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Mittwoch, 25. Juli 2012

Experten - Wie trenne ich die Spreu vom Weizen ?


Ich weiss nicht, ob es Ihnen nicht auch schon einmal so ergangen ist. Wenn ich mit Menschen über die aktuelle Situation in Europa und der Welt diskutiere, gebe ich natürlich immer wieder Aussagen von Experten an, die meine Argumentation unterstützen. Da ich natürlich der festen Überzeugung bin, dass Euro, Wirtschaft und Weltfinanzsystem sehr bald zusammenbrechen werden, benenne ich dann Prof. Hankel, Prof. Otte, Dirk Müller und andere. Ich bekomme daraufhin immer wieder die Antwort zu hören, dass es ja auch viele andere Experten gäbe, die genau das Gegenteil behaupten würden. Das ist grundsätzlich natürlich richtig... In jeder Talkshow treffen die Meinungen dann aufeinander.
Eine schöne Zuspitzung hatte diese Auseinandersetzung erfahren, als kurz nach der Bundestagsabstimmung zum ESM am 29. Juni der Aufruf von aktuell 243 Wirtschaftswissenschaftlern herauskam, der vor allem vor einer Bankenunion eindringlich warnt.

Danach kam dann eine Gegendarstellung von 15 renommierten Ökonomen (mittlerweile haben 191 unterschrieben) und natürlich reagierten auch Politiker wie Herr Schäuble verschnupft, da sie die Situation ja viel besser verstünden, als diese nervigen Nörgler.
 
Ich bin von Haus aus Ingenieur und habe mir schon lange vor diesen Diskussionen und Ereignissen überlegt, wie ich denn neutral und auch ohne zu sehr meine eigene Erwartungshaltung hier einfliessen zu lassen, die Qualität der jeweiligen Experten und deren Meinungen messen kann.

Titel und Positionen sind hier nur sehr begrenzt eine hilfreiche Messgröße. Offensichtlich vernebelt häufig auch die Weltanschauung, die politische Ausrichtung oder auch die Zugehörigkeit zu bestimmten Organisationen die Fachkompetenz. Wenn Wirtschaftsprofessoren offensichtlich die Zinseszinsrechnung nicht verstanden haben bzw. die Konsequenzen daraus nicht sehen möchten, hat das wahrscheinlich nichts mit ihrer mangelnden Intelligenz zu tun, sondern eher mit den erstgenannten Faktoren.

Wenn man sich die Frage stellt, warum man denn überhaupt auf einen Experten hören soll, kommt man zu dem Schluss, dass man natürlich von ihm wissen möchte, wie die Zukunft aussieht. Genau hier setzt nun mein Messverfahren an. Die Wahrscheinlichkeit ist sehr hoch, dass diejenigen, die früher schon eine sehr gute Trefferquote hatten, diese weiterhin an den Tag legen werden. Offensichtlich ist ihre Methode besser geeignet, die Dinge zu durchschauen.

Es gibt natürlich auch Menschen, die ihre Meinung ändern wie z.B. Prof. Sinn oder Hans-Olaf Henkel. Diese muss man zunächst „unter Beobachtung“ stellen, da sie ihre früheren Aussagen zumindest selbstkritisch nun in Frage stellen. Man sollte ihnen durchaus einen Vertrauensvorschuss geben, aber für die Messmethode scheiden sie natürlich aus.

Ich möchte auch an dieser Stelle betonen, dass es hier nicht darum gehen kann, welche Menschen man nun mag oder nicht. Dieses sollte im Gegenteil zunächst keinerlei Rolle spielen. Wenn man seine Nachforschungen gewissenhaft durchführt, wird man durchaus auch die eine oder andere Überraschung erleben. Da hat dann doch jemand häufig daneben gelegen, den man als sehr kompetent eingeschätzt hatte und jemand, den man nicht leiden kann, hat aber durchaus auch treffende Dinge gesagt. Am Ende läuft es immer auf eine Abwägung heraus, ob die Fehleinschätzungen oder die eingetroffenen Prognosen überwiegen.

Bei allen Experten, die sich als sehr treffsicher erwiesen haben, kann ein Faktor leider nicht genau bestimmt werden: die Zeit. Wir alle laufen immer wieder Gefahr, durch verschiedene Anzeichen zu glauben, dass etwas nun sehr bald eintreten muss. Natürlich möchten die Menschen auch immer gerne wissen, zu welchem Zeitpunkt etwas passiert? Leider ist genau dieses offensichtlich nicht exakt zu bestimmen.
Das ist im Übrigen nicht nur bei wirtschaftlichen Prognosen so, auch bei den meisten anderen Vorhersagen ist die Zeitkomponente meistens nicht klar zu definieren. Das liegt häufig an Faktoren, die eine erwartete Entwicklung anstossen, deren „Auslöse-Level“ wir aber nicht kennen können. Ein gutes Beispiel hierfür ist ein Bankrun. Zu einem Zeitpunkt X ist dieser nicht mehr beherrschbar. Was nach X passiert, ist klar vorhersagbar, wann X eintritt, nicht.

Die Beharrungskräfte des Systems werden auch häufig unterschätzt. Da es für viele Menschen jetzt „um das Ganze geht“, insbesondere bei den sogenannten Eliten, versuchen diese auch mit allen noch zu Verfügung stehenden Mitteln, den Status Quo zu erhalten. Diese wissen bewusst oder auch nur innerlich ganz genau, dass es jetzt nicht mehr nur um ihre Posten oder Bezüge geht, sondern dass wahrscheinlich Leib und Leben gefährdet sein dürfte. Da strengt man sich schon ziemlich an...
Auch darf man nicht erwarten, dass Prognosen bis auf das letzte Detail eintreffen werden. Es gibt immer eine große Anzahl von Unbekannten, die Abläufe verändern können. Wichtig ist es nur, dass jemand die übergeordneten Zusammenhänge richtig erkannt hat und daraus die passenden Schlüsse zieht.

Grundsätzlich gibt es massenhaft Beispiele von Politikeraussagen, die auch schon nach sehr kurzer Zeit Lügen gestraft wurden. Mitte 2008 träumten noch viele Politiker beispielsweise von dem nun „stabilen Aufschwung“, der dann auch bald für Vollbeschäftigung sorgen würde. Schon ein paar Wochen danach rutschte Deutschland in die größte Rezession der bundesrepublikanischen Geschichte. Die Bankenkrise wurde teilweise bis zum Fall der Lehman Brothers abgestritten, die Griechenland- Krise wurde erst zugegeben, als man sich lächerlich gemacht hätte, wenn man sie weiter verleugnet.
Dann war Griechenland lange ein „Einzelfall“, bis die Ereignisse in anderen Ländern nicht mehr zu verbergen waren. Mittlerweile wird auch nicht mehr abgestritten, dass wir eine Eurokrise haben, was lange Zeit ein Tabuthema darstellte.

Ich gestehe jedem Menschen zu, dass er sich auch einmal irrt. Leider ist keinerlei Lerneffekt bei den meisten dieser „Experten“ festzustellen. Die „Ausrede“ kam dann immer wieder, dass die Entwicklungen ja „unvorhersehbar“ gewesen seien. Dieses wird aber klar durch die Experten der ersten Kategorie Lügen gestraft. Besonders schwer wiegt auch die Diffamierung und der Spott, den Kritiker der offiziellen Linie über sich ergehen lassen mussten und immer noch müssen. Genau diejenigen, die nachweislich immer falsch lagen, versuchen ihre Kritiker als „Feinde Europas“, als „Schwarzseher“ und vieles mehr zu titulieren. Ich frage mich also deutlich: „warum sollten diese Herrschaften nun auf einmal richtig liegen, wenn sie doch in der Vergangenheit nachweisbar immer wieder Fehleinschätzungen unterworfen waren ?“.

Je nachdem, wie viel der zu prüfende Experte veröffentlicht hat, ist es sehr einfach seine Aussagen von früher zu finden. Geben Sie einfach in der Suchmaschine Ihrer Wahl den Namen des Experten, das Thema und das Jahr ein (z.B. Schäuble Euro 2010), dann erhalten Sie ein Menge Links zu Interviews und Texten von diesem Experten aus jener Zeit.
Teilweise haben bekannte Experten sogar ihre eigene Webseite (wie z.B. Dr. Schäuble oder Prof. Walter), auf der sie ihre Interviews fein säuberlich gesammelt und mit Datum versehen haben. Auch bei Herrn Eichelburg auf hartgeld.com ist es durch das vollständige Artikelarchiv sehr einfach, eigene Nachforschungen zu betreiben.
 
Natürlich bedeutet es einen gewissen Zeitaufwand, das Material zu sichten und die entscheidenden Informationen für sich zu extrahieren. Es lohnt sich aber.

Die beste Variante ist meiner Meinung nach allerdings nach wie vor, sich überhaupt keinen „Experten“ zu unterwerfen, sondern sich selbstbestimmt seine eigene Meinung zu erarbeiten. Viele Themenbereiche sind eigentlich gar nicht so kompliziert, dass man sie nicht zumindest grundlegend verstehen könnte. Mit den Massenmedien alleine funktioniert das heute natürlich nicht mehr.
Gehen Sie einfach genauso vor, wie bei der hier vorgestellten Methode zur Einschätzung der Kompetenz von Experten. Machen Sie sich bitte die Arbeit und forschen Sie selbst nach.
Überlegen Sie sich vorher, welche Faktoren Sie benötigen, um ein sicheres Wissen über eine Tatsache zu erlangen und erarbeiten Sie es sich dann selbst. Sie gewinnen dadurch eine sehr starke Sicherheit in Ihrer Weltsicht. Das ist sehr wichtig, damit Sie standhaft bleiben, wenn Ereignisse oder Zweifler Sie wieder zum Wanken bringen wollen.

In der Diskussion mit anderen kann es aber trotzdem hilfreich sein, auf Experten zu verweisen, die schon mehrfach nachweislich Recht gehabt haben.

