Es gibt zwar viele „Marken“, aber die meisten gehören zu einem von eben diesen vier Konzernen. Bei Konzernen und Banken ist es dann mit dem freien Markt und dem Wettbewerb häufig nicht mehr weit her, wenn diese ein Problem dadurch bekommen. Wir werden uns für die Zukunft darauf einstellen müssen, dass immer mehr Bereiche unseres Lebens durch Großkonzerne bestimmt werden. Bei Naturheilmitteln ist es ja schon soweit. Dort wurden die Zulassungbestimmungen derart verschärft, dass sich die aufwändigen Prüfverfahren nur noch Großunternehmen leisten können.

Am Ende des Tages ist natürlich nicht nur die Bundesrepublik Deutschland am 8.10.2012 gestorben, sondern mit ihr alle Länder der Eurozone. Als Trost dafür haben aber WIR alle den Friedensnobelpreis bekommen !

HURRA !

Ich enthalte mich jeden Kommentars dazu (beispielsweise die Ergebnisse der "Friedens"-Taten des Mit-Nobelpreisträgers Frankreich kann man aktuell in Libyen bewundern), aber der Wert dieses Preises wurde ja bereits durch den letzten Träger so weit gesenkt, dass man tief unter die Erde gehen müsste, um diesen Wert überhaupt noch zu finden....

Freitag, 28. September 2012

Kinder haften für ihre Eltern

Es liegt ein ereignisreicher Monat September hinter uns:

  1. EZB kauft unbegrenzt Staatsanleihen auf und verringert die Anforderungen für Sicherheiten
  2. ESM wurde vom Bundesverfassungsgericht mit Bedingungen genehmigt
  3. Die FED hat Quantitative Easing Nummer 3 (QE3) bekannt gegeben
  4. Die muslimische Welt ist wegen eines Films massiv in Aufruhr geraten mit massiv steigender Tendenz
  5. In Asien (insbesondere China und Japan) passieren merkwürdige Dinge
ad 1.:  
Da ist die EZB, die nun verkündet hat, dass sie mit Outright Monetary Transactions (OMTs) auf dem Sekundärmarkt unbegrenzt wieder Staatsanleihen aufkaufen wird. Dadurch sollen die hohen Zinsen für die europäische Südschiene in Schach gehalten werden.
Das ist eigentlich ein ganz klarer Rechtsbruch, aber das scheint ja niemanden mehr zu kümmern. In Artikel 123 des Vertrags über die Arbeitsweise der Europäischen Union (AEUV) steht eindeutig: 

"Überziehungs- oder andere Kreditfazilitäten bei der Europäischen Zentralbank oder den Zentralbanken der Mitgliedstaaten (im Folgenden als “nationale Zentralbanken” bezeichnet) für Organe, Einrichtungen oder sonstige Stellen der Union, Zentralregierungen, regionale oder lokale Gebietskörperschaften oder andere öffentlich-rechtliche Körperschaften, sonstige Einrichtungen des öffentlichen Rechts oder öffentliche Unternehmen der Mitgliedstaaten sind ebenso verboten wie der unmittelbare Erwerb von Schuldtiteln von diesen durch die Europäische Zentralbank oder die nationalen Zentralbanken."

Wichtig ist noch anzuführen, dass auch die zu hinterlegenden Sicherheiten gelockert wurden. Wie bereits einige Kommentatoren richtig geschrieben haben, wird die EZB demnächst dann auch noch alte Fahrräder als Sicherheiten akzeptieren. 

Als Anmerkung sagte übrigens Draghi noch, dass der Endsieg sicher ... äh, dass der Euro unumkehrbar sei. Diese Äusserung zeigt deutlich, dass mittlerweile viele das Gegenteil glauben.

ad 2.: 
Das von mir (und vielen anderen) erwartete "Ja, aber"-Urteil wurde gefällt. Die zwei von den Medien gefeierten Bedingungen lauten:
  • Die Haftung Deutschlands muss völkerrechtlich auf die 190 Milliarden solange begrenzt werden, bis der deutsche Vertreter im ESM einer Erhöhung zustimmt.
  • Der Bundestag/-rat muss informiert werden
Wie ich bereits geschrieben habe, ist die erste Bedingung jederzeit hinfällig, wenn Schäuble (und der Bundestag) "Ja" sagt. Wer möchte daran zweifeln, wenn wieder ein "Notfall" eingetreten ist ? 
Die vom Gericht geforderten Randbedingungen sind in lächerlichen drei Sätzen formuliert worden. Inwiefern das wirklich völkerrechtlich wirksam ist, steht im Zweifelsfall noch auf einem ganz anderen Blatt. Es wird auf jeden Fall problemlos zu umgehen sein.
Besonders frech ist es allerdings, dass die Tinte unter der Unterschrift noch nicht trocken ist, da wird schon über eine Vervierfachung des Kapitals des ESM auf 2 Billionen Euro diskutiert. Das soll durch eine Hebelung geschehen, welche tatsächlich zunächst die 190 Milliarden Grenze für Deutschland unberührt lässt. Es gibt hierbei allerdings zwei Dinge zu beachten:

Während vorher zumindest eine kleine theoretische Chance bestanden hat, dass Deutschland das gezahlte Geld wieder zurückerhält, kann man das nach einer Hebelung faktisch ausschließen.

Es zeigt sich deutlich, dass offensichtlich ein deutlich größerer Geldbedarf besteht. Nur leider hat die Hebelung schon bei dem ESM-Vorläufer EFSF nicht funktioniert. Es stellt sich die Frage, warum es dann bei dem ESM funktionieren sollte ?
Zur Hebelung werden nämlich Geldgeber benötigt, die Anleihen im vierfachen Wert zeichnen, sich aber bei Ausfall mit 25% ihre eingezahlten Kapitals zufriedengeben müssen. Bei der hohen Ausfallwahrscheinlichkeit südeuropäischer Staatsanleihen hat dazu natürlich keiner wirklich Lust, wenn er dafür nur deutlich niedrigere Zinsen bekommt.

Wir werden also nur etwas warten müssen, bis die Forderung kommt, den ESM-Kapitalstock anders zu erhöhen, da die Hebelung „ja leider völlig überraschend nicht funktioniert hat“.

Der "Drops ist jetzt also gelutscht", Deutschland haftet und kommt dort auch nicht mehr heraus.

Der 12. September 2012 (oder auch der 13., an dem Gauck unterschrieben hat) wird sich noch als ein schicksalshafter Tag für Deutschland, aber auch ganz Europa erweisen.

Am folgenden Wochenende konnte man dann schon sehen, welche Folgen das Ganze zunächst hat. Die Verfechter eines EU-Einheitsstaates haben Oberwasser bekommen und treten nun mächtig aufs Gaspedal.


