Dienstag, 11. September 2012

Ein neuer Sturm in der Bankenwelt baut sich auf

Ich habe in meinem Artikel Bankendämmerung im August bereits die Anzeichen beschrieben, dass wir demnächst erneut in eine Bankenkrise kommen werden, mindestens so schlimm wie wir sie 2008 bereits hatten. Ich bin zugegebenermaßen selbst überrascht, wie schnell sich seitdem konkrete Fälle häufen, in denen Banken in Schwierigkeiten stecken. Ich gehe allerdings davon aus, dass wir hier erst den Anfang einer viel größeren Entwicklung sehen. Auf der anderen Seite übernehmen die Banker gerade auch in Europa nun das Zepter, dazu später mehr. Zunächst listen wir einmal auf, was seit August an Meldungen bereits an die Öffentlichkeit geraten ist:

  1. Die französische Bank Crédit Immobilier de France (CIF) muss vom französischen Staat mit 20 Milliarden Euro gerettet werden.
  2. Die NRW-Bank scheint aktuell mit 20 Milliarden Euro Kreditausfallversicherungen (CDS) im Feuer zu stehen.
  3. Morgan Stanley gerät in Turbulenzen. Offiziell gibt es Probleme mit neuer Software, aber hinter den Kulissen kommt anderes zum Vorschein. Knapp fünfzig Top-Banker haben dort kurzfristig gekündigt. Das ist ziemlich einmalig in der Bankenwelt und es drängt sich der Verdacht auf: die Ratten verlassen das sinkende Schiff. Auch wurden massiv Aktien dieser Bank abgestossen. Intern scheint man davon auszugehen, dass die Bank bald kippen wird. Da Morgan Stanley massiv im Derivatebereich involviert ist, sind die Folgen unabsehbar. Es stellt sich auch die Frage, ob diese Bank überhaupt gerettet werden könnte, selbst wenn man es wollte ? Ein Kippen von Morgan Stanley würde die Folgen der Lehman-Pleite 2008 (übrigens am 15.9.) wahrscheinlich in den Schatten stellen. Die Verzahnung der Banken wurde seitdem nämlich nicht etwa verringert, sondern gesteigert. Insiderquellen gehen davon aus, dass in diesem Fall auch Deutsche Bank und Credit Agricole in Schwierigkeiten kommen könnten.
  4. Nicht vergessen wollen wir auch die Verluste in unklarer Milliardenhöhe bei JP Morgan, über die man aktuell nur noch wenig hört.
Gerade bei Morgan Stanley ist das Potential vorhanden, ein Superbeben in den Finanzmärkten auszulösen. Da die Probleme immer mehr im Bereich der Derivate liegen, kommen Summen ins Spiel, die auch eine Rettung durch Staaten und deren Zentralbanken nicht mehr möglich erscheinen lässt. Da wir hier bei einzelnen Instituten im Billionenbereich liegen, würde die jeweilige Währung unmittelbar zu Staub zerfallen, wenn man das Geld "drucken" wollte.
Die neun grössten Banken in den USA haben Derivate im Wert von 228,7 Billionen (Trillions) US-$ in ihren Büchern!
  • JP Morgan: 70,15 Billionen $
  • Citibank : 52,1 Billionen $
  • Bank of America: 50,1 Billionen $
  • Goldman Sachs: 44,2 billionen $
  • HSBC: 4,3 Billionen $
  • Wells Fargo: 3,3 Billionen $
  • Morgan Stanley: 1,7 Billionen $
  • State Street Bank: 1,4 Billionen $
  • Bank of New York: 1,3 Billionen $
Quelle: Zerohedge
 

Mittlerweile ist man von solchen Zahlen gar nicht mehr so beeindruckt, deshalb zur Verdeutlichung:
  • 228,7 Billionen US-$ = 228.700.000.000.000 $
  • Das Bruttosozialprodukt der gesamten Welt beträgt nur ca. 50 Billionen $.
  • Wir haben oben nur die Derivate der größten neun amerikanischen Banken aufgelistet, die Schätzungen über alle Derivate weltweit liegt momentan im Bereich von 700 - 1200 Billionen US-$.
Grafisch sehr schön aufbereitet sind diese Summen auf der Seite demonocracy.info.

Grundsätzlich ist es so, dass sich Derivate gegenseitig teilweise neutralisieren, d.h. es sind z.B. Wetten auf einen fallenden und gleichzeitig auf einen steigenden Dollar dabei. Das Problem ist allerdings, dass bereits kleine Bruchteile der o.g. Summen ausreichen, eine Großbank und damit das ganze System zu Fall zu bringen. Wenn beispielsweise nur ein Land wie das kleine Griechenland insolvent wird und damit Derivate wie CDS (Kreditausfallversicherungen) schlagend werden, kann das schon üble Konsequenzen haben. Es weiss einfach niemand mehr genau, wer welche Derivate von wem hat. Die meisten Derivatgeschäfte werden nicht nachvollziehbar über die Börsen getätigt, sondern als sogenannte OTC (Over the counter)-Deals. Diese finden häufig per Telefon statt und sind dann nicht mehr von aussen nachvollziehbar. Insbesondere die Banken haben sich nicht entflechtet, sondern ihre gegenseitigen Abhängigkeiten ausgebaut. Transpararenz wurde auch nicht geschaffen, sondern eher abgebaut.
Deshalb kann heute keiner genau sagen, was bei einer vollständigen Insolvenz selbst einen so kleinen Landes wie Griechenland passieren würde. Die Chance, dass dann eine oder mehrere Banken in große Schwierigkeiten laufen würden, ist aber extrem hoch.

Dieses Erpressungspotential der Banken gegenüber der Staaten wurde in den letzten Jahren offensichtlich gezielt weiter ausgebaut. Es hatte 2008 ja auch wunderbar geklappt. Die Drohung des Systemzusammenbruchs bei der Insolvenz einer Bank zeigt heute deshalb umso mehr Wirkung. Auch Lehman Brothers wäre damals gerettet worden, aber diese waren wohl Goldman Sachs im Wege. Nun ist deutlich festzustellen, dass die Machtpositionen innerhalb der Regierungen und staatlichen Institutionen immer mehr durch ehemalige Banker besetzt werden. Goldman Sachs ist an erster Stelle und mittlerweile werden die auch richtig frech.

EZB-Präsident Draghi ist ein ehemaliger Goldman Sachs Mann und auch der italienische Ministerpräsident Monti. Letzterer wurde ja nicht demokratisch gewählt, sondern eingesetzt.



Dazu schaffen u.a. die GS-Leute verstärkt die Bargeldzahlung in verschiedenen Ländern ab - offiziell natürlich nur wegen der Steuerhinterziehung und der Geldwäsche. Da steckt selbstverständlich noch eine ganz andere Agenda dahinter, aber zunächst einmal ist das auch ein Riesengeschäft für die Banken. In Italien beispielsweise besitzen viele Bürger gar kein Girokonto, da ein solches dort auch nicht gerade billig ist. Gerade die ärmeren Menschen werden nun gezwungen, ein Konto anzuschaffen, damit sie beispielsweise überhaupt ihre Rente erhalten können, etc.. Kein Wunder, dass die Finanzindustrie eine weitere Amtszeit von Monti möchte. Der Wähler ist hier nur noch Zaungast. Ist es nicht erstaunlich, wie die Demokratie auf dem Altar der Finanzinteressen immer mehr auch deutlich sichtbar geopfert wird ?

Der GS-Mann Draghi hat ja gerade den unbegrenzten Aufkauf von Staatsanleihen durch die EZB verkündet. Das ist nach den EU-Verträgen zwar absolut illegal, aber so richtig interessiert das ja keinen mehr. Es wird sogar nur noch sehr halbherzig versucht, den Anschein von Legalität mit entsprechenden Begründungen zu waren. Hauptsache, die Märkte (und dort primär die Banken) klatschen Beifall und können ihr Spiel noch eine Zeit weitertreiben.

Durch diese Aktion braucht es den ESM eigentlich gar nicht mehr, eventuell wurde hier auch der Plan B vorsichtshalber vorweggenommen, falls der ESM doch nicht so (schnell) kommen sollte. Der ESM ist aber der eigentliche Plan, den Staaten und Bürgern das Geld aus der Tasche zu ziehen. Näheres hierzu habe ich ja zuletzt an dieser Stelle geschrieben.

Wir beobachten momentan also zwei Entwicklungen,  die meiner Meinung nach in den nächsten Monaten massive Folgen für uns haben werden. 

1. Die Bankenkrise ist zurück
2. Die Politik wird nun immer unverhohlener direkt durch die Banken bestimmt

Es wird tatsächlich eventuell einige Banken das Leben kosten, aber dadurch werden die restlichen Banken nur noch mächtiger dastehen und ihre Agenda durchsetzen. Das zielt dann auf alle, die noch Werte besitzen, die es einzukassieren gilt. Es scheint die Zeit angebrochen zu sein, bei der jetzt "abgeräumt" wird - durch einige Banken und diejenigen, die dahinter stehen. Die Staaten und deren Regierungen werden nur noch Erfüllungsgehilfen für die Banken sein. Sehr schön kann man das ja schon heute in Griechenland beobachten, wo die Menschen immer mehr verlieren, die Falschen zur Kasse gebeten werden und der übergroße Anteil der Hilfsgelder über ein Sperrkonto direkt zu den Banken fliesst. 