Ich bin mir sehr sicher, dass wir spätestens ab Herbst diesen Jahres auch wieder eine Reihe von Ereignissen erleben werden, die angeblich „nicht vorhersehbar“ waren. Der „alternativlose“ ESM wird dazu führen, dass spätestens dann Deutschland auch in den Strudel der sinkenden Kreditwürdigkeit gezogen wird. Eigentlich pfeifen das schon die Spatzen von den Dächern, aber viele Politiker und „Experten“ ignorieren diese Tatsache aktuell penetrant. Sie dürften dann wieder „sehr überrascht“ sein und den bösen Märkten die Schuld geben. Mal sehen, wie lange es noch dauert, bis es den Euro zerreisst, aber die Wahrscheinlichkeit ist extrem hoch. Auch dann wird man wieder Schuldige definieren und Gründe dafür angeben, die angeblich „nicht vorhersehbar“ waren.

Wenn Sie Artikel oder Interviews von 2007 oder vorher lesen, denken Sie bitte daran, dass jeder damals ausgelacht oder zumindest mitleidig angesehen wurde, wenn er überhaupt eine Krise vorhergesagt hatte. 99% der Menschen hätten sich damals nicht im Traum vorstellen können, allein was schon in den Jahren 2008 (Lehman, IKB, Hypo Real Estate), 2009 (schwerste Rezession auch hier in Deutschland, Pleiten und Rettungen: Quelle, Opel, etc.) und 2010 ff (ganze Länder innerhalb Europas gehen unter wie Island, Griechenland, Portugal, Irland, Spanien, ...) dann passiert ist.

Heute wissen die Menschen durch die Erfahrungen der letzten Jahre immerhin, dass offensichtlich das System doch nicht ganz so stabil ist, wie sie früher geglaubt hatten. Viele Menschen haben sich gedanklich jetzt aber wieder „eingerichtet“ und wollen erneut nichts hören.

Auch ich wurde damals häufig belächelt, wenn ich 2006 vor einer Krise gewarnt hatte und der eine oder andere von Ihnen dürfte diese Erfahrungen auch gemacht haben. Umso beeindruckender ist es, dann Aussagen aus jener Zeit zu lesen, die genau dieses vorhersagen. Details sind sicher anders verlaufen, aber grundsätzlich waren wir nicht wirklich überrascht. Einzig die Dauer, über die sich die Vorgänge hinziehen, ist wirklich erstaunlich.

Wenn Ihnen also demnächst wieder einmal jemand über den Weg läuft, der Ihnen vorjammert, dass     die einen Experten die Lage so und die anderen Experten völlig anders beurteilen, dann wissen Sie nun, was zu sagen ist. Teilen Sie ihm mit, dass man mit ein klein wenig Interesse und Aufwand sehr wohl die Spreu vom Weizen trennen kann.

In meinem erweiterten Artikel habe ich einmal folgende Experten beispielhaft unter die Lupe genommen:
  • Walter Eichelburg
  • Prof. Wilhelm Hankel
  • Gerald Celente
  • Josef Tenhagen
  • Prof. Norbert Walter
  • Dr. Wolfgang Schäuble
Artikel - Experten

Mittwoch, 27. Juni 2012

Das europäische Dorf - oder die Geschichte von Frank und Luigi

Am Donnerstag und Freitag gibt es ja den europäischen Gipfel, in dessen Vorfeld die Wogen ziemlich hochgehen. Insbesondere aus südlichen Gefilden aber auch von anderen Herrschaften wie Obama, Soros, etc. wird aktuell ja so getan, als wenn die Eurobonds der Weisheit letzter Schluss wären. Eigentlich muss der Spielverderber Deutschland nur noch über seinen Schatten springen und dann ist die Welt wieder in Ordnung.

Ich habe mir einmal überlegt, wie man die aktuelle Situation Europas sinnbildlich so darstellen kann, dass der Irrsinn der aktuellen Vorschläge insbesondere aus dem Süden Europas deutlich hervortritt.
Stellen wir uns einmal vor, wir befinden uns in einer kleinen Stadt "Oberkrötenbach", die in schöner Landschaft liegt und gerne von Besuchern für eine Übernachtung aufgesucht wird. Deshalb haben sich dort auch ein paar Hotels angesiedelt, von denen wir nun einmal zwei näher betrachten möchten.

Da ist zunächst das "Hotel Frank", der Hotelbesitzer Frank lebt für sein Hotel und hat sich jahrelang keinen Urlaub mehr gegönnt. Er steckte seine gesamten Ersparnisse in sein Haus und jeder Gewinn wird sofort wieder in die Verschönerung des Hauses investiert. Die Gäste fühlen sich sehr wohl und durch die hochwertige Ausstattung des Hauses zieht er sehr wohlhabende Gäste an und ist häufig ausgebucht.

Frank hat immer eine gute Kapitalreserve in der Hinterhand, wenn kurzfistig kostspielige Reparaturen anfallen.

Dann gibt es noch das "Hotel Luigi". Besitzer Luigi ist ein sehr geselliger Typ und das kommt bei seinen Gästen gut an. Luigi geniesst das Leben und fährt gerne in den Urlaub in unterschiedlichste Länder. Auch sitzt er viel lieber mit seinen Gästen auf der Veranda, gibt gerne einen aus und erfreut alle mit seinen Anekdoten, als dass er sich viel um den Zustand seines Hotels kümmert. Trotzdem ist auch sein Haus gut besucht, denn er nimmt kleine Preise und das kommt bei Trampern und anderen nicht so zahlungskräftigen Kunden gut an. Die stört es dann auch nicht, wenn einmal der Wasserhahn klemmt oder der Anstrich des Hauses zu wünschen übrig lässt.
Luigi ist natürlich chronisch klamm mit dem Geld, aber irgendwie kommt er so durch. Ab und zu senkt er noch einmal den Preis oder macht spezielle Sonderangebote, wenn das Haus nicht genügend Gäste hat.

Frank und Luigi sind gute Freunde, da auch durch die sehr unterschiedlichen Gäste in den beiden Hotels keine Konkurrenzsituation vorherrscht. Frank hilft Luigi auch immer wieder einmal mit kleinen unbürokratischen Überbrückungskrediten aus, wenn dieser eine ganz dringende Reparatur durchführen muss. Auf diese Weise haben beide ihr Auskommen und die Welt in Oberkrötenbach war lange Zeit in Ordnung.

Dann wurde aber der neue Bürgermeister Manuel B. gewählt und dieser hatte eine Reihe ganz toller neuer Ideen, um das Hotelgeschäft in seinem Städtchen voranzubringen.

Als erstes richtete er ein Fremdenverkehrsbüro ein, in dem die Hotels zentral gebucht werden konnten. Die Bedingung für die Teilnahme eines Hotels daran war, dass die Buchungen dann nur noch ausschließlich über das Fremdenverkehrsbüro durchgeführt werden durften. Außerdem gab es dort einen Einheitspreis, dem sich alle Hotels unterwerfen mussten. Das Büro versprach umfangreiche überregionale Werbemaßnahmen, so dass sowohl Frank als auch Luigi die Bedingungen akzeptierten und den Vertrag unterschrieben.

Der Bürgermeister hatte auch noch eine weitere Neuerung für die teilnehmenden Hotels, nämlich einen Notfall- und Renovierungsfonds. Alle Hotels bürgten gleichermaßen für die Gelder dieses Fonds und es wurde eine schöne Startsumme von der Stadt für diesen Fonds zur Verfügung gestellt. Die Idee dahinter war es, dass Hotels, die in finanzielle Probleme kommen, sich dort unbürokratisch Gelder besorgen können, so dass sie nicht pleite gehen oder auch dringende Renovierungen finanzieren können. Bürgermeister Manuel B. dachte, dass sich die Entnahmen zwischen den einzelnen Hotels ausgleichen würden, da mal der eine mal der andere in Verlegenheit kommen würde. Natürlich würde das Geld dann auch sofort zurückgezahlt, sobald es dem entsprechenden Hotel wieder besser geht. Deshalb verzichtete er auch auf eine regelmäßige Überprüfung der Salden der einzelnen Hotels.

Am Anfang lief dieses Konzept hervorragend und alle waren begeistert. Luigi entnahm gleich eine größere Summe aus dem Fonds und liess erst einmal sein Haus anstreichen. Dadurch kamen nun auch besser zahlende Gäste in sein Haus, die Tramper und Studenten kamen natürlich nicht mehr, denn er musste ja die von Fremdenverkehrsbüro vorgegebenen hohen Preise nehmen. Er kaufte sich auch noch gleich zwei gut ausgestattete Kleinbusse und machte dann erst einmal ausgiebig Urlaub. Ab und zu lieh er sich zusätzlich auch noch Geld von seinem Freund Frank, wenn er ein besonders schönes Fest für seine Gäste ausrichten wollte.

Ein paar Jahre ging das auch gut, allerdings bröckelte die Farbe dann auch schon wieder bei Luigis Hotel ab und seine neuen Gäste waren von seiner lockeren Art nicht so begeistert, noch viel weniger von den wieder tropfenden Wasserhähnen und den kaputten Lampen. Also stand das Hotel Luigi nun immer öfter leer. Früher hätte Luigi in einer Studentenzeitung dann eine Anzeige mit Sonderangeboten veröffentlicht, den Preis ein wenig gesenkt und somit sein Haus wieder gefüllt. Das konnte er aber nun nicht mehr wegen des Vertrags mit dem Fremdenvekehrsbüro. Also nahm er immer wieder den Fonds in Anspruch, um überhaupt noch den Strom bezahlen und etwas essen zu können. Sein Bankkonto war auch massiv überzogen und keine Bank wollte ihm noch einen Kredit geben.