Barroso hat ja bereits am Tag der Verkündung des Urteils gleich die europäische Bankenunion ausgerufen. Diese scheint aber doch noch nicht ganz so schnell zu kommen. Der Hauptgrund liegt hierbei meiner Meinung nach primär darin, dass Großbritannien und dort insbesondere die City of London Probleme damit hat. Besonders der gemeinsame Einlagensicherungsfonds wäre auch ein weiterer Zugriff auf deutsche Gelder. Dann würden nämlich die ohnehin nicht besonders üppigen deutschen Rücklagen auch europäischen Banken zur Verfügung stehen. Das Geld wäre damit sehr schnell weg, da einige dieser Banken schon taumeln. Spannend ist auch, wie stark sich das auf das deutsche Sparkassen- und Volksbankensystem auswirken würde. Dieses ist den Privatbanken und der EU-Kommission schon länger ein Dorn im Auge. An diese Tröge möchte man nur allzu gerne heran.

ad 3:
Es wurde lange erwartet und ist nun auch in dieser speziellen Woche passiert. Die FED druckt erneut mehr Geld (QE3), um die "Wirtschaft anzukurbeln". Leider hat das bei den vorangegangenen QE1 und QE2 leider nur begrenzt funktioniert. Die Bevölkerung hatte von dem Geld gerade einmal gar nichts abbekommen. Das ist auch bei QE3 zu erwarten, denn zunächst profitieren nur die Banken von diesem Geld. Es wird dann davon ausgegangen, dass sie es an die Wirtschaft weiterverleihen, was sie aber nicht oder nur in homöopathischen Dosen machen. Kredit zu vergeben ist nämlich eigentlich von der Rendite und dem Risiko her gesehen für Banken sehr unattraktiv. Je kleiner der Wirtschaftsbetrieb ist, desto unattraktiver. Deshalb fliesst dieses Geld zu einem kleinen Teil noch an große Konzerne, hauptsächlich geht es natürlich in die hochprofitablen Derivategeschäfte. Das ist das letzte Mal so gewesen und die Wahrscheinlichkeit, dass es nun wieder so läuft, ist nahe 100%. Die Aktienmärkte erfreut es natürlich. Ganz ähnlich läuft es ja auch mit den Geldern an Griechenland etc. und so wird es auch den den Anleihekäufen der EZB sein. Die EZB darf ja nicht direkt die Anleihen kaufen, sondern muss diese am Sekundärmarkt beschaffen. Das wird mit Sicherheit ein Mordsgeschäft für die Banken, aber da einer der Ihren (Draghi von Goldmann Sachs) an der Spitze der EZB sitzt, verwundert das nicht wirklich...

Wenn wir die Punkte 1 bis 3 zusammenfassen heisst das: die Geldschleusen wurden überall voll geöffnet, es wird gnadenlos den Banken erneut Geld in den Rachen gesteckt, den Ländern, Unternehmen oder den Menschen bringt das alles gar nichts. Das einzige, was erreicht wird, ist erneut ein wenig Zeit zu erkaufen. Wie viel, dass werden wir sehen, es dürften maximal wenige Monate sein, vielleicht sogar nur Wochen. Das Problem ist nur, je länger man die Dinge hinausschiebt, desto dicker kommt es am Ende. Für die Währungen ist das auf Dauer gesehen absolut tödlich.

ad 4:
"Urplötzlich" ist ein Film aufgetaucht, der die Muslime weltweit in Rage versetzt, insbesondere aber im nahen Osten. Der amerikanische Botschafter in Libyen ist bis jetzt das prominenteste Opfer dieser Entwicklungen. Diesen Film gab es allerdings schon länger und niemand hat sich daran gestört. Verdächtig ist auch der Aufruf von Al-Quaida (Al-CIAda), sich für diesen Film zu rächen. Wie mittlerweile durchgesickert ist, wurde die USA durchaus vor dem Angriff auf die Botschaft in Libyen gewarnt. Es gibt auch einige Ungereimtheiten bezüglich der Ermordung des Botschafters. Mir kommt das ganze so vor, als wäre diese Eskalation geplant und auch gewollt. Sie soll zu einer bestimmten Entwicklung führen, um in der Agenda voran zukommen. Im nahen Osten ist man wohl zeitlich hinten dran. Hoffen wir, dass ich mich diesbezüglich irre, wir werden es in den nächsten Wochen sehen. Augenblicklich verschärft sich die Situation aber zusehends. Wenn "Al-Quaida" zur Rache aufruft und dann deswegen ein "fürchterlicher Anschlag" passiert, würde ein Schuh daraus werden. Ein solcher Anschlag würde dann natürlich entsprechende Gegenmaßnahmen unabdingbar machen.

ad5: 

Augenblicklich passieren in China und Japan sehr merkwürdige Dinge. Zum einen kocht momentan ein Konflikt um ein paar Inseln im ostchinesischen Meer massiv hoch. Zumindest ein Handelskrieg scheint bereits die Folge zu sein, denn japanische Firmen stoppen gerade ihre Produktion in China. Zum anderen verschwinden oder sterben dort erstaunlich viele Menschen. Insbesondere in China scheint es augenblicklich in der Führung der kommunistischen Partei einen Machtkampf zu geben. Die Reibereien mit Japan könnten somit zur Ablenkung dienen. Aber schauen wir einmal genau hin:

  • Bereits im April wurde der KP-Funktionär Bo Xilai entmachtet
  • Der chinesische Vizepräsident Xi Jinping war plötzlich verschwunden, jetzt ist er überraschend wieder gezeigt worden.
  • Der designierte oberste japanische Botschafter in China, Shinichi Nishimiya, ist am Sonntag in Tokio plötzlich gestorben, nachdem er drei Tage früher ohne erkennbaren Grund zusammengebrochen war.
  • Der japanische Bankenminister hat Selbstmord begangen (nach offizieller Darstellung); es ist allerdings etwas unwahrscheinlich, wenn man die Geschichte genauer kennt. Diese "Selbstmorde" sind aber nicht ungewöhnlich, wenn man jemanden aus dem Weg räumen möchte, auch hierzulande.
Sowohl in China als auch in Japan bekommt die Wirtschaft aktuell massive Probleme, dazu Proteste der Bevölkerung, in Japan spitzt sich der Finanzengpass gerade zu. Als Retter der Weltwirtschaft dürften beide bis auf weiteres ausfallen. Beiden dürfte somit auch die Ablenkung mit einem äusseren Problem sehr willkommen erscheinen. Einen echten Krieg dürften beide aber eher nicht an dieser Stelle wirklich durchführen wollen. Die äußeren Zeichen zeigen allerdings an, dass in beiden Ländern wohl wichtige Dinge hinter den Kulissen passieren dürften.

Der September kommt also durchaus ereignisreich daher, glücklicherweise bis jetzt noch ohne unmittelbare Folgen für uns. Trotzdem werden diese Dinge gravierende Folgen haben, nur halt zeitversetzt. Es wird allerdings nicht mehr so lange dauern, dass unsere Kinder das erst ausbaden müssen. In ein bis zwei Jahren sind wir spätestens soweit.

Mittwoch, 12. September 2012

Ja, aber...



Das Urteil des Bundesverfassungsgerichts ist nun verkündet und das Ergebnis ist das auch von mir erwartete:

Ja, aber...

Es wird nun alle möglichen Analysen geben, was das eigentlich heisst. Grundsätzlich wurde aber klar, dass die unabwägbaren Folgen eines "Neins" für das Finanzsystems eine entscheidende Rolle gespielt haben. Das Verfassungsgericht hat also nicht ausschließlich nach den Buchstaben des Grundgesetzes entschieden, wie es eigentlich seine Aufgabe gewesen wäre. 

Dadurch wurde der deutsche Rechtsstaat heute "alternativlos" eine deutliches Stück weiter begraben.

Die gute Nachricht ist, dass Bundespräsident Gauck nun trotzdem nicht unmittelbar den ESM ratifizieren kann. Es sind nämlich zwei Dinge sicherzustellen:

  1. Die Haftung Deutschlands muss völkerrechtlich auf die 190 Milliarden solange begrenzt werden, bis der deutsche Vertreter im ESM diesem zustimmt.
  2. Der Bundestag/-rat muss informiert werden
     
Es gibt nun unterschiedliche Möglichkeiten, diese Bedingungen zu implementieren. Der saubere Weg wäre eine Änderung des ESM-Vertrags oder zumindest ein Zusatzprotokoll. Das würde aber eine neue Ratifizierung in allen Euro-Ländern nach sich ziehen und lnage dauern. Deshalb ist es unwahrscheinlich, dass man diese Variante wählen wird. Wahrscheinlich wird es ein Gipfeltreffen geben mit einem entsprechenden "Beschluss".  Man wird uns erklären, dass dieser dann die Auflagen des Gerichts erfüllen wird.  