Schauen Sie sich das sehr gut an, genau das werden wir sehr bald im Rest Europas und auch hier in Deutschland sehen !


Es gab eine sehr gute Dokumentation auf Arte Goldman Sachs - Eine Bank regiert die Welt, die leider in Youtube immer wieder gesperrt wird. Ja, natürlich ist das ein Urheberrechtsthema, aber andere Sendungen bleiben dort häufig unbehelligt. Es mag ja ein Zufall sein, dass ausgerechnet diese Sendung... Es ist zumindest geplant, dass diese Sendung noch zweimal wiederholt wird: Mittwoch 19. September 2012 um 10.25 Uhr, Donnerstag 27. September um 02.50 Uhr.
Das Internet "vergisst aber auch nichts " - ein wenig suchen, und...
Schauen Sie sich diese Sendung an oder nehmen Sie sie auf. Es lohnt sich, insbesondere, wenn Sie sich bisher mit diesem Thema noch nicht näher auseinandergesetzt haben.

Ansonsten empfehle ich Ihnen ersatzweise den herrlichen Kommentar von Gernot Hassknecht aus der heute-Show zu diesem Thema:

Montag, 3. September 2012

#StoppESM : Für Republik und Grundgesetz

Ein externer Beitrag, den ich so 100% unterstütze:

Am 23. August begann die von Präsident, Kanzlerin und anderen Staats- und Parteifunktionären gedeckte und von 11 finanzstarken Stiftungen u.a. internationaler Konzerne getragene Kampagne “Ich will Europa”. Mit diesem Aufruf, möchten nun wir Seitenbetreiber, Journalisten, Multiplikatoren und Bürger bitten, ein klares Signal an das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe und das Volk der Republik zu senden.

Unsere Demokratie ist in Gefahr. Alle etablierten Parteien, auch Die Linke und Piratenpartei, haben durch Beschlüsse und Erklärungen das Grundgesetz bereits in Frage gestellt.
Chronologie : http://iknews.de/wp-content/uploads/2012/08/Chronologie.pdf
Bisher werden die Krisenfolgen für Deutschland versteckt und sind nicht spürbar. Das kann sich schnell ändern. Sollte das Verfassungsgericht den ESM durchwinken und der Präsident den von der Regierung unterschriebenen internationalen Vertrag gegenzeichnen dürfen, stehen wir sehr bald mit einer nahezu unbegrenzten Deckungssumme dafür ein. Es würden keine Länder oder Nationen mit dem Geld gerettet, sondern deren Gläubiger und Schuldforderungen bedient: Banken, Spekulanten und Finanzinstitute.  Gewaltenteilung und parlamentarische Kontrolle  würden ausgehebelt und an den  Gouverneursrat und das Direktorium dieses “Stabilisierungsmechanismus” übertragen.
Der Vergemeinschaftung der Schulden und Haftung der Bürger für Banken, Spekulanten und Finanzinstituten muss ein Riegel vorgeschoben werden, bevor die Situation unkontrollierbar eskaliert. Hierfür ist jedoch die Unterstützung von jedem Einzelnen gefragt, nur gemeinsam können wir etwas erreichen.
Wenn auch Sie dem Staatsstreich gegen unsere und alle anderen europäischen Demokratien eine Absage erteilen möchten, bitten wir Sie folgendes zu tun :
Lässt es Ihr Zeitplan zu, nehmen Sie an der letzten Kundgebung gegen den ESM vor Verkündung des Urteils aus Karlsruhe teil.
Aufruf zum “Stoppt den ESM”-Protest in der Stadt des Grundgesetzes:
JA zum Grundgesetz
JA zur Direkten Demokratie!
Stoppt den ESM!
Wann: Samstag, 8. September 2012, ab 11.30 h
Wo: Karlsruhe, Marktplatz

Betreiben Sie eine eigene Webseite, verbreiten Sie diesen Artikel bitte oder schicken Sie diesen auch an Freunde, Verwandte und Bekannte. Nur über eine Breitenwirkung, lässt sich hier Aufmerksamkeit erzielen, welche dringend geboten ist. Politikern und Richtern muss offen gezeigt werden, es gibt dort Bürger, die Anspruch auf die demokratischen Rechte erheben. Keine Beugung des Grundgesetzes und keine Abgabe der Budgethoheit an ESM, Brüssel oder sonstige Institutionen.
Sollten Sie einen Twitteraccount haben, tweeten Sie den Tag #StoppESM und Artikel die damit in Verbindung stehen. Wenn Twitter und Google uns bemerken, ist auch für etablierte Medien in Deutschland das Schweigen schwierig.
Bereiten Sie sich darauf vor, eine Entscheidung treffen zu müssen: nämlich die, überhaupt weiterhin Entscheidungen treffen zu können, oder Republik, Grundgesetz und Souveränität für immer zu verlieren.
„Wer in der Demokratie schläft, wacht in der Diktatur auf.“

Montag, 27. August 2012

ESM und FED - Zwillinge über 100 Jahre hinweg ?


Ich habe mich in meinem letzten Artikel Bankendämmerung erneut mit dem ESM intensiver auseinandergesetzt. Dabei sind mir einige Parallelen mit der Struktur der amerikanischen Zentralbank FED aufgefallen. Ich weiss, der ESM ist keine Zentralbank, trotzdem gibt es einige Parallelen, die es wert sind, genauer angeschaut zu werden.

Vor einhundert Jahren wurde in den USA die Kontrolle über die Währung und damit auch über das Land an die Banken übergeben. Dieses geschah durch die Gründung der amerikanischen Zentralbank FED, die eine Privatbank ist, was viele Menschen immer noch nicht wissen. In dem Telefonbuch von Washington steht deshalb die FED auch nicht im behördlichen Teil, sondern gleich bei Federal Express (FedEx), einer weltbekannten Privatfirma für Transport und Logistik.
Die USA kann somit nicht souverän eigenes Geld drucken. Die große USA muss sich jeden Dollar bei der FED gegen entsprechende Zinsen leihen und hat damit Billionen an Schulden gegenüber den privaten Eignern der FED angehäuft. Ich will diese Dinge an dieser Stelle nicht tiefer ausführen, aber dadurch ist relativ klar, wer in den USA wirklich die Macht besitzt. Der letzte, der das wieder ändern wollte, war John F. Kennedy...
Er unterschrieb die Executive Order 11110, die erst einmal relativ harmlos aussieht. Diese löst nicht etwa die FED auf, nein sie gibt nur dem amerikanischen Staat wieder die Möglichkeit, Zertifikate auf im Staatsbesitz befindlichen Silbermünzen herauszugeben. Dieses stellt aber nichts anderes als eine souveräne Ersatzwährung dar. Es wurden dann auch relativ schnell entsprechende Zertifikate im Wert von 4,3 Milliarden US-$ in Umlauf gebracht - Geld, für das der Staat alleine verantwortlich war und keinerlei Zinsen an die FED bezahlen musste. Geld war historisch gesehen ja niemals etwas anderes, als Bescheinigungen, gegen die man jederzeit wieder Gold oder Silber erhalten konnte. Natürlich hebelte dieses Vorgehen die Kontrolle der FED und den Verdienst der Privatbanken dahinter komplett aus. Der Rest ist Geschichte und Johnson, der Nachfolger Kennedys stoppte diese Aktion dann auch sehr schnell wieder.

Die Frage, welche immer wieder gestellt wird ist, warum denn eine private Zentralbank so schlecht für einen Staat ist ?

Nun, ein souveräner Staat, der sein eigenes Geld herausgibt, kann darüber frei verfügen. Wenn er mehr braucht, kann er mehr drucken. Das entbindet den Staat natürlich nicht von einer soliden Haushaltsführung, denn beliebiges Gelddrucken bleibt auch bei souveränen Staaten nicht folgenlos. Wenn der Staat es übertreibt, und seine Geldmengen durch keine realen Werte mehr gedeckt werden können, verliert seine Währung an Wert und am Ende steht die Hyperinflation.
Der ganz entscheidende Punkt ist aber, dass er für sein eigenes Geld keine Zinsen bezahlen muss.

Im Gegensatz dazu kann der amerikanische Staat nur Geld erhalten, indem er sich es leiht. Jeder einzelne Dollar erzeugt Zinszahlungen. Wäre die FED im Jahr 1913 nicht gegründet worden, bestände die Möglichkeit, dass die USA heute keinerlei Zinsen Zahlen müsste. Wir kennen alle unsere Politiker, wahrscheinlich hätten sie trotzdem zusätzlich Schulden gemacht, um mehr Geld zu bekommen. Die Frage ist aber, wie viele ?

In dem Federal Reserve System gibt es systembedingt keine andere Möglichkeit für den Staat an Geld zu kommen, als über Schulden !