Frank hingegen ging es nach wie vor sehr gut. Er hatte sein Haus voll, aber er hatte auch nach wie vor sein Geld nur in wichtige Reparaturen und Investitionen in sein Haus gesteckt. Die Banken rissen sich um ihn als Kunden und er hatte praktisch unbegrenzt Kredit. Frank mochte Luigi sehr, aber nun war seine Geduld langsam am Ende, denn auf alle seine Ratschläge wollte Luigi nicht hören. Es gab ja praktisch unbegrenztes Geld aus dem Fonds und da waren so viele Dinge, die Luigi unbedingt kaufen musste. Leider waren die wenigsten dazu geeignet, sein Hotel für gut betuchte Gäste interessanter zu machen. Das war aber auch nie die Klientel von Luigi gewesen. Er kannte sich eben gut mit den Bedürfnissen von Trampern und Studenten aus. Also stand Luigi nun vor dem aus...

Bürgermeister Manuel B. hatte sich nach vielen Jahren nun einmal einen Wirtschaftsprüfer ins Haus geholt, der den Zustand des Fonds überprüfen sollte. Als das Ergebnis kam, fiel er aus allen Wolken, denn da war überhaupt nichts ausgeglichen, wie er damals angenommen hatte. Luigi und eine paar andere Hotels hatten über 7 Millionen Euro entnommen und praktisch nichts zurückgezahlt. Das Hotel Frank und ein paar andere Hotels hätten Anspruch auf dieselbe Summe gehabt. Die Stadt musste nun zusehen, woher sie das Geld zurück bekommt, ansonsten wäre sie selbst pleite. Der Bürgermeister beschloss, dieses Thema erst einmal so weit wie möglich unter den Teppich zu kehren.

Der Bürgermeister war mit den Nerven am Ende und dachte jetzt nur noch von einem Tag zum nächsten. Nach Rücksprache mit der Bank rief er die Hotelbesitzer zusammen und schlug vor, dass die Konten von Frank und Luigi zusammengelegt werden sollten. Dann würde Luigi wieder Kredit erhalten und könnte zunächst ein paar Wochen weitermachen.

Die Begeisterung von Frank für diesen Vorschlag können Sie sicher nachvollziehen... ;-)

Von aussen würden Sie nun natürlich sofort auf die naheliegende Lösung kommen. Luigi muss aus dem unseligen Vertrag mit dem Fremdenverkehrsbüro heraus, um seine alte Kundschaft mit entsprechenden Preisen wieder in sein Hotel zu bekommen. Natürlich braucht er jetzt noch einmal eine Überbrückung, ein Jahr vorher wäre diese noch nicht notwendig gewesen. Man fragt sich natürlich, warum er nicht schon lange diesen Vertrag gekündigt hatte. Begründung: das billige Geld aus dem Fonds hatte halt gelockt.
Frank würde seinem Freund ja gerne noch weiter helfen, aber bei einem gemeinsamen Konto bekäme auch er dann sehr bald keinen Kredit mehr; ab und zu braucht er aber auch bei Investitionen einen solchen zur Zwischenfinanzierung. Zunächst würde die Bank natürlich erst einmal seine mühsam erarbeiteten Ersparnisse und Rücklagen abschöpfen.


Die Parallelen zur Situation in Europa sind Ihnen sicher sofort aufgefallen. Luigi steht für die südlichen Länder, Frank für die nördlichen. Ich möchte an dieser Stelle betonen, dass es viele griechische, italienische, spanische Landsmänner gibt, die wie Frank agieren und haushalten. Genauso finden wir durchaus Deutsche, die sich wie Luigi verhalten. Es soll also kein Beispiel für das Verhalten einzelner Menschen sein, sehr wohl aber für das Verhalten der kompletten Staaten.

Der Euro wirkt wie das Fremdenverkehrsbüro, es verhindert, dass die Preise verringert werden können und dass die Südländer wieder wettbewerbsfähig werden in denjenigen Bereichen, in denen die südlichen Länder stark sind. Der Fonds steht für die Möglichkeit, an billiges Geld zu kommen durch die EZB, EFSF und auch das Target-2 System. Das Target-2 System war ursprünglich auch als ein durchaus praktisches Instrument gedacht, finanztechnische Vorgänge zwischen den einzelnen Eurostaaten zu vereinfachen. Leider wurde es nie wirklich kontrolliert und jetzt haben wir ein unglaubliches Ungleichgewicht von über 700 Milliarden Euro. Aktuell sind das noch nicht realisierte Forderungen, aber wie sollen diese jemals wieder ausgeglichen werden ?

Was nun aktuell die südlichen Länder und andere mit Eurobonds, etc. vorschlagen ist nichts anderes, als das gemeinsame Konto von Luigi und Frank.

Im Fall von Frank und Luigi ist es völlig offensichtlich, dass diese "Lösung" bestenfalls nur kurz funktionieren wird und dann beide Hotels am Ende sind. Wenn das Hotel von Frank die zehnfache Größe von Luigis hätte, könnte es sogar relativ lange auf Kosten von Frank funktionieren. Im Fall von Europa hiesse das, Griechenland könnte man so eine relativ lange Zeit mitschleppen, aber schon bei Spanien ist das völlig ausgeschlossen. Die Märkte sehen das mittlerweile ebenfalls so und Deutschland beginnt gerade dadurch auch mit in den Sog gerissen zu werden.
Außerdem wären zunächst die Ersparnisse von Frank weg, genauso wird es den Sparguthaben der Deutschen ergehen. Luigi muss aus dem Vertrag raus und (u.a.) Griechenland aus dem Euro, das ist eigentlich so offensichtlich. Nur je länger man damit wartet, desto mehr verfällt das Hotel und desto teurer wird es hinterher.
Natürlich könnte das Fremdenverkehrsbüro auch die Preise entsprechend senken, dann müsste aber Frank aus dem Vertrag austreten, wenn er überleben will. Zu seinem Standard passen die niedrigen Preise nicht und würden seine Kosten nicht decken. So gilt das auch für Deutschland.
Im realen Leben ist es völlig einsichtig, dass ein Hotel mit einem Stern nicht denselben Preis nehmen kann, wie ein Drei-Sterne-Hotel. Bei Euro meint man aber, das würde funktionieren.

Ich bin einmal gespannt, was am kommenden Freitag geschehen wird. Wenn Angela Merkel nicht einknickt und tatsächlich das Bild eines zerstrittenen Haufens nach dem Gipfel bei den Märkten ankommt, wird es für den Euro ab nächste Woche einmal mehr wieder sehr eng. Wenn unsere Kanzlerin einknickt, bekommen wir noch ein paar Wochen Gnadenfrist (auf Kosten unserer Zukunft)...

Zum ESM ist nun gespanntes Warten angesagt, was das Bundesverfassunggericht entscheiden wird. In unseren "stets kritischen" Massenmedien wurde in den letzten Wochen gerne immer nur über "den Fiskalpakt" gesprochen, der ESM fiel bei entsprechenden Meldungen häufig hinten runter. Jetzt ist dieser wenigstens einigermaßen in die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit gerückt. Mittlerweile hat auch unser Herr Schäuble eingesehen, dass man diese Ermächtigung nicht ganz heimlich still und leise durchbringen kann. Ich hoffe sehr, dass der deutsche Rechtsstaat noch im Bereich des Bundesverfassungsgerichts funktioniert, aber ich befürchte dass man die Richter wieder vor die Alternative stellen wird: "Entweder ihr stimmt zu oder ihr seid schuld, wenn der Euro, Europa und das Weltfinanzsystem crasht". Die Volksabstimmungsphantasien, die Herr Schäuble gerade äussert, halte ich für Nebelkerzen. Dafür reicht die Zeit nicht mehr und wirklich wollen dürften das diese Herrschaften nicht, denn dann gäbe es ja auch die Möglichkeit des "Nein".

Griechenland ist mittlerweile Realsatire, wenn es für viele Menschen dort nicht so ernst wäre, könnte man sich köstlich amüsieren über eine Regierung, die schon Risse bekommt, bevor sie überhaupt vereidigt ist. Ich hatte ja prognostiziert, dass diese Regierung nicht lange halten wird. Nun werden auf einmal alle krank, damit sie nicht auf den Gipfel müssen...
Liebe Griechen, wenn ihr noch lange damit wartet, aus dem Vertrag (Euro) auszusteigen, wird euer Hotel einstürzen !

Nach so viel Ernstem schlage ich vor, schauen Sie sich einmal mein Video über die Weisheit der Tiere an, schmunzeln Sie ein wenig und denken Sie darüber nach...

Montag, 7. Mai 2012

Der 6. Mai 2012 und die Folgen



So, nun ist dieses Datum auch vorüber und es gibt die erwarteten Änderungen in Frankreich und Griechenland. Es ist nun nicht mehr "fünf vor zwölf", die Uhr ist weiter gelaufen.

Nicht zuletzt hat auch die schwarz-gelbe Koalition in Schleswig-Holstein einen ordentlichen Dämpfer bekommen, auch wenn man dort bemüht ist, sich über einen vermeintlichen Erfolg zu freuen. Mit letzterem möchte ich einmal beginnen. Diese Politiker verlieren immer mehr den Bezug zur Realität und auch zu ihren Wählern. Die "siegreiche" CDU in Schleswig-Holstein hat gerade einmal 30% der Wählerstimmen erhalten. Die Wahlbeteiligung betrug nur 60 %, d.h. nur ca. 18% der Menschen in Schleswig-Holstein hat tatsächlich die CDU gewählt. Und die nennen sich dann noch "Volkspartei"; das ganze gilt natürlich genauso für die SPD.
Wenn ich die Nichtwähler, die Wähler der Piraten und der sonstigen Parteien zusammenzähle, komme ich auf ca. die Hälfte der gesamten Bevölkerung, die offensichtlich mit den etablierten Parteien nicht mehr viel am Hut hat.
Anstelle sich einmal zu überlegen, woran das liegen könnte, wird einfach immer so weiter getan, als wäre die Welt in Ordnung. Was diesen Herrschaften demnächst blühen wird, wenn auch hier die "heile Welt" zusammenbricht, können sie sich schon einmal in Griechenland anschauen... Leider sind diejenigen Parteien, die dann häufig als Gewinner aus einer solchen Situation herausgehen, nicht unbedingt die bessere Lösung. Das kennen wir ja auch aus unserer deutschen Vergangenheit. Das krampfhafte Festhalten am Euro und der EU in ihrer immer deutlich zu bemerkenden diktatorischen Ausprägung wird große Teile von Europa entweder in die Hand von Maulhelden und Extremisten führen, oder wir erhalten tatsächlich die EUdssr. Letzteres wird man uns dann, wenn das Chaos groß genug geworden ist, als "alternativlose" Lösung präsentieren. Der ESM ist ja bereits ein bedeutsamer Schritt dahin.