Wenn ich die ersten Meldungen über den Beschluss sehe, wird der zweite Teil von Bedingung Nr. 1 gerne übergangen. 

Hier der Wortlaut der 2. Bedingung:
"...sämtliche Zahlungsverpflichtungen der Bundesrepublik Deutschland aus diesem Vertrag (ESM) der Höhe nach auf die in Anhang 2 der Vertrages genannten Summe in dem Sinne begrenzt, dass keine Vorschrift des Vertrages so ausgelegt werden kann, dass für die Bundesrepublik Deutschland ohne Zustimmung des deutschen Vertreters höhere Zahlungsverpflichtungen begründet werden".

Es wird nur die Begrenzung auf 190 Milliarden benannt, nicht aber die Möglichkeit, diese Begrenzung doch auszuhebeln. Aktuell wird somit die "Wahrheit" unter das Volk gebracht, dass der deutsche Anteil am ESM nun unabänderbar begrenzt wurde. Das ist natürlich ein "Spin", der so nicht stimmt.
Wenn der deutsche Vertreter im Gouverneursrat zustimmt, ist diese Grenze nämlich null und nichtig. Wahrscheinlich wird zunächst Dr. Schäuble dort sitzen. Wer kann wirklich glauben, dass im Notfall dann er wieder aufgrund einer "Alternativlosigkeit" diesem nicht zustimmen wird ? Er wird natürlich "zur Rettung des Euros, Europas, der Welt" einer Erhöhung zustimmen. 
Normalerweise kann er das nicht ohne im Bundestag vorher die Zustimmung einzuholen. Das ist einer der wenigen positiven Punkte in dem Urteil, wobei ich aber befürchte, dass genau dieses in irgendeiner Weise ausgehebelt werden wird. Genauso die Bedingung Nr. 2, denn dort ist kein Entscheidungsvorbehalt beim Parlament fixiert worden, sondern nur eine Prüfungsmöglichkeit.

Wenn wir wirklich Politiker hätten, die im Interesse Deutschlands handeln würden (und könnten), wären diese Bedingungen zumindest ein Bremsklotz für die uneingeschränkten Automatismen und das jegliche Fehlen einer Tranzparenz der Entscheidungen in den ESM-Gremien.

Unstrittig ist es aber, dass Deutschland nun mit 190 Milliarden in der Verantwortung steht und diese auch zahlen wird. Wenn dann ein "Notfall" eintritt, wird es sehr schnell mehr werden.
Es ist nun zu erwarten, dass sehr eilig versucht werden wird, die Bedingungen so zu erfüllen, dass der ESM von Deutschland sehr zeitnah unterschrieben werden kann. Es gibt völkerrechtlich die Möglichkeit, Vorbehalte bei der Ratifizierung zu formulieren. Eventuell wird es auf diese Weise geschehen.

Wir werden die Medienberichterstattung nun genau verfolgen müssen, inwiefern sie das Urteil als Beruhigungspille für die Bevölkerung verkauft.

Ansonsten würde ich schon sagen, dass wir ab heute in einer neuen Republik leben bzw. spätenstens, wenn Gauck unterschrieben hat. Die Folgen und die Entrechtung durch den ESM werden wir erst mit der Zeit bemerken, aber es wird kommen so sicher wie das Amen in der Kirche. 

Eine Hoffnung birgt noch die heutige Wahl in Holland. Wenn die Sozialisten siegen, haben sie eine Volksabstimmung über den ESM angekündigt. Das könnte den ganzen Vorgang doch noch ein Stück weit ausbremsen, aber meine Hoffung hierzu ist nicht allzu gross.
 

Dienstag, 11. September 2012

Ein neuer Sturm in der Bankenwelt baut sich auf

Ich habe in meinem Artikel Bankendämmerung im August bereits die Anzeichen beschrieben, dass wir demnächst erneut in eine Bankenkrise kommen werden, mindestens so schlimm wie wir sie 2008 bereits hatten. Ich bin zugegebenermaßen selbst überrascht, wie schnell sich seitdem konkrete Fälle häufen, in denen Banken in Schwierigkeiten stecken. Ich gehe allerdings davon aus, dass wir hier erst den Anfang einer viel größeren Entwicklung sehen. Auf der anderen Seite übernehmen die Banker gerade auch in Europa nun das Zepter, dazu später mehr. Zunächst listen wir einmal auf, was seit August an Meldungen bereits an die Öffentlichkeit geraten ist:

  1. Die französische Bank Crédit Immobilier de France (CIF) muss vom französischen Staat mit 20 Milliarden Euro gerettet werden.
  2. Die NRW-Bank scheint aktuell mit 20 Milliarden Euro Kreditausfallversicherungen (CDS) im Feuer zu stehen.
  3. Morgan Stanley gerät in Turbulenzen. Offiziell gibt es Probleme mit neuer Software, aber hinter den Kulissen kommt anderes zum Vorschein. Knapp fünfzig Top-Banker haben dort kurzfristig gekündigt. Das ist ziemlich einmalig in der Bankenwelt und es drängt sich der Verdacht auf: die Ratten verlassen das sinkende Schiff. Auch wurden massiv Aktien dieser Bank abgestossen. Intern scheint man davon auszugehen, dass die Bank bald kippen wird. Da Morgan Stanley massiv im Derivatebereich involviert ist, sind die Folgen unabsehbar. Es stellt sich auch die Frage, ob diese Bank überhaupt gerettet werden könnte, selbst wenn man es wollte ? Ein Kippen von Morgan Stanley würde die Folgen der Lehman-Pleite 2008 (übrigens am 15.9.) wahrscheinlich in den Schatten stellen. Die Verzahnung der Banken wurde seitdem nämlich nicht etwa verringert, sondern gesteigert. Insiderquellen gehen davon aus, dass in diesem Fall auch Deutsche Bank und Credit Agricole in Schwierigkeiten kommen könnten.
  4. Nicht vergessen wollen wir auch die Verluste in unklarer Milliardenhöhe bei JP Morgan, über die man aktuell nur noch wenig hört.
Gerade bei Morgan Stanley ist das Potential vorhanden, ein Superbeben in den Finanzmärkten auszulösen. Da die Probleme immer mehr im Bereich der Derivate liegen, kommen Summen ins Spiel, die auch eine Rettung durch Staaten und deren Zentralbanken nicht mehr möglich erscheinen lässt. Da wir hier bei einzelnen Instituten im Billionenbereich liegen, würde die jeweilige Währung unmittelbar zu Staub zerfallen, wenn man das Geld "drucken" wollte.
Die neun grössten Banken in den USA haben Derivate im Wert von 228,7 Billionen (Trillions) US-$ in ihren Büchern!
  • JP Morgan: 70,15 Billionen $
  • Citibank : 52,1 Billionen $
  • Bank of America: 50,1 Billionen $
  • Goldman Sachs: 44,2 billionen $
  • HSBC: 4,3 Billionen $
  • Wells Fargo: 3,3 Billionen $
  • Morgan Stanley: 1,7 Billionen $
  • State Street Bank: 1,4 Billionen $
  • Bank of New York: 1,3 Billionen $
Quelle: Zerohedge
 

Mittlerweile ist man von solchen Zahlen gar nicht mehr so beeindruckt, deshalb zur Verdeutlichung:
  • 228,7 Billionen US-$ = 228.700.000.000.000 $
  • Das Bruttosozialprodukt der gesamten Welt beträgt nur ca. 50 Billionen $.
  • Wir haben oben nur die Derivate der größten neun amerikanischen Banken aufgelistet, die Schätzungen über alle Derivate weltweit liegt momentan im Bereich von 700 - 1200 Billionen US-$.
Grafisch sehr schön aufbereitet sind diese Summen auf der Seite demonocracy.info.