Das "Komitee des offenen Marktes" der FED produziert die "Federal Reserve Noten" (Dollar-Scheine). Diese Noten werden dann für Obligationen (Schuldverschreibungen) der US-Regierung verliehen, die der FED als Sicherheit dienen. Diese Obligationen werden durch die zwölf FED-Banken gehalten, die wiederum die jährlichen Zinsen darauf beziehen. Auch die Staatanleihen sind natürlich Schuldverschreibungen.
Deshalb hat die USA auch mittlerweile über 14 Billionen US-$ Schulden. Im Fiskaljahr 2010 bedeutete das Zinszahlungen von 413 Milliarden US-$. Diese Summe wurde den Steuerzahlern abverlangt, ohne dass eine Strasse gebaut, ein Beamter bezahlt oder eine staatliche Rente geleistet wurde. Übrigens wurde die bundesweite Einkommenssteuer in den USA auch erst 1913 eingeführt, wie passend zur FED-Gründung ;-).  Wenn man die Zahlen hochrechnet, müsste die USA 2019 900 Milliarden US-$ zahlen, 2080 müsste sie dann 715% ihres Bruttosozialprodukts aufwenden, allein um die Zinsen in diesem Jahr bezahlen zu können. Hieran sieht man schon sehr schön, dass dieses Modell durch den Zinseszinseffekt sehr bald enden wird.
Diese stetig wachsenden Summen wurden dem Steuerzahler aber nicht nur entzogen, sie hat nun ein anderer. Es sind diejenigen, die das Geld zur Verfügung stellen, meist mit einer Bank dazwischengeschaltet. Es sind auch eine paar andere Staatsanleihenkäufer dabei, aber der überwiegende Anteil dieser Zinsgewinne geht an genau dieselben Gruppen und Häuser, die ursprünglich auch die FED durchgedrückt haben.

Die Gründung der FED wurde 1912/1913 mittels einer ganz ähnliche Erpressung durch private Großbanken forciert, wie wir sie heute wieder sehen.
1907 wurde durch die gezielte Streuung von Gerüchten über Zahlungsprobleme von einzelnen Banken ein massiver Aktiencrash ausgelöst. Danach begann der (geplante) Prozess, eine private Zentralbank zu gründen und die finanzielle Souveränität der USA in die Hand einiger weniger privater Bankhäuser zu legen.

Zentrale Figur hierbei war John Pierpont Morgan (J.P. Morgan), der danach wie auch andere Privatbanker lautstark nach einer Zentralbank riefen, damit solche Vorgänge in Zukunft verhindert werden können. Gegner einer Zentralbank wurden auf die eine oder andere Weise entfernt und letztendlich kam es am 23. Dezember 1913  dann zur Unterschrift des Federal Reserve Acts. Präsident Woodrow Wilson war darüber im Nachhinein gar nicht glücklich, wie folgendes Zitat belegt:

“Ich bin ein höchst unglücklicher Mann. Ich habe unbeabsichtigter Weise mein Land ruiniert. Eine große Industrienation wird nun von ihrem Kreditsystem beherrscht. Unsere Regierung basiert nicht länger auf der freien Meinung, noch auf der Überzeugung und des Mehrheitsbeschlusses, es ist nun eine Regierung, welche der Überzeugung und dem Zwang einer kleinen Gruppe marktbeherr- schender Männer unterworfen ist.”
Woodrow Wilson (1856-1924), 28. Präsident der USA, unterschrieb den Federal Reserve Act

Bei den ersten beiden Sätzen ist es angeblich umstritten, dass Wilson sie so gesagt hätte, der Rest wäre angeblich von ihm bereits vor der Gründung der FED gesagt worden. Das sind wieder die typischen Versuche, eine sehr wichtige Aussage zu diskreditieren. Zum einen sind die beiden ersten Sätze die unwichtigsten. Auch wenn er die anderen Aussagen (von denen übrigens nicht bestritten wird, dass sie so von Präsident Woodrow Wilson gekommen sind) vor der Gründung der FED bereits gesagt haben sollte, die Weichen waren zu diesem Zeitpunkt bereits gestellt und die Entwicklung absehbar.
Um so beeindruckender wären diese Aussagen in dem Fall deswegen, da er dann sehenden Auges diese Dinge geschehen lassen musste. Obwohl er die Folgen kannte, war er auf die eine oder andere Weise gezwungen, den Federal Reserve Act zu unterschreiben. Schon damals waren die amerikanischen Präsidenten nicht mehr die wirklich Mächtigen in ihrem eigenen Land.

Darum geht und ging es aber primär, denn "wer in der Schuld ist, ist nicht frei" in seinen Entscheidungen. Man muss sich dem Willen der Gläubiger beugen. Das gilt für Staaten genauso wie für Sie und mich. Einzelne Menschen können das nicht mehr aufhalten - siehe Kennedy. Es müssten genügend Menschen verstehen, wie dieses System läuft, dann wäre es morgen Geschichte.
Das Zitat von Henry Ford aus den zwanziger Jahren  trifft es sehr genau:

"Würden die Menschen verstehen, wie unser Geldsystem funktioniert, hätten wir eine Revolution – und zwar schon morgen früh."

Ich frage mich jetzt schon, ob es ein Zufall ist, dass fast genau 100 Jahre danach in Europa ein Konstrukt namens ESM geschaffen wird, das auch einen entscheidenden Teil der Macht in Europa an eine internationale Finanzinstitution verlagert, die keinerlei demokratischer Kontrolle mehr unterliegt. Je nachdem, wie lange sich die Entscheidungen in den einzelnen Ländern noch hinziehen werden, wird der ESM tatsächlich fast genau 100 Jahre nach der FED seine Arbeit aufnehmen.


Struktur ESM

Der Aufbau der FED-Verwaltung hat doch eine erstaunliche Ähnlichkeit mit der zukünftigen Struktur des ESM. Nur entspricht das Board of Governors der FED beim ESM nicht dem Gouverneursrat, sondern dem Direktorium.
Struktur FED

Es ist ja mittlerweile durchgesickert, dass der ESM-Vertrag wohl von der US-amerikanischen Anwaltskanzlei Freshfields Bruckhaus Deringer entworfen wurde. Da fragt man sich natürlich sofort, ob es in Europa niemanden gibt, der das nicht auch geschafft hätte. In den USA wurde durch den Federal Reserve Act 1913 die finanzielle Souveränität der USA aus der Hand gegeben und in private Hände überführt. Sobald der ESM in Kraft getreten ist, passiert etwas ganz ähnliches in Europa. Wie an dieser und vielen anderen Stellen im Netz schon beschrieben wurde, verlieren die Parlamente der ESM-Unterzeichnerstaaten ihr Budgetrecht. Der ESM hat dann unwideruflich und uneingeschränkt Zugriff auf die Staatsfinanzen der Mitglieder (s.u.).

Genau wie der temporäre Rettungsschirm EFSF hauptsächlich Gelder an die Banken vergibt, wird es auch der ESM tun. Das kann man am aktuellen Beispiel Griechenland sehr schön verfolgen, denn über 90% der staatlichen Hilfsmilliarden gehen über ein Sperrkonto direkt als Zinsen an die Banken zurück und nur Brosamen kommen wirklich dem Land an sich zugute.
Der ESM wird deshalb der Königsweg für die Banken sein, an Staatsgelder bzw. Steuergelder zu kommen und zwar„unwiderruflich“ und in beliebig ausweitbarer Menge. Das „Vetorecht“ Deutschlands, auf das die Befürworter immer wieder gerne hinweisen, kann über das Dringlichkeitsabstimmungsverfahren ausgehebelt werden und ist nur eine Beruhigungspille für die Bevölkerung. Wir erleben seit 2008 ständig Situationen, die derart „dringlich“ sind, dass die Politik dann „alternativlos“ dieses oder jenes durchführen muss. Diese dringlichen Situationen werden wir demnächst auch bezüglich ESM des öfteren sehen.
Spannend wird es vor allem werden, wer dann im Direktorium sitzt und wer der geschäftsführende Direktor sein wird. Diese haben im Zweifelsfall nämlich die wirkliche Kontrolle über die „Firma“ ESM.

Die Formulierung aus Artikel 9, Absatz 3 des ESM-Vertrags spricht eine deutliche Sprache:
„Die ESM-Mitglieder verpflichten sich unwiderruflich und uneingeschränkt, Kapital, das der Geschäftsführende Direktor gemäß diesem Absatz von ihnen abruft, innerhalb von sieben Tagen ab Erhalt der Aufforderung einzuzahlen“.

Wer in diese Position(en) kommen wird, kann man auch aus dem ESM- Vertrag bereits erahnen:

Artikel 6, Absatz 1 ESM:
„Jedes Mitglied des Gouverneursrats ernennt aus einem Personenkreis mit großem Sachverstand im Bereich der Wirtschaft und der Finanzen ein Mitglied und ein stellvertretendes Mitglied des Direktoriums.“

Artikel 7, Absatz 1 ESM:
„Der Geschäftsführende Direktor wird vom Gouverneursrat aus einem Kreis von Kandidaten ernannt, die die Staatsangehörigkeit eines ESM-Mitglieds, einschlägige internationale Erfahrung und großen Sachverstand im Bereich der Wirtschaft und der Finanzen besitzen.“

Diese Herren werden die eigentlich Mächtigen in Europa sein und ich prognostiziere jetzt einmal, dass dort jede Menge Herrschaften aus den ehemaligen Führungskreisen von Großbanken sitzen werden, allen voran von Goldman Sachs. „Großen Sachverstand im Bereich der Wirtschaft und der Finanzen“ scheint es ja ausschliesslich dort zu geben, wenn man schon die aktuelle Vergabe derartiger Posten betrachtet. Monti, Draghi, etc. haben alle eine entsprechende„Vergangenheit“.

