Mittwoch, 27. Juni 2012

Das europäische Dorf - oder die Geschichte von Frank und Luigi

Am Donnerstag und Freitag gibt es ja den europäischen Gipfel, in dessen Vorfeld die Wogen ziemlich hochgehen. Insbesondere aus südlichen Gefilden aber auch von anderen Herrschaften wie Obama, Soros, etc. wird aktuell ja so getan, als wenn die Eurobonds der Weisheit letzter Schluss wären. Eigentlich muss der Spielverderber Deutschland nur noch über seinen Schatten springen und dann ist die Welt wieder in Ordnung.

Ich habe mir einmal überlegt, wie man die aktuelle Situation Europas sinnbildlich so darstellen kann, dass der Irrsinn der aktuellen Vorschläge insbesondere aus dem Süden Europas deutlich hervortritt.
Stellen wir uns einmal vor, wir befinden uns in einer kleinen Stadt "Oberkrötenbach", die in schöner Landschaft liegt und gerne von Besuchern für eine Übernachtung aufgesucht wird. Deshalb haben sich dort auch ein paar Hotels angesiedelt, von denen wir nun einmal zwei näher betrachten möchten.

Da ist zunächst das "Hotel Frank", der Hotelbesitzer Frank lebt für sein Hotel und hat sich jahrelang keinen Urlaub mehr gegönnt. Er steckte seine gesamten Ersparnisse in sein Haus und jeder Gewinn wird sofort wieder in die Verschönerung des Hauses investiert. Die Gäste fühlen sich sehr wohl und durch die hochwertige Ausstattung des Hauses zieht er sehr wohlhabende Gäste an und ist häufig ausgebucht.

Frank hat immer eine gute Kapitalreserve in der Hinterhand, wenn kurzfistig kostspielige Reparaturen anfallen.

Dann gibt es noch das "Hotel Luigi". Besitzer Luigi ist ein sehr geselliger Typ und das kommt bei seinen Gästen gut an. Luigi geniesst das Leben und fährt gerne in den Urlaub in unterschiedlichste Länder. Auch sitzt er viel lieber mit seinen Gästen auf der Veranda, gibt gerne einen aus und erfreut alle mit seinen Anekdoten, als dass er sich viel um den Zustand seines Hotels kümmert. Trotzdem ist auch sein Haus gut besucht, denn er nimmt kleine Preise und das kommt bei Trampern und anderen nicht so zahlungskräftigen Kunden gut an. Die stört es dann auch nicht, wenn einmal der Wasserhahn klemmt oder der Anstrich des Hauses zu wünschen übrig lässt.
Luigi ist natürlich chronisch klamm mit dem Geld, aber irgendwie kommt er so durch. Ab und zu senkt er noch einmal den Preis oder macht spezielle Sonderangebote, wenn das Haus nicht genügend Gäste hat.

Frank und Luigi sind gute Freunde, da auch durch die sehr unterschiedlichen Gäste in den beiden Hotels keine Konkurrenzsituation vorherrscht. Frank hilft Luigi auch immer wieder einmal mit kleinen unbürokratischen Überbrückungskrediten aus, wenn dieser eine ganz dringende Reparatur durchführen muss. Auf diese Weise haben beide ihr Auskommen und die Welt in Oberkrötenbach war lange Zeit in Ordnung.

Dann wurde aber der neue Bürgermeister Manuel B. gewählt und dieser hatte eine Reihe ganz toller neuer Ideen, um das Hotelgeschäft in seinem Städtchen voranzubringen.

Als erstes richtete er ein Fremdenverkehrsbüro ein, in dem die Hotels zentral gebucht werden konnten. Die Bedingung für die Teilnahme eines Hotels daran war, dass die Buchungen dann nur noch ausschließlich über das Fremdenverkehrsbüro durchgeführt werden durften. Außerdem gab es dort einen Einheitspreis, dem sich alle Hotels unterwerfen mussten. Das Büro versprach umfangreiche überregionale Werbemaßnahmen, so dass sowohl Frank als auch Luigi die Bedingungen akzeptierten und den Vertrag unterschrieben.