Das Ergebnis der Wahl in Frankreich wird meiner Meinung nach keine so großen Änderungen mit sich bringen. Hollande wird relativ schnell "eingenordet" werden und dann linientreu in der EU agieren. Es ist aber davon auszugehen, dass dieses den Franzosen überhaupt nicht gefallen wird. Ob diese dann noch einmal bis zur nächsten Wahl warten werden, um endlich Änderungen herbeizuführen, möchte ich an dieser Stelle einmal bezweifeln. Eventuell wird es Hollande noch schaffen, bis zu Parlamentswahl den Schein zu wahren.

Das wichtigste Ereignis war aus meiner Sicht die Wahl in Griechenland, denn hier geht nun offensichtlich die Zeit zu Ende, in der man auf dem Rücken der Bevölkerung den Euro und das System noch retten konnte. Deshalb gab es ja aus Richtung der EU massive Bedenken gegen diese Wahl und am liebsten hätte man sie verboten...

Die Märkte haben heute relativ verhalten reagiert, aber ich hatte auch nicht erwartet, dass heute alles zusammenbrechen würde. Die Wahlergebnisse kamen ja quasi mit Voransage, so dass man sich entsprechend darauf vorbereiten konnte. Ein weiterer Nagel am Sarg des Euro wurde aber gerade eingeschlagen und viele fehlen nicht mehr. Griechenland wird mit hoher Wahrscheinlichkeit demnächst den Euro verlassen bzw. wird herausgeworfen. Damit ist dann aber der berühmte Präzedenzfall da und Portugal wird nicht mehr allzulange auf sich warten lassen.

Bisher in den Medien erneut ziemlich heruntergespielt, wird Spanien aber nun das Hauptproblem werden, das leider auch nicht mehr Deutschland glaubhaft mit Geld zuwerfen kann.
Der 6. Mai 2012 war meiner Ansicht nach ein Datum, das später einmal als Zäsur in die Geschichte eingehen wird. DIe Krise ist nun wieder voll da und wird dieses Mal immer heftiger werden. Die Methode "Schulden mit noch mehr Schulden bekämpfen" geht ihrem Ende entgegen. Normalerweise müßten die Zahlerstaaten jetzt aus dem Euro aussteigen. In den Niederlanden bahnt sich eine solche Entwicklung ja gerade an, aber in Deutschland schläft der Michel immer noch - Urlaub, Auto und die Fußball-EM sind wichtiger.
Der Spruch ist schon so alt und leider wird er gerade so offensichtlich täglich immer aktueller:

"Wer in der Demokratie schläft, wird in der Diktatur aufwachen !".

Bis der ESM unter Dach und Fach ist, wird man hier in Deutschland wahrscheinlich noch weiterschlafen können. Danach wird voraussichtlich die Krise auch in den Medien wieder erscheinen, denn man muss dem Deutschen dann ja erklären, warum er noch mehr zahlen muss und den eigenen Gürtel bitte enger zu schnallen hat.

Freitag, 17. Februar 2012

Die unendliche Geschichte - Griechenland und kein Ende ?


 
Sie kennen sicher alle die unendliche Geschichte von Michael Ende. Der menschliche Held Bastian, ein kleiner Junge der sich selbst wenig zutraut, beginnt ein magisches Buch zu lesen. Der Inhalt spielt in einer parallelen Welt „Phantasien“, in der die kindliche Kaiserin erkrankt ist und die Welt durch „das Nichts“ immer mehr vernichtet wird. Bastian liest von dem jungen Kämpfer Atréju, der versucht, das Unheil aufzuhalten. Er trifft im Laufe der Geschichte auf allerlei interessante Figuren, die ihm helfen wollen. Da ist der Glücksdrache Fuchur, der Steinbeisser, der Winzling Ückück auf seiner Rennschnecke und viele andere Gestalten. Am Ende erkennt Bastian, dass er selbst Teil der Geschichte ist und auch nur er Phantasien retten kann. Er muss der kindlichen Kaiserin einen Namen geben. Natürlich schafft er es am Ende...

Wenn ich die aktuellen Meldungen über Griechenland lese, komme ich unweigerlich auch zu dem Begriff „unendliche Geschichte“. Man könnte sich das ja auch gut vorstellen. Das „Nichts“ in Form der Finanzmärkte zerstört immer mehr das „Phantasien“ unser Politiker. Die kindliche Kaiserin „Angela“ (in unserer Welt hat sie schon einen Namen) weiss, dass sie herrschen muss, ihr Reich und sie aber schon sehr krank sind. Natürlich hat sie ihren treuen Krieger Atrékozy, der mit ihr alles versucht, das Unheil aufzuhalten. Er trifft auf Papa Steinbeisserdemos, der aber nur noch traurig feststellt, dass immer mehr von seiner Welt verschwindet.
Die weise alte Schildkröte „Morlagarde“ kann auch nur immer sagen, dass man mehr Geld bereitstellen muss. Der Winzling Junckück reist auf seiner Rennschnecke durch die Lande und versucht, alle bei Laune zu halten. Leider gibt es in unserem Fall keinen „Bastian“ aus einer parallelen Welt, der das „Phantasien“ unserer Politiker retten kann. Manch einer hatte vielleicht gedacht, dass es „Bastian“ Bernanke sein könnte. Dieser träumt zwar davon, dass er in einer parallelen Welt lebt, er gehört aber leider zu Phantasien dazu. Deshalb wird in unserer Geschichte Phantasien auch von dem „Nichts“ der Finanzmärkte zerstört werden, wenn nicht wirklich noch jemand aus einer anderen parallelen Welt eingreift (eher sehr unwahrscheinlich...).

Sorry, no Happy End, Folks !

Schon am Montag bei dem Treffen der Finanzminister wir es mehr als spannend. Die Zeit läuft ganz offensichtlich endgültig ab. Die nächste Phase der Krise kommt nun sehr bald, die "unendliche Geschichte" der Griechenlandkrise findet in den nächsten Wochen ihr Ende. Selbst wenn die aktuellen Parteiführer der "großen" griechischen Parteien noch alles unterschreiben, was man von ihnen möchte; spätestens nach der Wahl im April werden diese Parteien zu Randgruppen geschrumpft sein. Jede neue Regierung wird das nicht mehr mitmachen können, wenn sie überleben möchte - und ich meine das im ganz wörtlichen Sinne.

Zu der oben geschriebenen Satire gibt es noch ausführlichere Einschätzungen der aktuellen Lage in dem zugehörigen Report.


Dienstag, 20. September 2011

Wie geht es weiter ?



Bei der Konferenz der Finanzminister letzte Woche Freitag kam Variante 1 heraus. Im Endeffekt wird gar nichts getan. Wie ich bereits geschrieben hatte, wird das aber auch nicht ohne Folgen bleiben. Aktuell scheint es so auszusehen, dass wir demnächst eine Insolvenz Griechenlands erleben werden. DIe kurzfristige Absage der USA-Reise von Ministerpräsident Papandreou zeigt auch, dass hier gerade etwas anbrennt. In den Medien wird immer so von einigen Politikern so getan, als würde man die Insolvenz von Griechenland herbeireden. Am Ende des Tages ist Griechenland aber schon lange insolvent und was man aktuell macht, ist nichts anderes als Insolvenzverschleppung. Diese ist aus gutem Grund bei Firmen strafbar, denn es wird unnötigerweise mehr und zusätzliches Geld der Gläubiger verbrannt. Schauen wir uns doch einfach einmal die Zahlen an:

- Griechenland: BIP 2010: 321 Mrd. Euro (für 2011 geschätzt: 223 Mrd.Euro)
- Aktuelle Schuldenlast: 350 Mrd. Euro
- Neuverschuldung in 2010 (aktuell 15 Mrd. Euro, am Ende geschätzt 30 Mrd. Euro)
- Abgabenquote aus dem BIP: ca. 30% (Steuern, Sozialleistungen)

Nun streichen wir einmal die Milliarden und rechnen das auf einen fiktiven Menschen um:

- Herr Meier verdient pro Jahr brutto ca. 32.000 Euro im Jahr
- Schulden: 35.000 Euro
- Abzüglich Steuer, Sozialversicherung, Miete, Strom, etc. bleiben ihm 30% = 9600,- Euro.
- Er benötigt für Essen, Konsum und die Zinszahlungen pro Jahr aber 12.600 Euro.
- Das Geld reicht für seine wichtigsten Bedürfnisse nicht, deshalb braucht er erneut 3.000 Euro Kredit in diesem Jahr.

Im nächsten Jahr benötigt er wegen der zusätzlichen Zinsen von ca. 10% dann 12.900,- Euro.
Also wird er dann 3300,- Euro anstelle von 3000,- Euro neuen Kredit benötigen. Da keine Bank ihm diesen geben wird, muss er zu einem Kredithai gehen, der aber 40% Zinsen dafür verlangt.

Würden Sie Herrn Meier noch Geld leihen ?
Nein !
Sie würden ihm eher dringend empfehlen, die Schuldnerberatung aufzusuchen. An die Tilgung der Kredite ist überhaupt nicht zu denken, allein um die Zinsen für die existierenden Schulden zu bezahlen, muss er neuen Kredit aufnehmen. Deshalb würde er bei einer Bank auch keinen Kredit mehr bekommen. Die Bank würde zu Recht keine Möglichkeit sehen, wie Herr Meier das aktuell jemals zurückzahlen könnte und müsste von einem Verlust des geliehenen Geldes ausgehen.