Grundsätzlich ist es so, dass sich Derivate gegenseitig teilweise neutralisieren, d.h. es sind z.B. Wetten auf einen fallenden und gleichzeitig auf einen steigenden Dollar dabei. Das Problem ist allerdings, dass bereits kleine Bruchteile der o.g. Summen ausreichen, eine Großbank und damit das ganze System zu Fall zu bringen. Wenn beispielsweise nur ein Land wie das kleine Griechenland insolvent wird und damit Derivate wie CDS (Kreditausfallversicherungen) schlagend werden, kann das schon üble Konsequenzen haben. Es weiss einfach niemand mehr genau, wer welche Derivate von wem hat. Die meisten Derivatgeschäfte werden nicht nachvollziehbar über die Börsen getätigt, sondern als sogenannte OTC (Over the counter)-Deals. Diese finden häufig per Telefon statt und sind dann nicht mehr von aussen nachvollziehbar. Insbesondere die Banken haben sich nicht entflechtet, sondern ihre gegenseitigen Abhängigkeiten ausgebaut. Transpararenz wurde auch nicht geschaffen, sondern eher abgebaut.
Deshalb kann heute keiner genau sagen, was bei einer vollständigen Insolvenz selbst einen so kleinen Landes wie Griechenland passieren würde. Die Chance, dass dann eine oder mehrere Banken in große Schwierigkeiten laufen würden, ist aber extrem hoch.

Dieses Erpressungspotential der Banken gegenüber der Staaten wurde in den letzten Jahren offensichtlich gezielt weiter ausgebaut. Es hatte 2008 ja auch wunderbar geklappt. Die Drohung des Systemzusammenbruchs bei der Insolvenz einer Bank zeigt heute deshalb umso mehr Wirkung. Auch Lehman Brothers wäre damals gerettet worden, aber diese waren wohl Goldman Sachs im Wege. Nun ist deutlich festzustellen, dass die Machtpositionen innerhalb der Regierungen und staatlichen Institutionen immer mehr durch ehemalige Banker besetzt werden. Goldman Sachs ist an erster Stelle und mittlerweile werden die auch richtig frech.

EZB-Präsident Draghi ist ein ehemaliger Goldman Sachs Mann und auch der italienische Ministerpräsident Monti. Letzterer wurde ja nicht demokratisch gewählt, sondern eingesetzt.



Dazu schaffen u.a. die GS-Leute verstärkt die Bargeldzahlung in verschiedenen Ländern ab - offiziell natürlich nur wegen der Steuerhinterziehung und der Geldwäsche. Da steckt selbstverständlich noch eine ganz andere Agenda dahinter, aber zunächst einmal ist das auch ein Riesengeschäft für die Banken. In Italien beispielsweise besitzen viele Bürger gar kein Girokonto, da ein solches dort auch nicht gerade billig ist. Gerade die ärmeren Menschen werden nun gezwungen, ein Konto anzuschaffen, damit sie beispielsweise überhaupt ihre Rente erhalten können, etc.. Kein Wunder, dass die Finanzindustrie eine weitere Amtszeit von Monti möchte. Der Wähler ist hier nur noch Zaungast. Ist es nicht erstaunlich, wie die Demokratie auf dem Altar der Finanzinteressen immer mehr auch deutlich sichtbar geopfert wird ?

Der GS-Mann Draghi hat ja gerade den unbegrenzten Aufkauf von Staatsanleihen durch die EZB verkündet. Das ist nach den EU-Verträgen zwar absolut illegal, aber so richtig interessiert das ja keinen mehr. Es wird sogar nur noch sehr halbherzig versucht, den Anschein von Legalität mit entsprechenden Begründungen zu waren. Hauptsache, die Märkte (und dort primär die Banken) klatschen Beifall und können ihr Spiel noch eine Zeit weitertreiben.

Durch diese Aktion braucht es den ESM eigentlich gar nicht mehr, eventuell wurde hier auch der Plan B vorsichtshalber vorweggenommen, falls der ESM doch nicht so (schnell) kommen sollte. Der ESM ist aber der eigentliche Plan, den Staaten und Bürgern das Geld aus der Tasche zu ziehen. Näheres hierzu habe ich ja zuletzt an dieser Stelle geschrieben.

Wir beobachten momentan also zwei Entwicklungen,  die meiner Meinung nach in den nächsten Monaten massive Folgen für uns haben werden. 

1. Die Bankenkrise ist zurück
2. Die Politik wird nun immer unverhohlener direkt durch die Banken bestimmt

Es wird tatsächlich eventuell einige Banken das Leben kosten, aber dadurch werden die restlichen Banken nur noch mächtiger dastehen und ihre Agenda durchsetzen. Das zielt dann auf alle, die noch Werte besitzen, die es einzukassieren gilt. Es scheint die Zeit angebrochen zu sein, bei der jetzt "abgeräumt" wird - durch einige Banken und diejenigen, die dahinter stehen. Die Staaten und deren Regierungen werden nur noch Erfüllungsgehilfen für die Banken sein. Sehr schön kann man das ja schon heute in Griechenland beobachten, wo die Menschen immer mehr verlieren, die Falschen zur Kasse gebeten werden und der übergroße Anteil der Hilfsgelder über ein Sperrkonto direkt zu den Banken fliesst. 

Schauen Sie sich das sehr gut an, genau das werden wir sehr bald im Rest Europas und auch hier in Deutschland sehen !


Es gab eine sehr gute Dokumentation auf Arte Goldman Sachs - Eine Bank regiert die Welt, die leider in Youtube immer wieder gesperrt wird. Ja, natürlich ist das ein Urheberrechtsthema, aber andere Sendungen bleiben dort häufig unbehelligt. Es mag ja ein Zufall sein, dass ausgerechnet diese Sendung... Es ist zumindest geplant, dass diese Sendung noch zweimal wiederholt wird: Mittwoch 19. September 2012 um 10.25 Uhr, Donnerstag 27. September um 02.50 Uhr.
Das Internet "vergisst aber auch nichts " - ein wenig suchen, und...
Schauen Sie sich diese Sendung an oder nehmen Sie sie auf. Es lohnt sich, insbesondere, wenn Sie sich bisher mit diesem Thema noch nicht näher auseinandergesetzt haben.

Ansonsten empfehle ich Ihnen ersatzweise den herrlichen Kommentar von Gernot Hassknecht aus der heute-Show zu diesem Thema:

Montag, 3. September 2012

#StoppESM : Für Republik und Grundgesetz

Ein externer Beitrag, den ich so 100% unterstütze:

Am 23. August begann die von Präsident, Kanzlerin und anderen Staats- und Parteifunktionären gedeckte und von 11 finanzstarken Stiftungen u.a. internationaler Konzerne getragene Kampagne “Ich will Europa”. Mit diesem Aufruf, möchten nun wir Seitenbetreiber, Journalisten, Multiplikatoren und Bürger bitten, ein klares Signal an das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe und das Volk der Republik zu senden.