Der Bürgermeister hatte auch noch eine weitere Neuerung für die teilnehmenden Hotels, nämlich einen Notfall- und Renovierungsfonds. Alle Hotels bürgten gleichermaßen für die Gelder dieses Fonds und es wurde eine schöne Startsumme von der Stadt für diesen Fonds zur Verfügung gestellt. Die Idee dahinter war es, dass Hotels, die in finanzielle Probleme kommen, sich dort unbürokratisch Gelder besorgen können, so dass sie nicht pleite gehen oder auch dringende Renovierungen finanzieren können. Bürgermeister Manuel B. dachte, dass sich die Entnahmen zwischen den einzelnen Hotels ausgleichen würden, da mal der eine mal der andere in Verlegenheit kommen würde. Natürlich würde das Geld dann auch sofort zurückgezahlt, sobald es dem entsprechenden Hotel wieder besser geht. Deshalb verzichtete er auch auf eine regelmäßige Überprüfung der Salden der einzelnen Hotels.

Am Anfang lief dieses Konzept hervorragend und alle waren begeistert. Luigi entnahm gleich eine größere Summe aus dem Fonds und liess erst einmal sein Haus anstreichen. Dadurch kamen nun auch besser zahlende Gäste in sein Haus, die Tramper und Studenten kamen natürlich nicht mehr, denn er musste ja die von Fremdenverkehrsbüro vorgegebenen hohen Preise nehmen. Er kaufte sich auch noch gleich zwei gut ausgestattete Kleinbusse und machte dann erst einmal ausgiebig Urlaub. Ab und zu lieh er sich zusätzlich auch noch Geld von seinem Freund Frank, wenn er ein besonders schönes Fest für seine Gäste ausrichten wollte.

Ein paar Jahre ging das auch gut, allerdings bröckelte die Farbe dann auch schon wieder bei Luigis Hotel ab und seine neuen Gäste waren von seiner lockeren Art nicht so begeistert, noch viel weniger von den wieder tropfenden Wasserhähnen und den kaputten Lampen. Also stand das Hotel Luigi nun immer öfter leer. Früher hätte Luigi in einer Studentenzeitung dann eine Anzeige mit Sonderangeboten veröffentlicht, den Preis ein wenig gesenkt und somit sein Haus wieder gefüllt. Das konnte er aber nun nicht mehr wegen des Vertrags mit dem Fremdenvekehrsbüro. Also nahm er immer wieder den Fonds in Anspruch, um überhaupt noch den Strom bezahlen und etwas essen zu können. Sein Bankkonto war auch massiv überzogen und keine Bank wollte ihm noch einen Kredit geben.

Frank hingegen ging es nach wie vor sehr gut. Er hatte sein Haus voll, aber er hatte auch nach wie vor sein Geld nur in wichtige Reparaturen und Investitionen in sein Haus gesteckt. Die Banken rissen sich um ihn als Kunden und er hatte praktisch unbegrenzt Kredit. Frank mochte Luigi sehr, aber nun war seine Geduld langsam am Ende, denn auf alle seine Ratschläge wollte Luigi nicht hören. Es gab ja praktisch unbegrenztes Geld aus dem Fonds und da waren so viele Dinge, die Luigi unbedingt kaufen musste. Leider waren die wenigsten dazu geeignet, sein Hotel für gut betuchte Gäste interessanter zu machen. Das war aber auch nie die Klientel von Luigi gewesen. Er kannte sich eben gut mit den Bedürfnissen von Trampern und Studenten aus. Also stand Luigi nun vor dem aus...

Bürgermeister Manuel B. hatte sich nach vielen Jahren nun einmal einen Wirtschaftsprüfer ins Haus geholt, der den Zustand des Fonds überprüfen sollte. Als das Ergebnis kam, fiel er aus allen Wolken, denn da war überhaupt nichts ausgeglichen, wie er damals angenommen hatte. Luigi und eine paar andere Hotels hatten über 7 Millionen Euro entnommen und praktisch nichts zurückgezahlt. Das Hotel Frank und ein paar andere Hotels hätten Anspruch auf dieselbe Summe gehabt. Die Stadt musste nun zusehen, woher sie das Geld zurück bekommt, ansonsten wäre sie selbst pleite. Der Bürgermeister beschloss, dieses Thema erst einmal so weit wie möglich unter den Teppich zu kehren.

Der Bürgermeister war mit den Nerven am Ende und dachte jetzt nur noch von einem Tag zum nächsten. Nach Rücksprache mit der Bank rief er die Hotelbesitzer zusammen und schlug vor, dass die Konten von Frank und Luigi zusammengelegt werden sollten. Dann würde Luigi wieder Kredit erhalten und könnte zunächst ein paar Wochen weitermachen.