Schön sind auch die Randbedingungen für die Angestellten des ESM, zu denen natürlich auch das Direktorium gehören. Sie zahlen für ihr selbst festgelegtes Gehalt vom ESM keine Einkommenssteuer mehr an ihre jeweiligen Staaten, sondern nur noch eine vom ESM festgelegte "ESM-Steuer". Das heisst also nichts anderes, als dass die Direktoren ihre Steuern selbst festlegen, die sie privat zu bezahlen haben - aber das nur am Rande.

Artikel 35, Absatz 5 ESM:
"Die Bediensteten des ESM unterliegen für die vom ESM gezahlten Gehälter und sonstigen Bezüge nach Maßgabe der vom Gouverneursrat zu beschließenden Vorschriften einer internen Steuer zugunsten des ESM. Vom Tag der Erhebung dieser Steuer an sind diese Gehälter und Bezüge von der nationalen Einkommensteuer befreit."

Die Gründung der FED wurde bereits als "Der größte Raubzug der Geschichte" benannt. Wenn Sie die oberen Ausführungen aufmerksam gelesen haben, werden Sie dem wohl zustimmen können. Nun gibt es dieselbe Aussage zu der Gründung des ESM und ich denke, das passt genauso gut. Der ESM vergleicht sich selbst ja auch gerne mit dem Internationalen Währungsfonds IWF, gegenüber dem er übrigens nachrangig bei Forderungen an Schuldnerstaaten fungiert (Präambel ESM, Absatz 13).
Der IWF hat bisher keinem Land wirklich Positives gebracht, sondern die Länder alle letztendlich in eine Schuldenfalle gezwungen. Das wird der ESM genauso bewerkstelligen. Da offensichtlich die Zeit nun knapp ist, um die Staaten und Menschen final auszusaugen, hat der ESM zusätzlich direkt eine vertragliche Macht über die teilnehmenden Staaten erhalten, aus der diese nicht mehr fliehen können.

Worüber ich gestolpert bin, ist auch der Artikel 37 ESM:

(1) "Alle Fragen der Auslegung oder Anwendung der Bestimmungen dieses Vertrages und der Satzung des ESM, die zwischen einem ESM-Mitglied und dem ESM oder zwischen ESM- Mitgliedern auftreten, werden dem Direktorium zur Entscheidung vorgelegt."

(2) "Der Gouverneursrat entscheidet über alle Streitigkeiten zwischen einem ESM-Mitglied und dem ESM oder zwischen ESM-Mitgliedern über die Auslegung und Anwendung dieses Vertrags, einschließlich etwaiger Streitigkeiten über die Vereinbarkeit der vom ESM gefassten Beschlüsse mit diesem Vertrag. Das Stimmrecht des Mitglieds (der Mitglieder) des Gouverneursrats, das das/die betroffene(n) ESM-Mitglied(er) vertritt, wird bei der Abstimmung des Gouverneursrats über eine solche Entscheidung ausgesetzt und die zur Abstimmung des Gouverneursrats über diese Entscheidung notwendige Stimmrechtsschwelle wird entsprechend neu berechnet."

(3)  "Ficht ein ESM-Mitglied die in Absatz 2 genannte Entscheidung an, so wird die Streitigkeit beim Gerichtshof der Europäischen Union anhängig gemacht. Das Urteil des Gerichtshofs der Europäischen Union ist für die Parteien dieses Rechtsstreits verbindlich; diese treffen innerhalb der vom Gerichtshof festgelegten Frist die erforderlichen Maßnahmen, um dem Urteil nachzukommen."

Dieser Artikel regelt nämlich die Machtverteilung im ESM. Bisher hört man ja immer, dass der Gouverneursrat alles entscheiden würde. Dieser hätte wenigstens noch einen Hauch an Demokratie, da sich dort die Finanzminister aus demokratisch gewählten Regierungen befinden. Wenn sich alle einig sind, ist die Machtfrage sekundär. Diese entscheidet sich immer in einem Streitfall. Ich bin kein Staatsrechtler (eventuell kann ein Staatsrechtler hierzu einmal eine Stellungnahme abgeben), aber für mich sieht das doch sehr so aus, als wenn das Direktorium am Ende das letzte Wort hat.
Dieses kann auch nicht über den Gerichtshof der europäischen Union angefochten werden, denn der Absatz 3 bezieht sich eindeutig ausschließlich auf Absatz 2.

Jetzt wäre nur die Frage zu klären, worin der Unterschied zwischen "Streitigkeiten ... über die Auslegung und Anwendung dieses Vertrags" und "Alle Fragen der Auslegung oder Anwendung der Bestimmungen dieses Vertrages" liegt ?  Im Zweifelsfall geht meiner Meinung nach Absatz 1 mit "Allen Fragen" auf jeden Fall vor "Streitigkeiten", oder ?
Demnach ist das Direktorium auf jeden Fall der eigentliche Machtfaktor im ESM...
Genau dieses ist immun, kann gerichtlich nicht belangt werden, etc. und natürlich frei ernannt, ohne jegliche demokratische Legimitation.

Auch wenn sich die Funktion des ESM nach aussen hin von der FED ein Stück weit unterscheidet, die Intention dahinter ist offensichtlich identisch. 1907 wurde die Krise in den USA ausgelöst, die dann 1913 zur scheinbar "alternativlosen" Gründung der FED führte. 1910 waren die Grundlagen für die spätere FED auf Jekyll Island bereits ausgearbeitet und in einem internen Kreis verabschiedet.
Es kann natürlich ein Zufall sein (ein Schelm, der etwas anderes vermutet...), dass 2007 die aktuelle Krise ausbrach, 2010 der Vorläufer des ESM, der EFSF ins Leben gerufen wurde und je nachdem, wie lange sich die Verzögerungen noch hinziehen, wir Ende 2012 oder 2013 dann den ESM erhalten. Alles passiert exakt 100 Jahre später erneut.

Vielleicht wird der ESM aber auch noch ein wenig erweitert und verändert, so dass wir die endgültige Form dann erst Ende 2013 sehen werden. Es ist ja sehr offensichtlich, dass gewisse Kreise auf eine europäische Union im Eiltempo hinarbeiten, die Krise dient dabei nach mehrfachen Aussagen unseres Finanzsministers Dr. Schäuble als Katalysator.

Wie auch bei der FED könnte das ganze sehr schnell gestoppt werden, wenn mehr Menschen in Europa verstehen würden, was hier eigentlich gerade geschieht. Wenn die Dinge aber erst einmal unter Dach und Fach sind, wird es deutlich schwieriger werden.

Vielleicht wachen ja genügend Menschen auf, wenn jetzt der scheinbar unmittelbar bevorstehende Angriff auf unser Grundgesetz durchgeführt wird. Dazu aber demnächst mehr in diesem Blog...




Dienstag, 7. August 2012

Mein Gold könnte gestohlen werden...


 Ich höre häufig die Frage, wo man denn ein Gold/Silber lagern soll, wenn man es gekauft hat?
Nicht selten wird die Angst vor Diebstahl vorgeschoben, lieber gar nichts zu tun.
Meiner Meinung nach ist das aber nur eine Ausrede...

Die Menschen machen sich unheimlich viel Sorgen darüber, dass bei ihnen eingebrochen wird und dann das zuhause gelagerte Bargeld und natürlich auch die Edelmetalle weg sein könnten. Einbrüche sind heutzutage durchaus keine Seltenheit mehr, allerdings laufen diese auch mehrheitlich nach einem gewissen Schema ab. Der normale Dieb hat aus Angst vor Entdeckung eher wenig Zeit. Wenn er nicht von vornherein genau weiss, nach was er suchen muss, wird er nach seinem üblichen Schema vorgehen. Bargeld, Schmuck und andere Wertsachen sowie hochwertige Technik und ev. teure Kleidung sind die üblichen Dinge, die ein normaler Dieb erwartet und mitnimmt. Er kennt eine Reihe von Standardverstecken, die er schnell untersuchen dürfte. Alles was groß, schwer und nur unter hohem Zeitaufwand mitzunehmen ist, wird er nicht beachten, sofern er dadurch auch keinen grossen Gewinn erwartet.

Tresore sind deshalb ein zweischneidiges Schwert. Auf der einen Seite werden viele Gelegenheitsdiebe ein hochwertiges Tresormodell, das auch noch fachmännisch gesichert wurde, nicht knacken können. Auf der anderen Seite sagt ein Tresor einem Dieb aber immer: hier ist etwas, was der Besitzer aufwendig schützen möchte. Profis finden dann auch Möglichkeiten, dort heranzukommen. Es gibt Beispiele, bei denen auch 500kg-Tresore komplett entwendet wurden. Tresore können natürlich auch Gewaltanwendung oder eine Geiselnahme herausfordern.
Sie müssen also selbst überlegen, ob der Schutz durch massiven materiellen Aufwand oder eher durch List und Klugheit garantiert werden soll. Letzeres ist sicherlich um Größenordnungen kostengünstiger und häufig trotzdem wirksamer. Ein sehr gut versteckter Tresor wäre die optimale Kombination aus beiden Vorgehensweisen, aber bitte nicht hinter einem Bild...