Wenn wir den Vergleich mit Griechenland nehmen, hätte Herr Meier in diesem Jahr sogar nur noch den Verdienst von 22.300,- Euro (es blieben ihm 6600,- Euro), er müsste also eigentlich noch einmal Eur 3.000,- weiteren Kredit bekommen, um zu überleben.

Ganz ähnlich sieht es mit Griechenland aus. Hier erzeugt das "Sparen" einen zusätzlichen Rückgang der Staatseinnahmen. Nun haben Staaten den Vorteil, dass eine Tilgung der Schulden gar nicht mehr vorgesehen wird. Man rollt die Altschulden einfach über. Allerdings muss sich noch jemand finden, der diese Kredite auch wieder neu vergibt. Zusätzlich werden die Zinsen dafür exorbitant hoch - Griechenland bekommt nur noch Geld zu "Kredithai-Konditionen" auf dem freien Markt. Genau wie bei Herrn Meier kann man natürlich durch die Gabe von Geld die unvermeidliche Insolvenz verzögern. Es wird aber kein einziges Problem gelöst, es wird mit der Zeit nur immer schlimmer.
Griechenland kann aber nicht wie von der Troika gefordert einfach einmal 100.000 Beamte oder mehr von heute auf morgen entlassen. Langfristig nuss das sicher passieren, aber da stehen nun einmal Menschen dahinter, die ja auch überleben müssen. Genau wie bei Herrn Meier hätte man noch viel retten können, wenn man viel früher damit angefangen hätte. Nun kann aber nur noch ein Erlass der Schulden (zumindest zum großen Teil) gepaart mit einer Art Marshall-Plan oder auch einer Währung, die Griechenland wieder konkurrenzfähig macht, einen Neuanfang ermöglichen.
Der einzige Grund, warum das noch nicht passiert, ist, ist die Tatsache, dass dann eine Reihe von Banken massive Probleme bekommen würden.
Griechenland ist schon lange insolvent und es hilft weder Griechenland selbst noch den "Rettern", davor die Augen zu verschliessen. Deswegen sind die Diskussionen darüber müßig. Die Zahlen sprechen eine ganz deutliche Sprache. Jeder der erzählt, dass es schon irgendwie gehen wird, wenn man die Dinge nur nicht so negativ sehen würde, soll es einfach einmal vorrechnen.
Am Rande sei noch erwähnt, dass fast alle Staaten in der gleichen Falle stecken, wie auch Griechenland. Diese Falle ist systembedingt. Im Euro-Verbund ist es nur nicht so leicht zu verschleiern, da die Zentralbank kein homogenes Gebilde ist, die durch Gelddrucken einfach einen "Sichtschutz" davorschiebt. Die Diskussionen darüber werden öffentlich. Die USA und England machen das schon lange so - aber auch das ist keine Lösung. Irgendwann (schon sehr bald) ist dadurch das Vertrauen in die entsprechende Währung verloren und sie ist dann nur noch das Papier wert, auf dem sie gedruckt wurde.

Die Verschiebung der Entscheidung, ob Griechenland die nächste Tranche an Geld erhält, auf genau einen Tag vor dessen Zahlungsunfähigkeit (15. Oktober) spricht auch Bände. Es ist zu erwarten, dass bis dahin Griechenland nicht mehr durchhalten kann. Die Menschen dort gehen bereits "auf dem Zahlfleisch" und ähnlich wie man Herrn Meier nicht sagen kann: "Dann isst Du das nächste Jahr halt nichts und frieren musst Du auch", ist es völlig ausgeschlossen, dem griechischen Volk noch mehr Dinge abzupressen, als schon getan wurde.
An die richtig reichen Personen geht man dort, wie überall auch natürlich nicht heran. Die hatten am meisten von Euro und billigem Geld profitiert und haben ihre Schäfchen nun aber bereits im Trockenen.

Seit gestern tritt Griechenland aber ein wenig aus dem Rampenlicht, denn erstens wurde Italien im Rating heruntergestuft. Diese Dinge passieren immer irgendwie im ungünstisten Zeitpunkt für Europa (definitiv kein Zufall...). Zweitens: ganz kritisch ist aber die Tatsache, dass im großen Stil Geld aus den französischen Banken abgezogen wird. Erst Hedgefonds aus USA, dann asiatische Investoren, nun auch noch China und sogar Siemens. Das ist brandgefährlich und kann die Banken und dann auch das System innerhalb von Stunden umhauen, wenn es nicht gestoppt werden kann. Schon ab nächster Woche könnte es dann auch für den Euro ganz eng werden, spätestens dann aber im Laufe des Oktobers.

Von daher: die Zeit läuft so oder so ab, Politiker werden gezwungen werden, nun Entscheidungen zu treffen. Die guten Optionen gibt es schon lange nicht mehr, es gibt nur mehr schlechte und ganz schlechte... Irgendjemand wird nun viel verlieren, raten Sie mal, wer das wohl sein wird ?

Mittwoch, 14. September 2011

Die letzten Minuten der Verlängerung im Euro-Spiel

Eine Zeitschrift hat die gerade die aktuellen Vorgänge in Europa als "Das Endspiel" bezeichnet. Ich gehe davon aus, dass wir nun unmittelbar vor dem Abpfiff des Spiels stehen, die neunzigste Minute ist schon überschritten. Eventuell gibt es noch eine kurze Nachspielzeit (siehe unten), aber dann ist definitiv Schluss.

Diese Woche hat es in sich. Um im Vergleich mit einem Sturm aus dem letzten Beitrag zu bleiben: der erste Wolkenbruch steht nun unmittelbar bevor.
Die Äußerungen einer Reihe deutscher Politiker am Wochenende, dass eine Insolvenz Griechenlands oder auch dessen Euro-Austritt eine denkbare Option sein muss, kommt mit Sicherheit nicht zufällig. Es wird nun versucht "den eigenen Hintern zu retten" und eventuell auch von etwas abzulenken. Außerdem zeigen Aktionen von Merkel, Sarkozy etc. wie kurzfristig anberaumte Notfallkonferenzen, die dann wieder abgesagt werden, nur um zwei Tage später einen entsprechenden Telefon-Call zu machen, dass die Politik nun in den Panik-Modus übergeht. Der überraschende Rücktritt des Chef-Volkswirts der EZB Herrn Stark am Freitag zeigt, dass ein Bruch durch die EZB geht.
Die französischen Großbanken erhalten wohl keine Dollars mehr, die sie aber dringend benötigen, um ihre Verpflichtungen zu erfüllen und sie wurden zudem aktuell auch noch von Moodys herabgestuft (BNP Paribas noch nicht, es wird aber damit gedroht). Das Muster haben wir genauso bei Lehman 2008 gesehen - drei Tage später kam die Insolvenz.... Am Freitag (16.9.) gibt es nun die Konferenz der europäischen Finanzminister, zu der sich auch der amerikanische Finanzminister Geithner eingeladen hat, sowie alles was bei EU und Zentralbanken Rang und Namen hat dabei sein wird. Das ist definitiv keine normale Konferenz mehr... Diese Dinge zeigen deutlich, dass die Krise nun mit aller Macht zurückgekehrt ist. Aussitzen, mit staatlichem Geld (noch mehr Schulden) bewerfen und Schönreden (wie 2008) funktioniert nun nicht mehr, da die Staaten selbst am Abgrund stehen. Einzig die Zentralbanken halten das Gebilde noch aufrecht. Von daher werden nun neue Aktionen erfolgen müssen, wenn man verhindern will, dass alles unkontrolliert zusammenbricht.

Hierzu passt es gut, dass aus Insiderkreisen seit Anfang der Woche Informationen durchsickern, dass es am Wochenende eine Währungsreform, insbesondere auch in Deutschland geben könnte. Es gibt meiner Meinung nach eine gute Chance dafür, eventuell dauert es aber auch eine oder ein paar Wochen länger. Da die Politik in einen rein reaktiven Modus gefallen ist, wissen das unter Umständen die Verantwortlichen heute selbst noch nicht genau... Die Wahrscheinlichkeit scheint aber bei den aktuellen Entwicklungen stündlich zu steigen. Dazu passt ein Bericht aus England (der natürlich eine Fake sein könnte, grundsätzlich aber sehr glaubwürdig klingt), dass man aktuell bei den Banken keine britischen Pfund mehr über eine europäische EC-Karte bekommt und selbst in Geschäften die Personalien aufgenommen werden, wenn man nur etwas größere Beträge in Euro nutzen möchte. Das deutet stark darauf hin, dass man in England damit rechnet, dass der Euro demnächst nichts oder sehr viel weniger wert sein wird.
Wenn eine Währungsreform kommt, ist sie dieses Mal weit weniger gut vorbereitet, weshalb davon ausgegangen werden muss, dass die Zeit des Chaos, bis alles wieder läuft, länger sein wird, als bei einer gut vorgeplanten Aktion. Deshalb sollten Sie unbedingt genügend Bargeld im Haus, einen vollen Tank und einen gut gefüllten Kühlschrank haben und diesen Zustand kontinuierlich die nächsten Wochen aufrecht erhalten, bis es dann passiert ist. Die Banken werden mit Sicherheit eine zeitlang schliessen, Tankstellen und Supermärkte eventuell auch. Zumindest wird man dort dann aber nur mit Bargeld zahlen können, sofern sie Euro überhaupt noch nehmen...
Dass alle Papierguthaben ab einer bestimmten Höhe verloren sein werden, habe ich schon mehrfach ausführlich dargelegt.