Die Begeisterung von Frank für diesen Vorschlag können Sie sicher nachvollziehen... ;-)

Von aussen würden Sie nun natürlich sofort auf die naheliegende Lösung kommen. Luigi muss aus dem unseligen Vertrag mit dem Fremdenverkehrsbüro heraus, um seine alte Kundschaft mit entsprechenden Preisen wieder in sein Hotel zu bekommen. Natürlich braucht er jetzt noch einmal eine Überbrückung, ein Jahr vorher wäre diese noch nicht notwendig gewesen. Man fragt sich natürlich, warum er nicht schon lange diesen Vertrag gekündigt hatte. Begründung: das billige Geld aus dem Fonds hatte halt gelockt.
Frank würde seinem Freund ja gerne noch weiter helfen, aber bei einem gemeinsamen Konto bekäme auch er dann sehr bald keinen Kredit mehr; ab und zu braucht er aber auch bei Investitionen einen solchen zur Zwischenfinanzierung. Zunächst würde die Bank natürlich erst einmal seine mühsam erarbeiteten Ersparnisse und Rücklagen abschöpfen.


Die Parallelen zur Situation in Europa sind Ihnen sicher sofort aufgefallen. Luigi steht für die südlichen Länder, Frank für die nördlichen. Ich möchte an dieser Stelle betonen, dass es viele griechische, italienische, spanische Landsmänner gibt, die wie Frank agieren und haushalten. Genauso finden wir durchaus Deutsche, die sich wie Luigi verhalten. Es soll also kein Beispiel für das Verhalten einzelner Menschen sein, sehr wohl aber für das Verhalten der kompletten Staaten.

Der Euro wirkt wie das Fremdenverkehrsbüro, es verhindert, dass die Preise verringert werden können und dass die Südländer wieder wettbewerbsfähig werden in denjenigen Bereichen, in denen die südlichen Länder stark sind. Der Fonds steht für die Möglichkeit, an billiges Geld zu kommen durch die EZB, EFSF und auch das Target-2 System. Das Target-2 System war ursprünglich auch als ein durchaus praktisches Instrument gedacht, finanztechnische Vorgänge zwischen den einzelnen Eurostaaten zu vereinfachen. Leider wurde es nie wirklich kontrolliert und jetzt haben wir ein unglaubliches Ungleichgewicht von über 700 Milliarden Euro. Aktuell sind das noch nicht realisierte Forderungen, aber wie sollen diese jemals wieder ausgeglichen werden ?

Was nun aktuell die südlichen Länder und andere mit Eurobonds, etc. vorschlagen ist nichts anderes, als das gemeinsame Konto von Luigi und Frank.

Im Fall von Frank und Luigi ist es völlig offensichtlich, dass diese "Lösung" bestenfalls nur kurz funktionieren wird und dann beide Hotels am Ende sind. Wenn das Hotel von Frank die zehnfache Größe von Luigis hätte, könnte es sogar relativ lange auf Kosten von Frank funktionieren. Im Fall von Europa hiesse das, Griechenland könnte man so eine relativ lange Zeit mitschleppen, aber schon bei Spanien ist das völlig ausgeschlossen. Die Märkte sehen das mittlerweile ebenfalls so und Deutschland beginnt gerade dadurch auch mit in den Sog gerissen zu werden.
Außerdem wären zunächst die Ersparnisse von Frank weg, genauso wird es den Sparguthaben der Deutschen ergehen. Luigi muss aus dem Vertrag raus und (u.a.) Griechenland aus dem Euro, das ist eigentlich so offensichtlich. Nur je länger man damit wartet, desto mehr verfällt das Hotel und desto teurer wird es hinterher.
Natürlich könnte das Fremdenverkehrsbüro auch die Preise entsprechend senken, dann müsste aber Frank aus dem Vertrag austreten, wenn er überleben will. Zu seinem Standard passen die niedrigen Preise nicht und würden seine Kosten nicht decken. So gilt das auch für Deutschland.
Im realen Leben ist es völlig einsichtig, dass ein Hotel mit einem Stern nicht denselben Preis nehmen kann, wie ein Drei-Sterne-Hotel. Bei Euro meint man aber, das würde funktionieren.

Ich bin einmal gespannt, was am kommenden Freitag geschehen wird. Wenn Angela Merkel nicht einknickt und tatsächlich das Bild eines zerstrittenen Haufens nach dem Gipfel bei den Märkten ankommt, wird es für den Euro ab nächste Woche einmal mehr wieder sehr eng. Wenn unsere Kanzlerin einknickt, bekommen wir noch ein paar Wochen Gnadenfrist (auf Kosten unserer Zukunft)...