Die erste Maßnahme für zuhause sollten Sie allerdings auf jeden Fall durchführen, nämlich Ihr Haus/Wohnung möglichst einbruchsicher zu gestalten. Entsprechende Türen, Fenster, Schlösser und Riegel helfen hier schon sehr gut weiter.  Jede Polizeidienststelle hat sehr hilfreiche Informationen zu diesem Thema parat. Ein Dieb, der nicht genau weiss, was er bei Ihnen bekommen kann, geht lieber zum nächsten Haus, wenn er bei Ihnen zuviel Aufwand treiben muss.

Eine 100% Sicherheit gibt es natürlich nie. Für über 90% der Wohnungseinbrüche ist man schon gerüstet, wenn man sein Gold etc. so versteckt, dass der Dieb lange suchen muss oder viel Zeit braucht, um heranzukommen. Da heutzutage kaum jemand Gold im Haus hat, rechnen die meisten Diebe nicht damit und kommen auch nicht mit einem Metalldetektor daher. Von daher kann bei kleinen Mengen schon das berühmte ausgehöhlte Buch verborgen in einer großen Büchersammlung eine Möglichkeit sein. Dieses sollte allerdings nicht von alleine seinen Inhalt preisgeben, wenn es nur auf den Boden fällt. Besser ist es natürlich, das Versteck so zu wählen, dass erst einmal niemand darauf kommt und natürlich das "Versteck" an sich auch nicht aus Versehen mitgenommen wird. Heizkörper, Boiler könnten der Rohstoffe wegen natürlich herausgerissen werden, aber bei normalen Einbrüchen ist das sehr selten. Das passiert eher bei leerstehenden Objekten. Ansonsten sind alle Dinge, die groß und schwer sind, nicht direkt sichtbare Hohlräume aufweisen und deren Eigenwert eher gering erscheint, gute Möglichkeiten für ein sicheres Versteck.

Wenn man einen Garten hat, kann man die Wertgegenstände vergraben und gegen Metalldetektoren mit einer Schicht alter Nägel darüber schützen. Passen Sie allerdings dann gut auf, dass Sie bei der Grabaktion nicht beobachtet werden.

Wie am Anfang beschrieben, gibt es keine 100% Sicherheit. Wenn es dumm läuft, ist das Gold weg...
Allerdings muss man sich die jeweilige Wahrscheinlichkeit des Verlustes vor Augen führen und gegen andere Alternativen vergleichen. Viele Menschen trauen sich nicht, Gold zu kaufen, weil es ja gestohlen werden könnte. Dann sollen sie halt ein Schliessfach bei einer Bank nehmen. Die Wahrscheinlichkeit, sein Vermögen zu verlieren, ist bei dieser Variante schon einmal um Größenordnungen kleiner, als wenn man das Geld auf dem Konto oder in der Lebensversicherung belässt.
Natürlich kann auch bei der Bank eingebrochen werden und bei einem Goldverbot oder einer Vemögensabgabe kann es passieren, dass man nur noch im Beisein eines Finanzbeamten an sein Schliessfach kommt (ist in den USA in den dreissiger Jahren so gewesen). Auch Durchsuchungsbeschlüsse zB. in Steuerverfahren beinhalten auch die Öffnung der Schließfächer. Vor dem Staat wird ein Schliessfach also mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht schützen. Wenn man dem auch entgehen möchte, muss man halt kreativ werden, siehe oben. Bei einem sehr guten Versteck kann dann die Wahrscheinlichkeit, sein Vermögen zu verlieren, noch einmal deutlich gesenkt werden.

Am Rande noch drei alte Tipps:

1. Nicht alle Eier in einem Korb haben (d.h. mindestens zwei Verstecke, auch eine Kombination Schließfach und Versteck zuhause kann eine Variante sein)

2. Präsentieren Sie einen "Honigtopf". Ein gewisse Bargeldsumme beispielsweise so deponieren, dass der Dieb sie leicht findet, eine etwas größere dann z.B. im Wasserspülkasten der Toilette. Danach wird er sich wahrscheinlich freuen, wenn er Sie "durchschaut" hat. Außerdem kann z.B. bei Geiselnahme oder Gewaltandrohung der Honigtopf verraten werden.

3. Am allerwichtigsten: Mund halten !!! Je weniger Menschen wissen, dass Sie überhaupt etwas haben, desto besser. Wenn ein Dieb natürlich weiss, dass sie ein paar Goldbarren zuhause lagern, wird er so lange suchen , bis er sie gefunden hat. Bei einem sehr guten Versteck besteht allerdings auch die Gefahr, dass es dann gar niemand mehr findet, wenn Ihnen beispielweise etwas zustossen würde. Von daher sollten zumindest einer allerdings sehr vertrauenswürdigen und verschwiegenen Person Ihr Versteck mitteilen.

Bei der Lagerung zuhause kann man natürlich für den Fall des Diebstahls auch eine entsprechende Versicherung abschliessen. Eine normale Hausratversicherung wird für die Edelmetalle allerdings kaum aufkommen, sofern der Versicherungswert nur standardmäßig an der Quadratmeterananzahl berechnet wurde. Da ist man sofort unterversichert.
Eine Versicherung welche die Vermögenswerte beinhaltet, dürfte ziemlich kostspielig werden. Außerdem dürfte dann nach dem Lagerort gefragt werden. Es stellt sich die Frage, ob eine solche Versicherung wirklich noch Sinn macht ?

Investieren Sie den gesparten Jahresbeitrag für eine solche Versicherung lieber als "Honigtopf".

Also werden Sie einfach kreativ !
Wenn niemand weiss, was Sie besitzen und Sie bei Ihren Verstecken eine schlaue Lösung gefunden haben, wird Ihnen mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit Ihr Vermögen erhalten bleiben.

Dienstag, 31. Juli 2012

Die Hütte brennt lichterloh !

Wie zu erfahren war, hatte unser Finanzminster Dr. Schäuble gestern in seinem Urlaub auf Sylt unerwartet kurzfristigen Besuch bekommen. Der US-Finanzminister Geithner hat mal kurz vorbei geschaut. Da dieses absolut ungewöhnlich ist und Geithner sicher nicht nur einmal kurz "Guten Tag" sagen wollte, scheint offensichtlich die Situation rund um den Euro erneut in eine extrem kritische Phase gekommen zu sein.
Nun kann man natürlich spekulieren, was dort besprochen wurde. In diversen Kommentaren werden auch entsprechende Vermutungen angestellt:

  • Deutschland will den Euro verlassen und Geithner musste dieses stoppen
  • Spanien benötigt unbedingt mehr Geld und Schäuble hatte dem spanischen Finanzminister, als dieser letzte Woche kurz bei Schäuble war,  mitgeteilt: "mir gäbet nix!".
  • Die Welt steht aufgrund der nicht mehr beherrschbaren Situation in den Finanzmärkten kurz vor einer weltweiten Währungsreform und die Vorgehensweise wurde besprochen

Meiner Meinung nach hat der Besuch Geithners mit den Punkten zwei und drei zu tun. Eventuell hat tatsächlich jemand in der Regierung oder der Bundesbank intern den deutschen Euro-Autritt ernsthaft ins Spiel gebracht. Das wäre auch das einzig Vernünftige. Allerdings ist Deutschland nach wie vor nicht souverän, wie Schäuble selbst bereits öffentlich gesagt hatte - 2+4-Verträge hin oder her. Von daher dürfte es für Deutschland unmöglich sein, ohne die Zustimmung der USA den Euro zu verlassen.

Bei dem Besuch des spanischen Finanzministers hiess erst ja zuerst, Schäuble hätte ihm 300 Milliarden Euro Hilfe aufdrängen wollen, damit Spanien nicht kippt. Der Spanier hätte aber aus Stolz abgelehnt. Später kam dann die umgekehrte Variante als Gerücht auf, die mir deutlich wahrscheinlicher erscheint. Demnach hat der Spanier um 300 Milliarden Euro Hilfe ersucht, da Spanien das Wasser bis zum Hals steht. Schäuble hat aber abgeleht, da der EFSF diese Mittel nicht mehr zur Verfügung hat und sie dann aus dem ESM kommen müssten. Letzterer wird aber frühestens im September in Kraft treten können. Also ist aktuell diese Summe über einen Rettunsgschirm nicht bereitstellbar.
Prompt hat dann ja auch Draghi Analysten erzählt, dass die EZB schon alles übernehmen wird. Der Eurokurs hatte darauf hin einen (kurzen) Freudensprung vollzogen. Ohne diese Ankündigung drohte der Euro zuvor aber unter $1,20 zu fallen, was eine nicht ungefährliche Grenze darstellt. Eigentlich ist das was Draghi erzählt hat hochgradig illegal, aber die beschlossenen Regeln und die europäischen Verträge interessieren ja mittlerweile sowieso keinen mehr wirklich.