Wenn am Freitag die Konferenz beendet ist, werden wir erfahren, was passieren wird. Hier gibt es eigentlich nur drei Möglichkeiten, was herauskommen kann:

  1. Alles bleibt wie es ist, man hat ein paar Problemchen, diese aber im Griff; die Welt ist schön... (ist sie übrigens in jeder Hinsicht, nur nicht gerade auf den Finanzmärkten).
  2. Es wird das nächste ultimative Rettungsvorhaben verkündet, mit dem dann endgültig alle Probleme gelöst würden (Eurobonds ?).
  3. Es werden erste Konsequenzen gezogen, wie eine Insolvenz Griechenlands und/oder Ausstieg diverser Staaten aus dem Euro.

ad 1.) Bei dieser Aussage zeigt die Politik den Märkten endgültig ihre Handlungsunfähigkeit und Ignoranz: Das dürfte in der/den folgenden Wochen unmittelbar zu unkontrollierten Insolvenzen von Staaten und Banken sowie Auflösungserscheinungen des Euros führen.

ad 2.) Wenn das Paket groß genug ist (es müßte wieder einmal deutlich größer als alles bisherige sein) und ev. auch von der USA und anderen in der Welt gestützt wird, könnte man die Kuh für kurze Zeit wieder vom Eis bekommen. Man würde hier aber nur mehr Wochen gewinnen können und sitzt nach kurzer Zeit wieder am Tisch, weil der Zusammenbruch droht. Das wissen dort mittlerweile auch alle. Schon jetzt steht die Frage im Raum, wie man überhaupt noch einmal erneut eine Glaubwürdigkeit hinbekommen möchte. Wenn diese erst einmal verloren ist, hat man gar keine Möglichkeiten mehr.

ad 3.) Diese Variante tut weh, sie hat heftige Folgen für die Bevölkerungen, die Maßnahmen werden auch nur einen Zeitgewinn bedeuten, nicht die endgültige Lösung. Da müssten ganz andere Dinge getan werden. Der Zeitgewinn dürfte aber deutlich größer ausfallen, als bei Variante 2 und man behält vor allem zunächst die Glaubwürdigkeit. Im Gegenteil, man würde sogar den Eindruck erwecken, endlich das Heft des Handelns wieder zurück zu bekommen. Diejenigen, die nichts dabei verlieren, werden sogar Beifall klatschen...


Wir werden es am Freitag sehen... Egal was gemacht wird, es heißt mittlerweile: Die Pessimisten gehen davon aus, dass der Euro nur noch ein paar Tage überlebt, die Optimisten davon, dass er es noch ein paar Monate schafft....


Ein kleine Randnotiz: ich habe bei einem großen Discounter gestern ein Schild entdeckt, dass Kaffee nur noch in "haushaltsüblichen" Mengen abgegeben wird. Vor ein paar Monaten konnten Sie dort noch unbegrenzt Kaffee kaufen. Das ist nur ein kleines Zeichen dafür, wie sich Dinge immer mehr ändern. Natürlich können Sie jeden Tag dorthin gehen und drei Packungen kaufen oder bei anderen Supermärkten vorbeischauen, die diese Begrenzung noch nicht haben. Wenn Sie aber ein wenig Kaffee bunkern möchten, haben Sie aktuell schon deutlich größere Mühen, als noch vor einem halben Jahr. Da sind Sie in den Laden gegangen und haben einfach drei Paletten zu einem hervorragend günstigen Preis mitgenommen. Es geht aktuell aber noch, irgendwann wird es gar nicht mehr funktionieren. So etwas werden wir mit vielen Dingen erleben, die wir jetzt noch für selbstverständlich halten.

Freitag, 29. Juli 2011

Die Zeit läuft ab !

Ich habe nun schon mehrfach darüber geschrieben, dass es sehr sinnvoll ist, sich auf die kommende Krise vorzubereiten. Es fangen auch immer mehr Menschen an zu begreifen, dass unser aktuelles System seinem Ende entgegen geht. Aus Angst vor den Konsequenzen, die persönlich auf jeden von uns zukommen, versuchen aber viele, die Gedanken daran zu verdrängen. Leider lösen sich derartige Probleme nicht von selbst, wenn man einfach nur nicht hinsieht.
Aus Daten von verschiedenen Informationsquellen möchte ich nun versuchen, einen Abschätzung für einen Zeitplan zu geben. Das geschieht mit aller Vorsicht, denn mir ist bewusst, dass zeitliche Verschiebungen jederzeit vorkommen können. Wenn man sich die Aktionen unserer Politiker in den letzten Wochen anschaut, wird man aber feststellen, dass ihnen nun die Ideen ausgehen. Jede "Lösung" in den letzten Monaten und Jahren war immer nur ein Stückchen Zeitgewinn. Die Zeiträume, über die man sich hinüber gerettet hatte, werden nun immer kleiner, bei immer größeren Einsätzen von unserem Steuergeld. Die "Bankenrettungen" von 2008 haben noch über zwei Jahre gehalten, der Euro-Rettungsschirm vom Mai 2010 genau ein Jahr und die Erweiterung desselben bzw. die erneute Griechenlandrettung wird maximal bis Herbst tragen, wenn überhaupt. Die Herrschaften möchten halt gerne einen ungestörten Urlaub verbringen. Wenn man sich nun etwas in der Welt umschaut, stellt man fest, dass die Mittel und Werkzeuge langsam ausgehen, mit denen man das System noch weiter stabil halten kann.

In Europa kommen nun große Länder wie Italien und Spanien ins Visier, die auch von Deutschland nicht mehr für die Märkte glaubwürdig "gerettet" werden können. Interessant ist auch, dass auch Frankreich augenscheinlich immer mehr den schwachen "PIIGS"-Staaten als den wirtschaftlich starken Zahlernationen zuzurechnen ist.
Auf der anderen Seite des Atlantiks treiben Obama mit seinen Demokraten und die Republikaner ein extrem gefährliches politisches Spiel. Es sind bereits die Fristen für eine Einigung über die Schuldengrenze verstrichen, so dass die USA demnächst zahlungsunfähig sein dürfte. Dann heißt es entweder es werden keine Gehälter, Renten, etc. ausgezahlt oder die Staatsanleihen werden nicht mehr bedient. Ich erwarte, dass man die erste Variante wählen wird, da bei letzterem die USA auf Default-Status herabgesetzt werden müsste.
Dieses würde wohl sofort den Todesstoß des Systems bedeuten. Also wird man wie immer "den kleinen Mann" bluten lassen. Angesichts der mittlerweile doch sehr angespannten Situation dort könnte das aber der Auslöser zu den lang schon vorhergesagten bürgerkriegsähnlichen Zuständen sein. Außerdem wird dadurch der ganzen Welt die eigentliche Schwäche des Dollars klar vor Augen geführt. Ich bin weiterhin der Ansicht, dass die aktuelle Auseinandersetzung in den USA nur eine Polit-Show darstellt, mit der etwas begründet werden soll, was wir dann in näherer Zukunft sehen werden. Auch wenn mit einem faulen Kompromiss nun erneut wieder ein wenig Zeit geschunden werden kann, die Tatsachen sind nicht mehr wirklich zu verbergen. Der Dollar ist genau wie Euro eigentlich schon lange tot und fängt jetzt an zu stinken..

Es gibt den treffenden Vergleich, dass man sich Euro und Dollar wie zwei Menschen vorstellen kann, die vor einem Tiger davon rennen. Es kommt nicht darauf an, schneller als der Tiger, sondern nur schneller als der andere zu sein. Wenn der Tiger den langsameren der beiden gefasst hat, kann der andere fliehen und ist wieder gerettet.
Mittlerweile ist der Tiger in Form der Weltfinanzmärkte bereits sehr nah an die beiden Flüchtenden Euro und Dollar herangekommen. Diejenigen (insbesondere in den USA) die glauben, dass der Schnellere gerettet werden kann übersehen leider, dass die beiden Flüchtenden an einem Seil zusammengebunden sind. Egal ob es nun der Euro oder der Dollar sein wird, der zuerst crasht - schon kurze Zeit später wird es auch den anderen treffen. Danach kommen dann vermeintlich "sichere" Währungen wie der Schweizer Franken dran., denn heute ist jede Währung der Welt nur noch vom Vertrauen in die Werthaltigkeit derselben abhängig und alle Währungen sind miteinander verwoben.
Von daher läuft die Ära der Zeit gewinnenden "Rettungsmaßnahmen" nun definitiv ab. Es ist zu erwarten, dass wir danach eine Reihe von "alternativlosen" neuen Aktionen sehen werden, die uns aber alle nicht mehr unangetastet lassen werden.

Wie sieht nun mein hypothetischer Zeitplan aus ?

August 2011:
Das ist unter Umständen der letzte Monat, in dem man sich noch der Illusion hingeben kann, dass es keine Krise mit Folgen für einen persönlich gibt.

September 2011:
Die Nachrichten werden mehr und mehr über Ereignisse berichten, die mal wieder "keiner vorhersehen konnte"....

Oktober 2011:
Für die Währungen wird es nun sehr eng, eventuell gibt es bereits Währungsreformen, natürlich mit "Haircut". Spätestens jetzt wird man keine Edelmetalle mehr bekommen bzw. nur zu sehr hohen Preisen.

Dezember 2011:
Es wird jeder die Krise direkt und unmittelbar in seinem täglichen Leben spüren; Weihnachten wird dieses Mal von anderen Themen als dem Konsum von Geschenken bestimmt.

2012:
Nein, die Welt wird nicht untergehen !!! (auch wenn dann viele Menschen genau dieses befürchten werden)
Der Abstieg der Wirtschaft und des Systems wird in mehreren Schritten verlaufen. Dazwischen wird es immer wieder mal eine Zeit lang gewisse Stabilität auf einem jeweils niedrigeren Niveau geben, bevor der nächste "Absacker" kommt. Davon wird das Jahr 2012 geprägt sein.

ab 2013:
Eine gewisse Zeit lang wird im wirtschaftlichen Bereich nichts mehr gehen. Dazu werden sich die staatlichen Strukturen auflösen. Das mindeste was wir bekommen werden sind "bürgerkriegsähnliche Zustände", eventuell auch noch schlimmeres. Diese Zeit wird ca. drei bis fünf Jahre andauern.