Unsere Demokratie ist in Gefahr. Alle etablierten Parteien, auch Die Linke und Piratenpartei, haben durch Beschlüsse und Erklärungen das Grundgesetz bereits in Frage gestellt.
Chronologie : http://iknews.de/wp-content/uploads/2012/08/Chronologie.pdf
Bisher werden die Krisenfolgen für Deutschland versteckt und sind nicht spürbar. Das kann sich schnell ändern. Sollte das Verfassungsgericht den ESM durchwinken und der Präsident den von der Regierung unterschriebenen internationalen Vertrag gegenzeichnen dürfen, stehen wir sehr bald mit einer nahezu unbegrenzten Deckungssumme dafür ein. Es würden keine Länder oder Nationen mit dem Geld gerettet, sondern deren Gläubiger und Schuldforderungen bedient: Banken, Spekulanten und Finanzinstitute.  Gewaltenteilung und parlamentarische Kontrolle  würden ausgehebelt und an den  Gouverneursrat und das Direktorium dieses “Stabilisierungsmechanismus” übertragen.
Der Vergemeinschaftung der Schulden und Haftung der Bürger für Banken, Spekulanten und Finanzinstituten muss ein Riegel vorgeschoben werden, bevor die Situation unkontrollierbar eskaliert. Hierfür ist jedoch die Unterstützung von jedem Einzelnen gefragt, nur gemeinsam können wir etwas erreichen.
Wenn auch Sie dem Staatsstreich gegen unsere und alle anderen europäischen Demokratien eine Absage erteilen möchten, bitten wir Sie folgendes zu tun :
Lässt es Ihr Zeitplan zu, nehmen Sie an der letzten Kundgebung gegen den ESM vor Verkündung des Urteils aus Karlsruhe teil.
Aufruf zum “Stoppt den ESM”-Protest in der Stadt des Grundgesetzes:
JA zum Grundgesetz
JA zur Direkten Demokratie!
Stoppt den ESM!
Wann: Samstag, 8. September 2012, ab 11.30 h
Wo: Karlsruhe, Marktplatz

Betreiben Sie eine eigene Webseite, verbreiten Sie diesen Artikel bitte oder schicken Sie diesen auch an Freunde, Verwandte und Bekannte. Nur über eine Breitenwirkung, lässt sich hier Aufmerksamkeit erzielen, welche dringend geboten ist. Politikern und Richtern muss offen gezeigt werden, es gibt dort Bürger, die Anspruch auf die demokratischen Rechte erheben. Keine Beugung des Grundgesetzes und keine Abgabe der Budgethoheit an ESM, Brüssel oder sonstige Institutionen.
Sollten Sie einen Twitteraccount haben, tweeten Sie den Tag #StoppESM und Artikel die damit in Verbindung stehen. Wenn Twitter und Google uns bemerken, ist auch für etablierte Medien in Deutschland das Schweigen schwierig.
Bereiten Sie sich darauf vor, eine Entscheidung treffen zu müssen: nämlich die, überhaupt weiterhin Entscheidungen treffen zu können, oder Republik, Grundgesetz und Souveränität für immer zu verlieren.
„Wer in der Demokratie schläft, wacht in der Diktatur auf.“

Montag, 27. August 2012

ESM und FED - Zwillinge über 100 Jahre hinweg ?


Ich habe mich in meinem letzten Artikel Bankendämmerung erneut mit dem ESM intensiver auseinandergesetzt. Dabei sind mir einige Parallelen mit der Struktur der amerikanischen Zentralbank FED aufgefallen. Ich weiss, der ESM ist keine Zentralbank, trotzdem gibt es einige Parallelen, die es wert sind, genauer angeschaut zu werden.

Vor einhundert Jahren wurde in den USA die Kontrolle über die Währung und damit auch über das Land an die Banken übergeben. Dieses geschah durch die Gründung der amerikanischen Zentralbank FED, die eine Privatbank ist, was viele Menschen immer noch nicht wissen. In dem Telefonbuch von Washington steht deshalb die FED auch nicht im behördlichen Teil, sondern gleich bei Federal Express (FedEx), einer weltbekannten Privatfirma für Transport und Logistik.
Die USA kann somit nicht souverän eigenes Geld drucken. Die große USA muss sich jeden Dollar bei der FED gegen entsprechende Zinsen leihen und hat damit Billionen an Schulden gegenüber den privaten Eignern der FED angehäuft. Ich will diese Dinge an dieser Stelle nicht tiefer ausführen, aber dadurch ist relativ klar, wer in den USA wirklich die Macht besitzt. Der letzte, der das wieder ändern wollte, war John F. Kennedy...
Er unterschrieb die Executive Order 11110, die erst einmal relativ harmlos aussieht. Diese löst nicht etwa die FED auf, nein sie gibt nur dem amerikanischen Staat wieder die Möglichkeit, Zertifikate auf im Staatsbesitz befindlichen Silbermünzen herauszugeben. Dieses stellt aber nichts anderes als eine souveräne Ersatzwährung dar. Es wurden dann auch relativ schnell entsprechende Zertifikate im Wert von 4,3 Milliarden US-$ in Umlauf gebracht - Geld, für das der Staat alleine verantwortlich war und keinerlei Zinsen an die FED bezahlen musste. Geld war historisch gesehen ja niemals etwas anderes, als Bescheinigungen, gegen die man jederzeit wieder Gold oder Silber erhalten konnte. Natürlich hebelte dieses Vorgehen die Kontrolle der FED und den Verdienst der Privatbanken dahinter komplett aus. Der Rest ist Geschichte und Johnson, der Nachfolger Kennedys stoppte diese Aktion dann auch sehr schnell wieder.

Die Frage, welche immer wieder gestellt wird ist, warum denn eine private Zentralbank so schlecht für einen Staat ist ?

Nun, ein souveräner Staat, der sein eigenes Geld herausgibt, kann darüber frei verfügen. Wenn er mehr braucht, kann er mehr drucken. Das entbindet den Staat natürlich nicht von einer soliden Haushaltsführung, denn beliebiges Gelddrucken bleibt auch bei souveränen Staaten nicht folgenlos. Wenn der Staat es übertreibt, und seine Geldmengen durch keine realen Werte mehr gedeckt werden können, verliert seine Währung an Wert und am Ende steht die Hyperinflation.
Der ganz entscheidende Punkt ist aber, dass er für sein eigenes Geld keine Zinsen bezahlen muss.

Im Gegensatz dazu kann der amerikanische Staat nur Geld erhalten, indem er sich es leiht. Jeder einzelne Dollar erzeugt Zinszahlungen. Wäre die FED im Jahr 1913 nicht gegründet worden, bestände die Möglichkeit, dass die USA heute keinerlei Zinsen Zahlen müsste. Wir kennen alle unsere Politiker, wahrscheinlich hätten sie trotzdem zusätzlich Schulden gemacht, um mehr Geld zu bekommen. Die Frage ist aber, wie viele ?

In dem Federal Reserve System gibt es systembedingt keine andere Möglichkeit für den Staat an Geld zu kommen, als über Schulden !

Das "Komitee des offenen Marktes" der FED produziert die "Federal Reserve Noten" (Dollar-Scheine). Diese Noten werden dann für Obligationen (Schuldverschreibungen) der US-Regierung verliehen, die der FED als Sicherheit dienen. Diese Obligationen werden durch die zwölf FED-Banken gehalten, die wiederum die jährlichen Zinsen darauf beziehen. Auch die Staatanleihen sind natürlich Schuldverschreibungen.
Deshalb hat die USA auch mittlerweile über 14 Billionen US-$ Schulden. Im Fiskaljahr 2010 bedeutete das Zinszahlungen von 413 Milliarden US-$. Diese Summe wurde den Steuerzahlern abverlangt, ohne dass eine Strasse gebaut, ein Beamter bezahlt oder eine staatliche Rente geleistet wurde. Übrigens wurde die bundesweite Einkommenssteuer in den USA auch erst 1913 eingeführt, wie passend zur FED-Gründung ;-).  Wenn man die Zahlen hochrechnet, müsste die USA 2019 900 Milliarden US-$ zahlen, 2080 müsste sie dann 715% ihres Bruttosozialprodukts aufwenden, allein um die Zinsen in diesem Jahr bezahlen zu können. Hieran sieht man schon sehr schön, dass dieses Modell durch den Zinseszinseffekt sehr bald enden wird.
Diese stetig wachsenden Summen wurden dem Steuerzahler aber nicht nur entzogen, sie hat nun ein anderer. Es sind diejenigen, die das Geld zur Verfügung stellen, meist mit einer Bank dazwischengeschaltet. Es sind auch eine paar andere Staatsanleihenkäufer dabei, aber der überwiegende Anteil dieser Zinsgewinne geht an genau dieselben Gruppen und Häuser, die ursprünglich auch die FED durchgedrückt haben.