Tatsache ist, dass Spanien kurz davor ist, den Griechen und Portugiesen nachzufolgen. Letzte Woche waren die Zinsen für kurzfristige spanische Staatsanleihen höher als diejenigen für langfristige. Das ist normalerweise ein deutliches Zeichen dafür, dass die übliche Geldbeschaffung für Spanien nicht mehr funktioniert. Die 7%-Grenze wird nun auch mehr oder weniger dauerhaft überschritten. Auf der anderen Seite zeigt sich, dass Spanien viel mehr Hilfe benötigen dürfte, als bisher bekannt. Immer mehr spanische Regionen sind pleite und 100 Milliarden für den Bankensektor sind nicht mehr als der berühmte Tropfen auf den heissen Stein. Dann kann mindestens noch eine Null drangehängt werden.

Wenn dieses nicht so schnell noch stärkere Folgen auf den Märkten auslösen soll, muss wohl sehr zeitnah ein neues und deutlich größeres finanzielles Pflaster darüber geklebt werden. Dieses wird zwar auch wieder nur sehr kurz halten, aber etwas anderes als diese Variante haben die Verantwortlichen nicht mehr in ihrem Lösungskorb.

Ach ja, dann war da ja auch noch Griechenland.... Vielleicht haben Geithner und Schäuble auch über den GREXIT gesprochen, denn hier kommen wir nun unabänderlich an eine Grenzlinie. Zum einen kann einem immer größeren Anteil der griechischen Bevölkerung nicht noch mehr weggenommen werden (natürlich gibt es dort nach wie vor auch eine Gruppe, der man sehr wohl eine finanzielle Schlankheitskur verordnen könnte, doch dieses passiert dort wie auch im Rest der Welt leider nicht). Auf der anderen Seite ist die Geduld bei den Gebern zuende, da seit zwei Jahren Milliarden von Euro im Nichts verschwunden sind.

Natürlich wird Obama gerne den Euro in unveränderter Form noch bis zu der Wahl im November erhalten wollen, denn ein Mega-Beben in den Märkten und katastrophale Auswirkungen auf die weltweite wirtschaftliche Entwicklung sind gewiss, allein wenn Griechenland den Euro verlässt.

Bis November ist allerdings eine sehr lange Zeit und es wird extrem schwierig werden, diesen Zeitraum noch zu überbrücken. Letztendlich wird man es am Ende des Tages wohl über einen unlimitierten Bailout durch die EZB versuchen. Die Folgen wären für den Euro zwar tödlich, aber sie kämen erst mit einer deutlichen Verzögerung zum Vorschein. Nicht umsonst kam gerade jetzt der Vorschlag, man könne doch den ESM direkt über die EZB mit Geld versorgen. Eigentlich kann man den ESM dann auch gleich ganz weglassen, aber nein, ich vergaß: den braucht man ja, um die Souveränität der Euroländer "alternativlos" einzukassieren.

Damit kommen wir zu Punkt drei der Möglichkeiten, über was Geithner und Schäuble gesprochen haben könnten. Der Euro und die daraus resultierende Fiskalunion ist nur eine Vorstufe zu einer weltweiten Fiskalunion nach einer weltweiten Währungsreform. Unter weltweit verstehe ich hierbei zumindest die westlich orientierten Staaten (EU, Commonwealth, USA, ev. Teile von Süd- und Mittelamerika, Japan, Süd-Korea).
Die europäische Fiskalunion ist übrigens seit 1989 geplant. Damals, als der Euro beschlossen und die Zustimmung Deutschlands dazu als Gegenleistung für die Wiedervereinigung abverlangt wurde, war die Fiskalunion bereits enthalten. Ein Schelm ist, der sich nun vielleicht denkt, dass die Konstruktionsfehler des Euro absichtlich eingebaut worden sein könnten...
Es gab bereits zumindest vor der Euroeinführung genügend Experten, die davor gewarnt hatten...

Wie Dr. Schäuble ja bereits mehrfach geäußert hatte, könnten durchaus nun Sachzwäge, welche aus der Eurokrise entstehen, unter Umständen dazu führen, dass man bei der Integration europäischen Union  überraschend schnell vorwärts kommt.
Für den nächsten Schritt einer weltweiten Fiskalunion mit einheitlicher Währung ist es aber noch viel zu früh, auch wenn das als Endziel bei gewissen Eliten in der Planung ist. Letzteres wissen sowohl Geithner als auch Schäuble mit Sicherheit und deshalb wird schon überlegt worden sein, wie man nun weiterhin die Kontrolle behalten kann.

Fassen wir einmal kurz zusammen:
  • Notfalltreffen Geithner - Schäuble
  • Spanien sinkt täglich in atemberaubender Geschwindigkeit tiefer in die Krise
  • Bei Griechenland fehlen auf allen Seiten weitere Möglichkeiten, die Dinge noch länger hinauszuzögern
  • Italien hat sich bereits angesteckt
  • Deutschlands Bonität wird auch immer lauter angezweifelt (PIMCO, Moody's, etc.); ausschliesslich hieran hängt aber die Eurorettung
  • Die weltweite Wirtschaftsentwickung befindet sich im Sturzflug; auch in China und Deutschland geht es deutlich sichtbar los.
Fazit: es brennt lichterloh !

Mal schauen, was der August so an "Überraschungen" bereithält.

Mittwoch, 25. Juli 2012

Experten - Wie trenne ich die Spreu vom Weizen ?


Ich weiss nicht, ob es Ihnen nicht auch schon einmal so ergangen ist. Wenn ich mit Menschen über die aktuelle Situation in Europa und der Welt diskutiere, gebe ich natürlich immer wieder Aussagen von Experten an, die meine Argumentation unterstützen. Da ich natürlich der festen Überzeugung bin, dass Euro, Wirtschaft und Weltfinanzsystem sehr bald zusammenbrechen werden, benenne ich dann Prof. Hankel, Prof. Otte, Dirk Müller und andere. Ich bekomme daraufhin immer wieder die Antwort zu hören, dass es ja auch viele andere Experten gäbe, die genau das Gegenteil behaupten würden. Das ist grundsätzlich natürlich richtig... In jeder Talkshow treffen die Meinungen dann aufeinander.
Eine schöne Zuspitzung hatte diese Auseinandersetzung erfahren, als kurz nach der Bundestagsabstimmung zum ESM am 29. Juni der Aufruf von aktuell 243 Wirtschaftswissenschaftlern herauskam, der vor allem vor einer Bankenunion eindringlich warnt.

Danach kam dann eine Gegendarstellung von 15 renommierten Ökonomen (mittlerweile haben 191 unterschrieben) und natürlich reagierten auch Politiker wie Herr Schäuble verschnupft, da sie die Situation ja viel besser verstünden, als diese nervigen Nörgler.
 
Ich bin von Haus aus Ingenieur und habe mir schon lange vor diesen Diskussionen und Ereignissen überlegt, wie ich denn neutral und auch ohne zu sehr meine eigene Erwartungshaltung hier einfliessen zu lassen, die Qualität der jeweiligen Experten und deren Meinungen messen kann.

Titel und Positionen sind hier nur sehr begrenzt eine hilfreiche Messgröße. Offensichtlich vernebelt häufig auch die Weltanschauung, die politische Ausrichtung oder auch die Zugehörigkeit zu bestimmten Organisationen die Fachkompetenz. Wenn Wirtschaftsprofessoren offensichtlich die Zinseszinsrechnung nicht verstanden haben bzw. die Konsequenzen daraus nicht sehen möchten, hat das wahrscheinlich nichts mit ihrer mangelnden Intelligenz zu tun, sondern eher mit den erstgenannten Faktoren.

Wenn man sich die Frage stellt, warum man denn überhaupt auf einen Experten hören soll, kommt man zu dem Schluss, dass man natürlich von ihm wissen möchte, wie die Zukunft aussieht. Genau hier setzt nun mein Messverfahren an. Die Wahrscheinlichkeit ist sehr hoch, dass diejenigen, die früher schon eine sehr gute Trefferquote hatten, diese weiterhin an den Tag legen werden. Offensichtlich ist ihre Methode besser geeignet, die Dinge zu durchschauen.

Es gibt natürlich auch Menschen, die ihre Meinung ändern wie z.B. Prof. Sinn oder Hans-Olaf Henkel. Diese muss man zunächst „unter Beobachtung“ stellen, da sie ihre früheren Aussagen zumindest selbstkritisch nun in Frage stellen. Man sollte ihnen durchaus einen Vertrauensvorschuss geben, aber für die Messmethode scheiden sie natürlich aus.

Ich möchte auch an dieser Stelle betonen, dass es hier nicht darum gehen kann, welche Menschen man nun mag oder nicht. Dieses sollte im Gegenteil zunächst keinerlei Rolle spielen. Wenn man seine Nachforschungen gewissenhaft durchführt, wird man durchaus auch die eine oder andere Überraschung erleben. Da hat dann doch jemand häufig daneben gelegen, den man als sehr kompetent eingeschätzt hatte und jemand, den man nicht leiden kann, hat aber durchaus auch treffende Dinge gesagt. Am Ende läuft es immer auf eine Abwägung heraus, ob die Fehleinschätzungen oder die eingetroffenen Prognosen überwiegen.