Danach:
Wirtschaft und politisches System fangen wieder an zu funktionieren. Die Welt wird völlig anders aussehen, als heute. Viele Dinge werden durch die Erfahrungen der Menschen nun besser und sinnvoller geregelt werden. Leider scheint der Mensch immer primär durch Krisen und Schmerz zu lernen.

Wahrscheinlich schon im Laufe von 2012 werden die großen und größeren Städte nicht mehr bewohnbar sein, da Versorgung und Ordnung zusammengebrochen sein wird. Auf dem Land wird man bei entsprechender Vorbereitung die schwierigste Zeit aber ganz gut überstehen können.

Nehmen Sie die Datumsangaben als Anhaltspunkt. Es kann immer zeitliche Verschiebungen geben, allerdings schließe ich mittlerweile aus, dass sich die Entwicklung noch über Jahre aufhalten lässt. Wir reden hier bestenfalls noch über Monate.

Auch wenn das heute insbesondere in Deutschland noch unvorstellbar klingt: in der wirklich kritischen Zeit wird es nicht mehr darum gehen, ob Sie Kurzarbeit machen müssen oder eventuell sogar entlassen werden. Firmen werden großflächig nicht mehr existieren oder zumindest ihr Geschäft eingestellt haben. Auch Beamte werden genauso wie Rentner oder Hartz4-Empfänger gar keine oder nur noch geringste Bezüge erhalten. Die Supermärkte sind zumindest zeitweise leer bzw. geschlossen. Es wird schlicht um das Überleben gehen und auch werden es viele Menschen nicht über diese Zeit schaffen. Es wird zeitweise sich so darstellen, wie in den ersten Jahren nach dem 2. Weltkrieg in Deutschland mit dem Unterschied, dass es damals durch die Besatzungsmächte eine Ordnungsmacht gab, die diesmal zumindest monatelang fehlen wird.

Die sinnvollen Vorbereitungen wurden ja bereits mehrfach beschrieben:

- Gold und Silber zur Werterhaltung des Vermögens und als Basis zu neuen Investitionen, wenn der richtige Zeitpunkt für diese gekommen ist.
- insbesondere Silber als Geldersatz in Zeiten ohne stabile Währung
- Vorräte an Nahrungsmitteln, Wasser, Kleidung, Werkzeugen, etc. für ganz kritische Zeiträume
- Optimalerweise eine Fluchtburg auf dem Land
- Wer zeitweise autark leben kann, hat die besten Chancen
- Ganz wichtig: Bildung von Gemeinschaften mit absolut vertrauenswürdigen Menschen (alleine werden nur wenige Menschen durch diese Zeit kommen).
- Verschwiegenheit gegenüber dem Rest; Unauffälligkeit in vielerlei Hinsicht.

- Überlegen Sie sich, welche Fähigkeiten Sie haben bzw. sich aneignen können, die in einer derartigen Krise für andere nützlich sein könnten.

Die Möglichkeiten zur Vorbereitung werden mit der Zeit abnehmen. Jeweils zu dem Zeitpunkt, ab dem eine größere Anzahl von Menschen die Entwicklung versteht, kann man in diesem Bereich dann nichts mehr tun. Anfangen wird es mit der Verfügbarkeit von Edelmetallen, die es ab einem Tag X kaum oder nicht mehr geben wird. Zu diesem Zeitpunkt wird man seine bald wertlos werdenden Euros oder Nachfolgewährungen aber noch gut in Vorräte, Werkzeuge, etc. eintauschen können. Wenn dann irgendwann die Geschäfte schließen oder geplündert sind, ist das auch vorbei.

Die Politik und die Medien werden zwischenzeitlich mit hoher Wahrscheinlichkeit immer wieder behaupten, dass mit der nun getroffenen Maßnahme X die Kehrtwende geschafft sei. Solange nicht grundlegende neue Lösungen geschaffen werden, wird dieses aber immer nur eine kurze Illusion sein, die relativ schnell dann von den Ereignissen wieder überrollt werden wird.

Ich erwarte nicht, dass auf einen Schlag hin von heute auf morgen nichts mehr gehen wird. Allerdings können weitere Ereignisse wie Kriege, Naturkatastrophen, etc. Entwicklungen sehr beschleunigen.

Die gute Nachricht ist aber definitiv, dass jeglicher Fatalismus (den es dann auch sehr häufig geben wird) unangebracht ist. Ja, wir werden einen Krise erleben, die so wohl auch beispiellos in der jüngeren Geschichte ist, da wir diesen Grad an Globalisierung bisher noch nie hatten. Diese Krise wird deshalb auch weltweit sein, weswegen Auswandern, abgesehen davon, dass dieses zeitlich gar nicht mehr realisierbar sein dürfte, auch nicht wirklich eine Lösung darstellt. Es geht dann nach einer gewissen Zeit aber auch wirklich wieder aufwärts.


Von daher bleiben Sie positiv, aber verdrängen Sie nicht die Tatsachen darüber, was auf uns zukommt und bereiten Sie sich im Rahmen Ihrer Möglichkeiten darauf vor.
Ich habe kein Geld, kein Platz etc. sind nichts als Ausreden. Anstelle z.B. eines neuen Handys kann jeder ein paar Silbermünzen kaufen oder im Aldi Vorräte für ein paar Wochen erwerben. Für jeden Euro, den Sie jetzt für unnötige Dinge ausgeben, werden Sie sich in ein paar Monaten die Haare raufen... "Hätte ich doch nur damals, als es noch ging ..."

http://www.meinesicht.info

Sonntag, 1. Mai 2011

Vorbereitung

Haben Sie sich auf eine mögliche Krise vorbereitet ?

Nein?

Warum nicht ?

Wenn ich mit verschiedenen Menschen darüber rede, bekomme ich die unterschiedlichsten Aussagen. Zunächst gibt es eine (relativ kleine) Gruppe, die Vorbereitungen für einen System-Crash getroffen haben. Dann gibt es eine Reihe von Leuten, die glauben, dass alles bis zum Sankt-Nimmerleinstag so läuft wie bisher und jegliche Krisen eine Sache der Vergangenheit sind.
Der ersten Gruppe muss man nicht mehr helfen, der zweiten Gruppe ist nicht mehr zu helfen.
Relativ viele Menschen spüren aber schon, dass sich die Dinge ändern werden, tun aber trotzdem nichts. Die Gründe dafür sind vielfältig:

  • "Ich habe momentan keine Zeit dafür"
  • "Ich habe keinen Platz"
  • "Gold ist doch schon so teuer"
  • "Wenn dieses oder jenes passiert, hilft mir die Vorbereitung auch nicht"
  • "Du redest schon so lange darüber und bisher ist doch noch gar nichts passiert"
  • "Wenn es passiert, dann werde ich damit umgehen - ich vertraue auf Gott"
  • usw.
Beginnen wir mit der finanziellen Vorbereitung. Ja, es stimmt: Gold und Silber ist gegenüber dem Wert von vor zwei Jahren schon richtig teuer geworden. Gegenüber dem Wert in zwei Jahren ist der heutige Preis allerdings gering. Selbst wenn es einen kurzfristigen Rückschlag im Preis geben sollte (was für Silber von einigen Chartisten prognostiziert wird), stellt sich doch die Frage in welche Alternative man dann gehen soll ?

  1. Bargeld (hier ahnen schon relativ viele Menschen, dass dieses aktuell keine gute Idee mehr ist, die Entwertung durch Inflation ist offensichtlich)
  2. Immobilien (auch die Preise in Deutschland sind überhöht, insbesondere in guten Lagen; eine massive Korrektur wird insbesondere dann kommen, wenn es keine Kredite mehr geben wird)
  3. Aktien (total überhöhte Weltbörsen, die sich völlig von der wirtschaftlichen Entwicklung abgekoppelt haben; Crash nur eine Frage der Zeit)
  4. sonstige Papiere (hängen an den Währungen und werden mit diesen untergehen)
Das ist nur eine unvollständige Liste, aber augenblicklich gibt es keine wirkliche Alternative zu Edelmetallen. Bei allen anderen Anlageformen droht momentan Totalverlust. Mit den richtigen Aktien oder Immobilien und einem sehr langen Atem wird man wohl auch einen Teil seines Vermögens retten können. Allerdings gehören gewisse hellseherische Fähigkeiten dazu, vorher zu wissen, welche Firma überleben wird und welche geographischen Regionen eine Zukunft haben werden. Rohstoffe wie Kupfer u.a. können auch funktionieren, sind für den Kleinanleger aber kompliziert. Gold und Silber hat halt schon seit über 2000 Jahren funktioniert.

Weitere Vorbereitungen sind Einlagerung von Lebensmitteln, Wasser, Medikamenten, Werkzeugen, Heiz-, und Kochalternativen, usw..

Wir sehen aktuell in Japan, dass der Spruch "Lieber ein Jahr zu früh vorbereitet als einen Tag zu spät" sehr viel Wahrheit enthält. Kaufen Sie doch jetzt einmal einen Geigerzähler. Bis zum 10. März dieses Jahres war es kein Problem, jederzeit einen für wenig Geld zu bekommen. Aktuell sind diese ausverkauft oder nur zu horrenden Preisen erhältlich.

In Japan gab es zeitweise weder sauberes Wasser noch Nahrungsmittel in bestimmten Regionen. Diejenigen, welche Vorräte hatten, waren deutlich besser dran. Natürlich half denjenigen das auch nichts mehr, deren Haus von der Tsunami weggespült wurde. Aber alle anderen hatten deutlich weniger Sorgen und Probleme.

Wie Herr Eichelburg auf seiner Seite www.hartgeld.com sehr richtig sagt: "Man muss sich nicht perfekt vorbereiten, ungefähr richtig reicht schon", kann man sich sicher nicht auf alle Eventualitäten die jemals passieren könnten, vorbereiten. Aus diesem Grund aber einfach gar nichts zu tun, ist grob fahrlässig. "Kein Platz", "keine Zeit" sind nur Scheinargumente. Selbst mit sehr geringen finanziellen Mitteln kann man etwas tun.