Die Gründung der FED wurde 1912/1913 mittels einer ganz ähnliche Erpressung durch private Großbanken forciert, wie wir sie heute wieder sehen.
1907 wurde durch die gezielte Streuung von Gerüchten über Zahlungsprobleme von einzelnen Banken ein massiver Aktiencrash ausgelöst. Danach begann der (geplante) Prozess, eine private Zentralbank zu gründen und die finanzielle Souveränität der USA in die Hand einiger weniger privater Bankhäuser zu legen.

Zentrale Figur hierbei war John Pierpont Morgan (J.P. Morgan), der danach wie auch andere Privatbanker lautstark nach einer Zentralbank riefen, damit solche Vorgänge in Zukunft verhindert werden können. Gegner einer Zentralbank wurden auf die eine oder andere Weise entfernt und letztendlich kam es am 23. Dezember 1913  dann zur Unterschrift des Federal Reserve Acts. Präsident Woodrow Wilson war darüber im Nachhinein gar nicht glücklich, wie folgendes Zitat belegt:

“Ich bin ein höchst unglücklicher Mann. Ich habe unbeabsichtigter Weise mein Land ruiniert. Eine große Industrienation wird nun von ihrem Kreditsystem beherrscht. Unsere Regierung basiert nicht länger auf der freien Meinung, noch auf der Überzeugung und des Mehrheitsbeschlusses, es ist nun eine Regierung, welche der Überzeugung und dem Zwang einer kleinen Gruppe marktbeherr- schender Männer unterworfen ist.”
Woodrow Wilson (1856-1924), 28. Präsident der USA, unterschrieb den Federal Reserve Act

Bei den ersten beiden Sätzen ist es angeblich umstritten, dass Wilson sie so gesagt hätte, der Rest wäre angeblich von ihm bereits vor der Gründung der FED gesagt worden. Das sind wieder die typischen Versuche, eine sehr wichtige Aussage zu diskreditieren. Zum einen sind die beiden ersten Sätze die unwichtigsten. Auch wenn er die anderen Aussagen (von denen übrigens nicht bestritten wird, dass sie so von Präsident Woodrow Wilson gekommen sind) vor der Gründung der FED bereits gesagt haben sollte, die Weichen waren zu diesem Zeitpunkt bereits gestellt und die Entwicklung absehbar.
Um so beeindruckender wären diese Aussagen in dem Fall deswegen, da er dann sehenden Auges diese Dinge geschehen lassen musste. Obwohl er die Folgen kannte, war er auf die eine oder andere Weise gezwungen, den Federal Reserve Act zu unterschreiben. Schon damals waren die amerikanischen Präsidenten nicht mehr die wirklich Mächtigen in ihrem eigenen Land.

Darum geht und ging es aber primär, denn "wer in der Schuld ist, ist nicht frei" in seinen Entscheidungen. Man muss sich dem Willen der Gläubiger beugen. Das gilt für Staaten genauso wie für Sie und mich. Einzelne Menschen können das nicht mehr aufhalten - siehe Kennedy. Es müssten genügend Menschen verstehen, wie dieses System läuft, dann wäre es morgen Geschichte.
Das Zitat von Henry Ford aus den zwanziger Jahren  trifft es sehr genau:

"Würden die Menschen verstehen, wie unser Geldsystem funktioniert, hätten wir eine Revolution – und zwar schon morgen früh."

Ich frage mich jetzt schon, ob es ein Zufall ist, dass fast genau 100 Jahre danach in Europa ein Konstrukt namens ESM geschaffen wird, das auch einen entscheidenden Teil der Macht in Europa an eine internationale Finanzinstitution verlagert, die keinerlei demokratischer Kontrolle mehr unterliegt. Je nachdem, wie lange sich die Entscheidungen in den einzelnen Ländern noch hinziehen werden, wird der ESM tatsächlich fast genau 100 Jahre nach der FED seine Arbeit aufnehmen.


Struktur ESM

Der Aufbau der FED-Verwaltung hat doch eine erstaunliche Ähnlichkeit mit der zukünftigen Struktur des ESM. Nur entspricht das Board of Governors der FED beim ESM nicht dem Gouverneursrat, sondern dem Direktorium.
Struktur FED

Es ist ja mittlerweile durchgesickert, dass der ESM-Vertrag wohl von der US-amerikanischen Anwaltskanzlei Freshfields Bruckhaus Deringer entworfen wurde. Da fragt man sich natürlich sofort, ob es in Europa niemanden gibt, der das nicht auch geschafft hätte. In den USA wurde durch den Federal Reserve Act 1913 die finanzielle Souveränität der USA aus der Hand gegeben und in private Hände überführt. Sobald der ESM in Kraft getreten ist, passiert etwas ganz ähnliches in Europa. Wie an dieser und vielen anderen Stellen im Netz schon beschrieben wurde, verlieren die Parlamente der ESM-Unterzeichnerstaaten ihr Budgetrecht. Der ESM hat dann unwideruflich und uneingeschränkt Zugriff auf die Staatsfinanzen der Mitglieder (s.u.).

Genau wie der temporäre Rettungsschirm EFSF hauptsächlich Gelder an die Banken vergibt, wird es auch der ESM tun. Das kann man am aktuellen Beispiel Griechenland sehr schön verfolgen, denn über 90% der staatlichen Hilfsmilliarden gehen über ein Sperrkonto direkt als Zinsen an die Banken zurück und nur Brosamen kommen wirklich dem Land an sich zugute.
Der ESM wird deshalb der Königsweg für die Banken sein, an Staatsgelder bzw. Steuergelder zu kommen und zwar„unwiderruflich“ und in beliebig ausweitbarer Menge. Das „Vetorecht“ Deutschlands, auf das die Befürworter immer wieder gerne hinweisen, kann über das Dringlichkeitsabstimmungsverfahren ausgehebelt werden und ist nur eine Beruhigungspille für die Bevölkerung. Wir erleben seit 2008 ständig Situationen, die derart „dringlich“ sind, dass die Politik dann „alternativlos“ dieses oder jenes durchführen muss. Diese dringlichen Situationen werden wir demnächst auch bezüglich ESM des öfteren sehen.
Spannend wird es vor allem werden, wer dann im Direktorium sitzt und wer der geschäftsführende Direktor sein wird. Diese haben im Zweifelsfall nämlich die wirkliche Kontrolle über die „Firma“ ESM.

Die Formulierung aus Artikel 9, Absatz 3 des ESM-Vertrags spricht eine deutliche Sprache:
„Die ESM-Mitglieder verpflichten sich unwiderruflich und uneingeschränkt, Kapital, das der Geschäftsführende Direktor gemäß diesem Absatz von ihnen abruft, innerhalb von sieben Tagen ab Erhalt der Aufforderung einzuzahlen“.

Wer in diese Position(en) kommen wird, kann man auch aus dem ESM- Vertrag bereits erahnen:

Artikel 6, Absatz 1 ESM:
„Jedes Mitglied des Gouverneursrats ernennt aus einem Personenkreis mit großem Sachverstand im Bereich der Wirtschaft und der Finanzen ein Mitglied und ein stellvertretendes Mitglied des Direktoriums.“

Artikel 7, Absatz 1 ESM:
„Der Geschäftsführende Direktor wird vom Gouverneursrat aus einem Kreis von Kandidaten ernannt, die die Staatsangehörigkeit eines ESM-Mitglieds, einschlägige internationale Erfahrung und großen Sachverstand im Bereich der Wirtschaft und der Finanzen besitzen.“

Diese Herren werden die eigentlich Mächtigen in Europa sein und ich prognostiziere jetzt einmal, dass dort jede Menge Herrschaften aus den ehemaligen Führungskreisen von Großbanken sitzen werden, allen voran von Goldman Sachs. „Großen Sachverstand im Bereich der Wirtschaft und der Finanzen“ scheint es ja ausschliesslich dort zu geben, wenn man schon die aktuelle Vergabe derartiger Posten betrachtet. Monti, Draghi, etc. haben alle eine entsprechende„Vergangenheit“.