Bei allen Experten, die sich als sehr treffsicher erwiesen haben, kann ein Faktor leider nicht genau bestimmt werden: die Zeit. Wir alle laufen immer wieder Gefahr, durch verschiedene Anzeichen zu glauben, dass etwas nun sehr bald eintreten muss. Natürlich möchten die Menschen auch immer gerne wissen, zu welchem Zeitpunkt etwas passiert? Leider ist genau dieses offensichtlich nicht exakt zu bestimmen.
Das ist im Übrigen nicht nur bei wirtschaftlichen Prognosen so, auch bei den meisten anderen Vorhersagen ist die Zeitkomponente meistens nicht klar zu definieren. Das liegt häufig an Faktoren, die eine erwartete Entwicklung anstossen, deren „Auslöse-Level“ wir aber nicht kennen können. Ein gutes Beispiel hierfür ist ein Bankrun. Zu einem Zeitpunkt X ist dieser nicht mehr beherrschbar. Was nach X passiert, ist klar vorhersagbar, wann X eintritt, nicht.

Die Beharrungskräfte des Systems werden auch häufig unterschätzt. Da es für viele Menschen jetzt „um das Ganze geht“, insbesondere bei den sogenannten Eliten, versuchen diese auch mit allen noch zu Verfügung stehenden Mitteln, den Status Quo zu erhalten. Diese wissen bewusst oder auch nur innerlich ganz genau, dass es jetzt nicht mehr nur um ihre Posten oder Bezüge geht, sondern dass wahrscheinlich Leib und Leben gefährdet sein dürfte. Da strengt man sich schon ziemlich an...
Auch darf man nicht erwarten, dass Prognosen bis auf das letzte Detail eintreffen werden. Es gibt immer eine große Anzahl von Unbekannten, die Abläufe verändern können. Wichtig ist es nur, dass jemand die übergeordneten Zusammenhänge richtig erkannt hat und daraus die passenden Schlüsse zieht.

Grundsätzlich gibt es massenhaft Beispiele von Politikeraussagen, die auch schon nach sehr kurzer Zeit Lügen gestraft wurden. Mitte 2008 träumten noch viele Politiker beispielsweise von dem nun „stabilen Aufschwung“, der dann auch bald für Vollbeschäftigung sorgen würde. Schon ein paar Wochen danach rutschte Deutschland in die größte Rezession der bundesrepublikanischen Geschichte. Die Bankenkrise wurde teilweise bis zum Fall der Lehman Brothers abgestritten, die Griechenland- Krise wurde erst zugegeben, als man sich lächerlich gemacht hätte, wenn man sie weiter verleugnet.
Dann war Griechenland lange ein „Einzelfall“, bis die Ereignisse in anderen Ländern nicht mehr zu verbergen waren. Mittlerweile wird auch nicht mehr abgestritten, dass wir eine Eurokrise haben, was lange Zeit ein Tabuthema darstellte.

Ich gestehe jedem Menschen zu, dass er sich auch einmal irrt. Leider ist keinerlei Lerneffekt bei den meisten dieser „Experten“ festzustellen. Die „Ausrede“ kam dann immer wieder, dass die Entwicklungen ja „unvorhersehbar“ gewesen seien. Dieses wird aber klar durch die Experten der ersten Kategorie Lügen gestraft. Besonders schwer wiegt auch die Diffamierung und der Spott, den Kritiker der offiziellen Linie über sich ergehen lassen mussten und immer noch müssen. Genau diejenigen, die nachweislich immer falsch lagen, versuchen ihre Kritiker als „Feinde Europas“, als „Schwarzseher“ und vieles mehr zu titulieren. Ich frage mich also deutlich: „warum sollten diese Herrschaften nun auf einmal richtig liegen, wenn sie doch in der Vergangenheit nachweisbar immer wieder Fehleinschätzungen unterworfen waren ?“.

Je nachdem, wie viel der zu prüfende Experte veröffentlicht hat, ist es sehr einfach seine Aussagen von früher zu finden. Geben Sie einfach in der Suchmaschine Ihrer Wahl den Namen des Experten, das Thema und das Jahr ein (z.B. Schäuble Euro 2010), dann erhalten Sie ein Menge Links zu Interviews und Texten von diesem Experten aus jener Zeit.
Teilweise haben bekannte Experten sogar ihre eigene Webseite (wie z.B. Dr. Schäuble oder Prof. Walter), auf der sie ihre Interviews fein säuberlich gesammelt und mit Datum versehen haben. Auch bei Herrn Eichelburg auf hartgeld.com ist es durch das vollständige Artikelarchiv sehr einfach, eigene Nachforschungen zu betreiben.
 
Natürlich bedeutet es einen gewissen Zeitaufwand, das Material zu sichten und die entscheidenden Informationen für sich zu extrahieren. Es lohnt sich aber.

Die beste Variante ist meiner Meinung nach allerdings nach wie vor, sich überhaupt keinen „Experten“ zu unterwerfen, sondern sich selbstbestimmt seine eigene Meinung zu erarbeiten. Viele Themenbereiche sind eigentlich gar nicht so kompliziert, dass man sie nicht zumindest grundlegend verstehen könnte. Mit den Massenmedien alleine funktioniert das heute natürlich nicht mehr.
Gehen Sie einfach genauso vor, wie bei der hier vorgestellten Methode zur Einschätzung der Kompetenz von Experten. Machen Sie sich bitte die Arbeit und forschen Sie selbst nach.
Überlegen Sie sich vorher, welche Faktoren Sie benötigen, um ein sicheres Wissen über eine Tatsache zu erlangen und erarbeiten Sie es sich dann selbst. Sie gewinnen dadurch eine sehr starke Sicherheit in Ihrer Weltsicht. Das ist sehr wichtig, damit Sie standhaft bleiben, wenn Ereignisse oder Zweifler Sie wieder zum Wanken bringen wollen.

In der Diskussion mit anderen kann es aber trotzdem hilfreich sein, auf Experten zu verweisen, die schon mehrfach nachweislich Recht gehabt haben.

Ich bin mir sehr sicher, dass wir spätestens ab Herbst diesen Jahres auch wieder eine Reihe von Ereignissen erleben werden, die angeblich „nicht vorhersehbar“ waren. Der „alternativlose“ ESM wird dazu führen, dass spätestens dann Deutschland auch in den Strudel der sinkenden Kreditwürdigkeit gezogen wird. Eigentlich pfeifen das schon die Spatzen von den Dächern, aber viele Politiker und „Experten“ ignorieren diese Tatsache aktuell penetrant. Sie dürften dann wieder „sehr überrascht“ sein und den bösen Märkten die Schuld geben. Mal sehen, wie lange es noch dauert, bis es den Euro zerreisst, aber die Wahrscheinlichkeit ist extrem hoch. Auch dann wird man wieder Schuldige definieren und Gründe dafür angeben, die angeblich „nicht vorhersehbar“ waren.

Wenn Sie Artikel oder Interviews von 2007 oder vorher lesen, denken Sie bitte daran, dass jeder damals ausgelacht oder zumindest mitleidig angesehen wurde, wenn er überhaupt eine Krise vorhergesagt hatte. 99% der Menschen hätten sich damals nicht im Traum vorstellen können, allein was schon in den Jahren 2008 (Lehman, IKB, Hypo Real Estate), 2009 (schwerste Rezession auch hier in Deutschland, Pleiten und Rettungen: Quelle, Opel, etc.) und 2010 ff (ganze Länder innerhalb Europas gehen unter wie Island, Griechenland, Portugal, Irland, Spanien, ...) dann passiert ist.

Heute wissen die Menschen durch die Erfahrungen der letzten Jahre immerhin, dass offensichtlich das System doch nicht ganz so stabil ist, wie sie früher geglaubt hatten. Viele Menschen haben sich gedanklich jetzt aber wieder „eingerichtet“ und wollen erneut nichts hören.

Auch ich wurde damals häufig belächelt, wenn ich 2006 vor einer Krise gewarnt hatte und der eine oder andere von Ihnen dürfte diese Erfahrungen auch gemacht haben. Umso beeindruckender ist es, dann Aussagen aus jener Zeit zu lesen, die genau dieses vorhersagen. Details sind sicher anders verlaufen, aber grundsätzlich waren wir nicht wirklich überrascht. Einzig die Dauer, über die sich die Vorgänge hinziehen, ist wirklich erstaunlich.

Wenn Ihnen also demnächst wieder einmal jemand über den Weg läuft, der Ihnen vorjammert, dass     die einen Experten die Lage so und die anderen Experten völlig anders beurteilen, dann wissen Sie nun, was zu sagen ist. Teilen Sie ihm mit, dass man mit ein klein wenig Interesse und Aufwand sehr wohl die Spreu vom Weizen trennen kann.