Denjenigen, die ihr Gottvertrauen vorschieben, möchte ich sagen: "Ja, das kann funktionieren, denn ich bin auch davon überzeugt, dass Gott niemanden im Stich lässt". Allerdings kenne ich nur sehr wenige Menschen, die tatsächlich ruhig und gelassen bleiben würden, wenn ihr gespartes Geld auf einmal komplett weg ist oder sie und ihre Kinder nur einen Tag nichts mehr zu essen haben. Außerdem ist es grob fahrlässig, aktuell Maßnahmen zu unterlassen zu einem Zeitpunkt, an dem man diese noch problemlos durchführen kann. Wenn ich alles aus meiner Sicht momentan mögliche getan habe, dann vertraue ich auf Gott, dass es auch reicht bzw. er mir hilft, wenn es nicht reicht. Es gibt hierzu einen schönen Witz, der viel Wahrheit beinhaltet:

Ein Mann steckt im Sumpf fest und versinkt langsam. Es kommt ein Wanderer vorbei und möchte dem Mann helfen. Letzterer lehnt aber dankend ab und sagt, "Gott wird mich retten". Kurze Zeit später kommt eine Polizeistreife vorbei und beginnt schon einen Ast zu suchen, aber der Mann besteht darauf, dass er keine Hilfe braucht, da Gott ihn rettet. 15 Minuten danach erscheint ein Trupp Pioniere von der Bundeswehr und möchte natürlich sofort tätig werden. Erneut lehnt der Mann mit dem Hinweis auf Gottes Hilfe ab. Die Bundeswehr zieht unverrichteter Dinge ab. Eine Stunde später ist der Mann versunken und steht nun nach seinem Tod vor Gott. Er fragt Gott vorwurfsvoll: "Lieber Gott, ich habe so auf Dich vertraut, warum hast Du mir nicht geholfen ?" Da sagt Gott: "Hör' mal, ich habe Dir einen Wanderer, die Polizei und die Bundeswehr geschickt - was sollte ich denn noch alles machen ?"

Momentan haben wir noch die Möglichkeit vorzusorgen. Es gibt noch Edelmetalle, die Supermärkte sind noch voll, usw. Es ist alles nicht mehr so billig, wie vor einen Jahr, aber wir können immer noch ohne große Mühen vorsorgen.

Beginnen Sie bitte noch diese Woche mit Ihren Vorsorgemaßnahmen. Genau wie in Japan, kann es weltweit von einem Tag auf den anderen zu einem Systemcrash kommen, der zunächst alles lahmlegt. Wir waren in den letzten Jahren schon mehrfach nur noch Stunden davon entfernt. Man kann das in offiziellen Dokumenten nachlesen, wenn man sich nur dafür interessiert. Das System wurde zwar immer noch einmal gerade gerettet, allerdings wurde nie ein Problem wirklich gelöst. Es wurde immer nur Zeit gewonnen. Nun kommen die alten Probleme aber mit aller Macht zurück.
Der Dollar und die USA hängen am seidenen Faden; der Euro-Rettungschirm ist am Ende, der Goldpreis kann immer weniger unter Kontrolle gehalten werden, etc. etc.
Es kann noch ein Jahr gutgehen (sehr unwahrscheinlich, aber möglich), es kann aber morgen auch die Bombe platzen. "Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben" und Sie werden sich dann massive Vorwürfe machen "Hätte ich doch bloss...". Die Krise auf die wir aktuell zusteuern, war so noch nie dagewesen. Die Welt wird aber auch nicht untergehen, deshalb ist Fatalismus auch völlig fehl am Platze.

Von daher: "Auf geht's !!!"

Montag, 12. Oktober 2009

Aktuelle Bestandsaufnahme

Willkommen auf dem "Hinter den Kulissen"-Blog

In Ergänzung zu meinem Buch und der Webseite werde ich hier regelmäßig zu aktuellen Ereignissen schreiben.

Ich muss zugeben, dass ich von den bestimmenden Kräften nicht erwartet hatte, den aktuellen Status des Systems noch so lange halten zu können. Hier in Deutschland merken persönlich ja auch noch nicht allzuviele etwas von der Krise. Wenn man allerdings genauer hinschaut, stellt man schon fest, dass im Verwandten- und Freundeskreis einige in Kurzarbeit sind, um ihren Job bangen oder diesen auch schon verloren haben. Vor einem Jahr hatte Herr Steinbrück noch geleugnet, dass es überhaupt eine Rezession gäbe.

Wir befinden uns bereits in einer Depression und die Chancen stehen gut, dass diese schlimmer und länger wird, als in den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts.

Es ist nach Lehman auch keine größere Bank mehr zusammengebrochen (wenn auch in den USA seitdem über 80 kleinere Institute pleite gegangen sind und es kommen täglich welche hinzu).

Wie knapp es auch hier in Deutschland im Oktober letzten Jahres war, wird aktuell von Ackermann und co. In der FAZ oder der Welt bestätigt. Gerettet haben wir die Banken mit Steuergeldern in einer Höhe, dass einem schwindlig wird und welches auch nicht ohne Folgen bleiben wird. Über 100 Milliarden Euro für die Hypo Real Estate (die übrigens aktuell schon wieder 3 Milliarden nachfordert) und diverse Konjunkturpakete werden Konsequenzen haben. Wie auch bei der Abwrackprämie, die ja tatsächlich den Einbruch beim PKW-Verkauf etwas lindern konnte, sind alle Maßnahmen nur darauf ausgelegt, die Katastrophe zu verzögern. Dafür kommt sie hinterher umso stärker.

Auch die Steuereinnahmen des Staats brechen massiv ein. Folgende Aussage eines Steuerbeamten:

Wie ich oben schon geschrieben habe, hatte ich heute ein Gespräch mit dem Finanzamt, ich werde jetzt hier keinen Namen oder Region nennen, also irgendwo in Deutschland, aber das was mir der Beamte da erzählt hat, gibt mir jetzt doch zu denken:

Ich rief heute bei dem Verantwortlichen für Körperschaftssteuern an und war nicht schlecht erstaunt, was der gestresst von sich gab:

Sie glauben gar nicht, was bei uns los ist, die bis jetzt abgegebenen Steuermeldungen und dabei sind die Firmen die Konkurs angemeldet haben, noch gar nicht enthalten, entsprechen einem Steuereinbruch von über 85 Prozent! Wir fahren in die größte Katastrophe der Geschichte, was die Menschheit je erlebt hat, das nach den Wahlen erst zum Vorschein kommen darf. Das schaffen die nicht!. Mein Stuhl wackelt sowieso! Was glauben Sie, was mit den Rentenzahlungen und Pensionszahlungen erst los ist! Die können im 4. Quartal gar nicht mehr bedient werden!

Wenn Sie sagen, dass sie in 2009 gar keine Gewinne machen, senden Sie besser gleich einen Antrag, damit wir Ihre Vorauszahlungen auf Null setzen. Darauf kommt es auch nicht mehr an, ich stelle die Vorauszahlungen sofort um, dauert nur 1-3 Tage. Das ist das, was ich sowieso den ganzen Tag mache. Normale Bearbeitungen von Steuererklärungen mit Rückzahlungen laufen schon gar nicht mehr, wird alles nach unten geschoben.

Ich sagte ihm, dass ich das auch so sehe, dass alles zusammenbricht und ich auch aus sicherer Quelle gehört habe, dass bereits Lebensmittelmarken für Aldi & Co. gedruckt werden. Was heißt das für uns?

Seine Antwort: Wenn es dann auf Lebensmittelmarken überhaupt noch Lebensmittel gibt! Ich muss jetzt das Gespräch beenden, habe schon genug gesagt.

Also ich bin wirklich kein Pessimist, wenn man aber so etwas von einem Finanzbeamten hört, kommt man automatisch ins Grübeln.

Wir kennen ja alle die Meldungen der letzten Wochen und Monate, aber das sind ja Infos, die nicht über die Medien kommen, ich glaube das ich jetzt ein wenig umdenken muß, was die Zukunft betrifft.“ Quelle: http://www.hartgeld.com

Das mag in einem Gebiet sein, das besonders stark betroffen ist. Ein Bekannter, der öffentliche Auftraggeber betreut, erfuhr aber auch in einem Gespräch mit der Stadt Frankfurt, dass ein Einnahmeneinbruch von 40% passiert ist. Frankfurt ist eine der wirtschaftlich stärksten Regionen in Deutschland !

Diese Ausgaben gepaart mit den Einnahmeverlusten sind nicht mehr kompensierbar, obwohl wir nach der Wahl durch Erhöhungen unterschiedlichster Steuern trotzdem dafür werden bluten müssen.

England und die USA treiben dieses Spiel noch viel weiter, hier sind schon mehrere Billionen an Staatsgeldern geflossen. Dieses wird definitiv die Währungen zerstören; der Dollar und das Pfund wackeln schon beträchtlich. Ich stelle hier jetzt Prognose auf, dass es auch den Euro in wenigen Jahren nicht mehr geben wird.

Mit den zeitlichen Prognosen ist es immer schwierig. Ich verfolge allerdings die unterschiedlichsten Analysen, Prognosen und auch prophetische Schauungen. Darunter sind viele, die in der Vergangenheit ihre Treffsicherheit mehrfach gezeigt hatten. Noch nie gab es eine solche Konzentration auf einen Zeitpunkt wie für diesen Herbst für die nächste Eskalation der Krise. Auch die Aktionen der Regierungen und das Tempo, das sie hierbei vorlegen, deutet darauf hin, dass in Kürze einiges erwartet wird.

Wenn Sie vorhaben, sich vorzubereiten, dann fangen Sie bitte jetzt sofort damit an ! Es kann jeden Moment der nächste Krisenschub kommen, durch was auch immer ausgelöst. Dann können unter Umständen verschiedene Vorsorgemaßnahmen schon nicht mehr oder nur noch sehr eingeschränkt durchgeführt werden. Hinweise für die Vorsorge unter anderem z.B. unter http://www.krisenvorsorge.com .