Schön sind auch die Randbedingungen für die Angestellten des ESM, zu denen natürlich auch das Direktorium gehören. Sie zahlen für ihr selbst festgelegtes Gehalt vom ESM keine Einkommenssteuer mehr an ihre jeweiligen Staaten, sondern nur noch eine vom ESM festgelegte "ESM-Steuer". Das heisst also nichts anderes, als dass die Direktoren ihre Steuern selbst festlegen, die sie privat zu bezahlen haben - aber das nur am Rande.

Artikel 35, Absatz 5 ESM:
"Die Bediensteten des ESM unterliegen für die vom ESM gezahlten Gehälter und sonstigen Bezüge nach Maßgabe der vom Gouverneursrat zu beschließenden Vorschriften einer internen Steuer zugunsten des ESM. Vom Tag der Erhebung dieser Steuer an sind diese Gehälter und Bezüge von der nationalen Einkommensteuer befreit."

Die Gründung der FED wurde bereits als "Der größte Raubzug der Geschichte" benannt. Wenn Sie die oberen Ausführungen aufmerksam gelesen haben, werden Sie dem wohl zustimmen können. Nun gibt es dieselbe Aussage zu der Gründung des ESM und ich denke, das passt genauso gut. Der ESM vergleicht sich selbst ja auch gerne mit dem Internationalen Währungsfonds IWF, gegenüber dem er übrigens nachrangig bei Forderungen an Schuldnerstaaten fungiert (Präambel ESM, Absatz 13).
Der IWF hat bisher keinem Land wirklich Positives gebracht, sondern die Länder alle letztendlich in eine Schuldenfalle gezwungen. Das wird der ESM genauso bewerkstelligen. Da offensichtlich die Zeit nun knapp ist, um die Staaten und Menschen final auszusaugen, hat der ESM zusätzlich direkt eine vertragliche Macht über die teilnehmenden Staaten erhalten, aus der diese nicht mehr fliehen können.

Worüber ich gestolpert bin, ist auch der Artikel 37 ESM:

(1) "Alle Fragen der Auslegung oder Anwendung der Bestimmungen dieses Vertrages und der Satzung des ESM, die zwischen einem ESM-Mitglied und dem ESM oder zwischen ESM- Mitgliedern auftreten, werden dem Direktorium zur Entscheidung vorgelegt."

(2) "Der Gouverneursrat entscheidet über alle Streitigkeiten zwischen einem ESM-Mitglied und dem ESM oder zwischen ESM-Mitgliedern über die Auslegung und Anwendung dieses Vertrags, einschließlich etwaiger Streitigkeiten über die Vereinbarkeit der vom ESM gefassten Beschlüsse mit diesem Vertrag. Das Stimmrecht des Mitglieds (der Mitglieder) des Gouverneursrats, das das/die betroffene(n) ESM-Mitglied(er) vertritt, wird bei der Abstimmung des Gouverneursrats über eine solche Entscheidung ausgesetzt und die zur Abstimmung des Gouverneursrats über diese Entscheidung notwendige Stimmrechtsschwelle wird entsprechend neu berechnet."

(3)  "Ficht ein ESM-Mitglied die in Absatz 2 genannte Entscheidung an, so wird die Streitigkeit beim Gerichtshof der Europäischen Union anhängig gemacht. Das Urteil des Gerichtshofs der Europäischen Union ist für die Parteien dieses Rechtsstreits verbindlich; diese treffen innerhalb der vom Gerichtshof festgelegten Frist die erforderlichen Maßnahmen, um dem Urteil nachzukommen."

Dieser Artikel regelt nämlich die Machtverteilung im ESM. Bisher hört man ja immer, dass der Gouverneursrat alles entscheiden würde. Dieser hätte wenigstens noch einen Hauch an Demokratie, da sich dort die Finanzminister aus demokratisch gewählten Regierungen befinden. Wenn sich alle einig sind, ist die Machtfrage sekundär. Diese entscheidet sich immer in einem Streitfall. Ich bin kein Staatsrechtler (eventuell kann ein Staatsrechtler hierzu einmal eine Stellungnahme abgeben), aber für mich sieht das doch sehr so aus, als wenn das Direktorium am Ende das letzte Wort hat.
Dieses kann auch nicht über den Gerichtshof der europäischen Union angefochten werden, denn der Absatz 3 bezieht sich eindeutig ausschließlich auf Absatz 2.

Jetzt wäre nur die Frage zu klären, worin der Unterschied zwischen "Streitigkeiten ... über die Auslegung und Anwendung dieses Vertrags" und "Alle Fragen der Auslegung oder Anwendung der Bestimmungen dieses Vertrages" liegt ?  Im Zweifelsfall geht meiner Meinung nach Absatz 1 mit "Allen Fragen" auf jeden Fall vor "Streitigkeiten", oder ?
Demnach ist das Direktorium auf jeden Fall der eigentliche Machtfaktor im ESM...
Genau dieses ist immun, kann gerichtlich nicht belangt werden, etc. und natürlich frei ernannt, ohne jegliche demokratische Legimitation.

Auch wenn sich die Funktion des ESM nach aussen hin von der FED ein Stück weit unterscheidet, die Intention dahinter ist offensichtlich identisch. 1907 wurde die Krise in den USA ausgelöst, die dann 1913 zur scheinbar "alternativlosen" Gründung der FED führte. 1910 waren die Grundlagen für die spätere FED auf Jekyll Island bereits ausgearbeitet und in einem internen Kreis verabschiedet.
Es kann natürlich ein Zufall sein (ein Schelm, der etwas anderes vermutet...), dass 2007 die aktuelle Krise ausbrach, 2010 der Vorläufer des ESM, der EFSF ins Leben gerufen wurde und je nachdem, wie lange sich die Verzögerungen noch hinziehen, wir Ende 2012 oder 2013 dann den ESM erhalten. Alles passiert exakt 100 Jahre später erneut.

Vielleicht wird der ESM aber auch noch ein wenig erweitert und verändert, so dass wir die endgültige Form dann erst Ende 2013 sehen werden. Es ist ja sehr offensichtlich, dass gewisse Kreise auf eine europäische Union im Eiltempo hinarbeiten, die Krise dient dabei nach mehrfachen Aussagen unseres Finanzsministers Dr. Schäuble als Katalysator.

Wie auch bei der FED könnte das ganze sehr schnell gestoppt werden, wenn mehr Menschen in Europa verstehen würden, was hier eigentlich gerade geschieht. Wenn die Dinge aber erst einmal unter Dach und Fach sind, wird es deutlich schwieriger werden.

Vielleicht wachen ja genügend Menschen auf, wenn jetzt der scheinbar unmittelbar bevorstehende Angriff auf unser Grundgesetz durchgeführt wird. Dazu aber demnächst mehr in diesem Blog...




Dienstag, 7. August 2012

Mein Gold könnte gestohlen werden...


 Ich höre häufig die Frage, wo man denn ein Gold/Silber lagern soll, wenn man es gekauft hat?
Nicht selten wird die Angst vor Diebstahl vorgeschoben, lieber gar nichts zu tun.
Meiner Meinung nach ist das aber nur eine Ausrede...