In meinem erweiterten Artikel habe ich einmal folgende Experten beispielhaft unter die Lupe genommen:
  • Walter Eichelburg
  • Prof. Wilhelm Hankel
  • Gerald Celente
  • Josef Tenhagen
  • Prof. Norbert Walter
  • Dr. Wolfgang Schäuble
Artikel - Experten

Dienstag, 17. Juli 2012

Zwangsanleihen wegen Euro-Crash





 Es ist schon sehr erstaunlich, wie schnell nun doch manche Dinge kommen. Ich hatte in meinem Artikel für Hartgeld.com in dem Ausblick auf die zweite Jahreshälfte 2012 bereits geschrieben, dass ich eine neue Phase der Krise hier in Deutschland erwarte. Es wird damit begonnen werden, uns nun zu verkaufen, dass wir Bürger uns an den Kosten der Eurokrise beteiligen müssen. Ich bin allerdings selbst erstaunt, wie schnell nun damit angefangen wird. Ich habe noch im Juni mit jemandem darüber diskutiert, in welcher Form dieses durchgeführt werden könnte. Wir waren der Meinung, dass Zwangsanleihen eher im späteren Verlauf ein Thema werden könnten. Zuletzt wurden diese ja als Folge des zweiten Weltkriegs erhoben. Umso erstaunter stelle ich jetzt fest, dass sogar exakt dieser Begriff "Zwangsanleihe" nun in vielen Medien zu finden ist. Der Ablauf dieser Aktion ist relativ voraussehbar:

  1. Die Boston Consulting Group hatte bereits vor ein paar Monaten vergleichbare Vorschläge erarbeitet und der Bundesregierung unterbreitet. Dieses wurde nicht in den Massenmedien publik und dürfte der erste Schritt in der Entwicklung gewesen sein.
  2. Das deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) hat nun öffentlich und mit entsprechendem Medienecho die Zwangsanleihe "für Reiche" (ab 250.000 Euro) ins Spiel gebracht. Durch das Medienecho sehen wir deutlich, dass es sich nun um einen Testballon handelt, wie viel Widerstand dieses in der Bevölkerung erzeugen würde. Leider sehe ich diesen Widerstand bisher kaum, da der Großteil auch des Mittelstandes natürlich keine 250.000 Euro herumliegen hat. Die Menschen denken deshalb, es würde sie nicht betreffen.Was die meisten aber völlig übersehen ist die Frage, welche Assets alle zu dem Vermögen hinzugerechnet werden ?
  3. Einige Politiker aus der zweiten Reihe finden den Vorschlag jetzt auch lautstark schon ganz toll. Andere sagen, dass die Idee mit der Zwangsanleihe natürlich primär für die südeuropäischen Länder gedacht sei. Die Bundesregierung dementiert nun natürlich, dass Zwangsanleihen überhaupt ein Thema wären. Noch ist es nicht soweit. Seien Sie sich aber gewiss, dass die Reaktionen auf dieses Thema sehr genau erfasst werden dürften. Es zeigt ganz deutlich, dass man aktuell die Strategie vorbereitet, wie man die Bürger am besten schröpfen wird.
  4. Ich gehe davon aus, dass dieses Thema nun vorübergehend erst einmal wieder aus den Medien verschwinden wird. 
  5. Nach einer erneuten massiven Verschärfung der Krise und einer Reihe von erneut "völlig unvorhersehbaren Ereignissen", werden wir dann spätestens ab Herbst immer mehr "Blut, Schweiss und Tränen"-Reden unserer Politiker und Eliten zu hören bekommen. Die Talkshows werden voll von Leuten sein, die dann daran apellieren werden, dass wir Deutschen (in Österreich, Holland usw. wird es ähnlich ablaufen), denen es ja "noch so gut geht", da wir ja "so unglaublich vom Euro profitiert haben", nun den Schwächeren helfen müssen. Zusätzlich wird man Geld benötigen, um der Wirtschaftskrise, die dann auch in Deutschland massiv spürbar sein wird, zu begegnen.
  6. Im nächsten Schritt wird dann die Bundesregierung feststellen, dass sie leider keine unbegrenzten Kredite mehr aufnehmen kann, denn - "Oh Schreck" - gibt es ja eine Schuldenbremse in der Verfassung. Also wird es dann "alternativlos" sein, dass sich die Bevölkerung beteiligen muss. Genau dann wird die Zwangsanleihe wieder hervorgeholt werden. Ob das noch die aktuelle Bundesregierung sein wird, oder eine neue, rote Regierung sei dahingestellt. Ich sehe es als sehr wahrscheinlich an, dass eine rot/grüne Regierung dieses durchführen wird. Es kann auch keiner behaupten, der diese dann gewählt hat, sie hätten es nicht schon heute deutlich gesagt. 
  7. Neben der Zwangsanleihe (die natürlich eine Zwangsabgabe werden dürfte) werden wir noch mit einer Reihe weiteren Abgaben beglückt werden. Auch hier gibt es schon "Testballons", wenn man aufmerksam die Äußerungen von Politikern und anderen Eliten verfolgt. PKW-Maut, Mehrwertsteuererhöhung, höhere Grundsteuern, eventuell auch eine "Wohnsteuer" und vieles mehr wird den Herrschaften in den Sinn kommen. Freuen Sie sich auf die Phantasie unserer Eliten, Wege zu finden, an unser Geld zu kommen.
Man hält sich momentan noch ziemlich bedeckt, was denn alles zu dem "Vermögen" von 250.000 Euro dazugerechnet werden soll. Ich bin mir sehr sicher, dass Immobilien am Ende dazugehören werden. Glauben Sie, es war ein Zufall, dass beim Zensus 2011 (der Volkszählung) alle Immobilienbesitzer erfasst wurden und ihre Angaben machen mussten? Die restliche Zählung wurde nur bei einem Drittel der Menschen durchgeführt. Wenn Sie also ein Haus oder eine bessere Eigentumswohnung besitzen, sind Sie bereits "reich" und werden von der Zwangsanleihe betroffen sein. Spannend wird es natürlich auch, inwiefern Lebensversicherungen, Bausparverträge, Rentenversicherungen und vieles mehr eingerechnet werden. Sie werden erstaunt sein, wie viele "Reiche" wir auf einmal haben werden !
Nur so kommt man dann aber auch auf die notwendige Höhe der Gelder, die benötigt werden. Die paar Multimillionäre hier in Deutschland werden nicht genügend Geldsummen erbringen. Man muss an den Mittelstand heran. Leider werden das die Menschen zu spät realisieren. Solange die Staatsgewalt noch aufrecht erhalten werden kann - und ich denke, das wird hier in Deutschland noch am längsten möglich sein - werden Sie zahlen ! Glauben Sie auch nicht, dass man darauf verzichten wird, wenn Sie durch Inflation oder Haircuts bereits einiges an Geld verloren haben. Solange Sie noch irgendetwas Werthaltiges haben, das der Staat kennt, wird darauf zugegriffen werden.
Vergessen Sie bitte den Rechtsstaat und die Moral, wir kommen in den nächsten Monaten in eine völlige Ausnahmesituation, die alle Mittel rechtfertigen wird.
Wir sehen ja jetzt schon an öffentlichen Aufforderungen zun Verfassungsbruch, wie aktuell von Herrn Klaus von Dohnanyi gefordert, dass der Krise und dem Euro alles unterzuordnen ist.  Der Respekt vor dem Grundgesetz und Rechtsstaat wurde schon jetzt von einigen (nicht wenigen) Politikern fallen gelassen. Das hätte vor ein paar Jahren auch noch keiner glauben können.
Man wird eine Neiddebatte auslösen und verschärfen, um die Menschen zu spalten. Rentner gegen Junge, Ost gegen West, Nord gegen Süd (siehe die Verfassungsklage von Seehofer gegen den Länderfinanzausgleich), Beamte gegen Arbeiter und Angestellte und vieles mehr.

Irgendwann wird natürlich auch hier die Gesellschaft aufbegehren, spätestens wenn Polizeibeamte und Angehörige der Bundeswehr auch derart geschoren wurden, dass sie sich vom Staat abwenden. Bis dahin wird aber ein Großteil des Vermögens der Deutschen verloren sein. Wie ich schon an anderer Stelle geschrieben habe, ist dieses Vermögen eigentlich auch schon lange weg. Man muss diese Tatsache den Leuten nur noch irgendwie verkaufen. Gehen Sie also davon aus, dass neben der Hyperinflation und Währungsreform/Haircuts auch der Staat noch einmal kräftig zulangen wird.

Hier zeigt sich erneut der große Vorteil von Edelmetallen. Der Staat weiss nichts von ihnen und das ganz legal. Es gibt sehr wenig andere Möglichkeiten, sein Vermögen vor dem Zugriff des Staates zu retten. Die Schweiz ist sehr offensichtlich auch keine Alternative mehr. Wissen Sie, welche Steuerabkommen in Zukunft auch mit anderen Ländern geschlossen werden ?

Sie müssen nun unbedingt handeln, wenn Sie es noch nicht getan haben. Die Geschwindigkeit, die jetzt bei der Zwangsanleihe an den Tag gelegt wird, lässt nichts Gutes vermuten. In meinem kostenlosen 30-seitigen Report Eurokrise/Finanzkrise - Was tun? habe ich die wichtigen Dinge, die sie jetzt unbedingt sehr zeitnah unternehmen müssen, zusammengefasst.