Die Menschen machen sich unheimlich viel Sorgen darüber, dass bei ihnen eingebrochen wird und dann das zuhause gelagerte Bargeld und natürlich auch die Edelmetalle weg sein könnten. Einbrüche sind heutzutage durchaus keine Seltenheit mehr, allerdings laufen diese auch mehrheitlich nach einem gewissen Schema ab. Der normale Dieb hat aus Angst vor Entdeckung eher wenig Zeit. Wenn er nicht von vornherein genau weiss, nach was er suchen muss, wird er nach seinem üblichen Schema vorgehen. Bargeld, Schmuck und andere Wertsachen sowie hochwertige Technik und ev. teure Kleidung sind die üblichen Dinge, die ein normaler Dieb erwartet und mitnimmt. Er kennt eine Reihe von Standardverstecken, die er schnell untersuchen dürfte. Alles was groß, schwer und nur unter hohem Zeitaufwand mitzunehmen ist, wird er nicht beachten, sofern er dadurch auch keinen grossen Gewinn erwartet.

Tresore sind deshalb ein zweischneidiges Schwert. Auf der einen Seite werden viele Gelegenheitsdiebe ein hochwertiges Tresormodell, das auch noch fachmännisch gesichert wurde, nicht knacken können. Auf der anderen Seite sagt ein Tresor einem Dieb aber immer: hier ist etwas, was der Besitzer aufwendig schützen möchte. Profis finden dann auch Möglichkeiten, dort heranzukommen. Es gibt Beispiele, bei denen auch 500kg-Tresore komplett entwendet wurden. Tresore können natürlich auch Gewaltanwendung oder eine Geiselnahme herausfordern.
Sie müssen also selbst überlegen, ob der Schutz durch massiven materiellen Aufwand oder eher durch List und Klugheit garantiert werden soll. Letzeres ist sicherlich um Größenordnungen kostengünstiger und häufig trotzdem wirksamer. Ein sehr gut versteckter Tresor wäre die optimale Kombination aus beiden Vorgehensweisen, aber bitte nicht hinter einem Bild...

Die erste Maßnahme für zuhause sollten Sie allerdings auf jeden Fall durchführen, nämlich Ihr Haus/Wohnung möglichst einbruchsicher zu gestalten. Entsprechende Türen, Fenster, Schlösser und Riegel helfen hier schon sehr gut weiter.  Jede Polizeidienststelle hat sehr hilfreiche Informationen zu diesem Thema parat. Ein Dieb, der nicht genau weiss, was er bei Ihnen bekommen kann, geht lieber zum nächsten Haus, wenn er bei Ihnen zuviel Aufwand treiben muss.

Eine 100% Sicherheit gibt es natürlich nie. Für über 90% der Wohnungseinbrüche ist man schon gerüstet, wenn man sein Gold etc. so versteckt, dass der Dieb lange suchen muss oder viel Zeit braucht, um heranzukommen. Da heutzutage kaum jemand Gold im Haus hat, rechnen die meisten Diebe nicht damit und kommen auch nicht mit einem Metalldetektor daher. Von daher kann bei kleinen Mengen schon das berühmte ausgehöhlte Buch verborgen in einer großen Büchersammlung eine Möglichkeit sein. Dieses sollte allerdings nicht von alleine seinen Inhalt preisgeben, wenn es nur auf den Boden fällt. Besser ist es natürlich, das Versteck so zu wählen, dass erst einmal niemand darauf kommt und natürlich das "Versteck" an sich auch nicht aus Versehen mitgenommen wird. Heizkörper, Boiler könnten der Rohstoffe wegen natürlich herausgerissen werden, aber bei normalen Einbrüchen ist das sehr selten. Das passiert eher bei leerstehenden Objekten. Ansonsten sind alle Dinge, die groß und schwer sind, nicht direkt sichtbare Hohlräume aufweisen und deren Eigenwert eher gering erscheint, gute Möglichkeiten für ein sicheres Versteck.

Wenn man einen Garten hat, kann man die Wertgegenstände vergraben und gegen Metalldetektoren mit einer Schicht alter Nägel darüber schützen. Passen Sie allerdings dann gut auf, dass Sie bei der Grabaktion nicht beobachtet werden.

Wie am Anfang beschrieben, gibt es keine 100% Sicherheit. Wenn es dumm läuft, ist das Gold weg...
Allerdings muss man sich die jeweilige Wahrscheinlichkeit des Verlustes vor Augen führen und gegen andere Alternativen vergleichen. Viele Menschen trauen sich nicht, Gold zu kaufen, weil es ja gestohlen werden könnte. Dann sollen sie halt ein Schliessfach bei einer Bank nehmen. Die Wahrscheinlichkeit, sein Vermögen zu verlieren, ist bei dieser Variante schon einmal um Größenordnungen kleiner, als wenn man das Geld auf dem Konto oder in der Lebensversicherung belässt.
Natürlich kann auch bei der Bank eingebrochen werden und bei einem Goldverbot oder einer Vemögensabgabe kann es passieren, dass man nur noch im Beisein eines Finanzbeamten an sein Schliessfach kommt (ist in den USA in den dreissiger Jahren so gewesen). Auch Durchsuchungsbeschlüsse zB. in Steuerverfahren beinhalten auch die Öffnung der Schließfächer. Vor dem Staat wird ein Schliessfach also mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht schützen. Wenn man dem auch entgehen möchte, muss man halt kreativ werden, siehe oben. Bei einem sehr guten Versteck kann dann die Wahrscheinlichkeit, sein Vermögen zu verlieren, noch einmal deutlich gesenkt werden.

Am Rande noch drei alte Tipps:

1. Nicht alle Eier in einem Korb haben (d.h. mindestens zwei Verstecke, auch eine Kombination Schließfach und Versteck zuhause kann eine Variante sein)

2. Präsentieren Sie einen "Honigtopf". Ein gewisse Bargeldsumme beispielsweise so deponieren, dass der Dieb sie leicht findet, eine etwas größere dann z.B. im Wasserspülkasten der Toilette. Danach wird er sich wahrscheinlich freuen, wenn er Sie "durchschaut" hat. Außerdem kann z.B. bei Geiselnahme oder Gewaltandrohung der Honigtopf verraten werden.

3. Am allerwichtigsten: Mund halten !!! Je weniger Menschen wissen, dass Sie überhaupt etwas haben, desto besser. Wenn ein Dieb natürlich weiss, dass sie ein paar Goldbarren zuhause lagern, wird er so lange suchen , bis er sie gefunden hat. Bei einem sehr guten Versteck besteht allerdings auch die Gefahr, dass es dann gar niemand mehr findet, wenn Ihnen beispielweise etwas zustossen würde. Von daher sollten zumindest einer allerdings sehr vertrauenswürdigen und verschwiegenen Person Ihr Versteck mitteilen.

Bei der Lagerung zuhause kann man natürlich für den Fall des Diebstahls auch eine entsprechende Versicherung abschliessen. Eine normale Hausratversicherung wird für die Edelmetalle allerdings kaum aufkommen, sofern der Versicherungswert nur standardmäßig an der Quadratmeterananzahl berechnet wurde. Da ist man sofort unterversichert.
Eine Versicherung welche die Vermögenswerte beinhaltet, dürfte ziemlich kostspielig werden. Außerdem dürfte dann nach dem Lagerort gefragt werden. Es stellt sich die Frage, ob eine solche Versicherung wirklich noch Sinn macht ?

Investieren Sie den gesparten Jahresbeitrag für eine solche Versicherung lieber als "Honigtopf".

Also werden Sie einfach kreativ !
Wenn niemand weiss, was Sie besitzen und Sie bei Ihren Verstecken eine schlaue Lösung gefunden haben, wird Ihnen mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit Ihr Vermögen erhalten bleiben.