Zum ESM ist nun gespanntes Warten angesagt, was das Bundesverfassunggericht entscheiden wird. In unseren "stets kritischen" Massenmedien wurde in den letzten Wochen gerne immer nur über "den Fiskalpakt" gesprochen, der ESM fiel bei entsprechenden Meldungen häufig hinten runter. Jetzt ist dieser wenigstens einigermaßen in die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit gerückt. Mittlerweile hat auch unser Herr Schäuble eingesehen, dass man diese Ermächtigung nicht ganz heimlich still und leise durchbringen kann. Ich hoffe sehr, dass der deutsche Rechtsstaat noch im Bereich des Bundesverfassungsgerichts funktioniert, aber ich befürchte dass man die Richter wieder vor die Alternative stellen wird: "Entweder ihr stimmt zu oder ihr seid schuld, wenn der Euro, Europa und das Weltfinanzsystem crasht". Die Volksabstimmungsphantasien, die Herr Schäuble gerade äussert, halte ich für Nebelkerzen. Dafür reicht die Zeit nicht mehr und wirklich wollen dürften das diese Herrschaften nicht, denn dann gäbe es ja auch die Möglichkeit des "Nein".

Griechenland ist mittlerweile Realsatire, wenn es für viele Menschen dort nicht so ernst wäre, könnte man sich köstlich amüsieren über eine Regierung, die schon Risse bekommt, bevor sie überhaupt vereidigt ist. Ich hatte ja prognostiziert, dass diese Regierung nicht lange halten wird. Nun werden auf einmal alle krank, damit sie nicht auf den Gipfel müssen...
Liebe Griechen, wenn ihr noch lange damit wartet, aus dem Vertrag (Euro) auszusteigen, wird euer Hotel einstürzen !

Nach so viel Ernstem schlage ich vor, schauen Sie sich einmal mein Video über die Weisheit der Tiere an, schmunzeln Sie ein wenig und denken Sie darüber nach...

Donnerstag, 21. Juni 2012

Anne Will - Ich will nicht (mehr die Pro-Euro Platitüden hören)


Anne Will und ich will nicht mehr diese Platitüden über den ach so wichtigen Euro hören.

Gestern bin ich einmal wieder bei der Talkshow Anne Will "hängengeblieben", bei der es einmal wieder um die Eurokrise ging. Nicht dass ich mir dort irgendwelche neuen Informationen versprochen hätte, zumal auch niemand annähernd Kompetentes wie z.B. ein Prof. Hankel oder ein Dirk Müller dabei war. Es kamen aber wieder eine Reihe dieser "Argumente" der Euro-Befürworter, die ich jetzt einmal beleuchten möchte. Jeder, der diese Platitüden in einer Diskussion zu hören bekommt, kann dann entsprechend auf belegbaren Fakten basierend kontern. Ich würde das auch zu gerne einmal in einer solchen Talkshow machen, aber die Chancen dazu sind wohl eher gering - selbst Prof. Hankel wird kaum noch eingeladen, weil dann die Gegenseite argumentativ zu sehr in die Defensive gerät.

Gehen wir die typischen Aussagen der Befürworter doch einmal durch:
  • Deutschland hat von dem Euro am meisten profitiert
Das ist das Totschlageargument, mit dem alle immer wieder daherkommen. Primär bezieht sich das auf die Exporterfolge, die wir angeblich nur durch den Euro erzielen konnten. Dann schauen wir uns doch einmal die Vergangenheit an:

Die drei führenden Exportländer seit 1982 (der Euro kam 2001, 1999 als Buchgeld)

Jahr 1. Platz               Mio. US$       2. Platz         Mio. US$ 3. Platz       Mio. US$
1982 USA 216.442 BR Deutschland 176.424 Japan 138.385
1983 USA 205.639 BR Deutschland 169.417 Japan 146.965
1984 USA 223.976 BR Deutschland 171.735 Japan 169.700
1985 USA 218.815 BR Deutschland 183.933 Japan 177.164
1986 BR Deutschland 243.326 USA 227.158 Japan 210.757
1987 BR Deutschland 294.369 USA 254.122 Japan 231.286
1988 BR Deutschland 323.323 USA 322.427 Japan 264.856
1989 USA 363.812 BR Deutschland 341.231 Japan 273.932
1990 Deutschland 421.100 USA 393.592 Japan 287.581
1991 USA 421.730 Deutschland 402.843 Japan 314.786
1992 USA 448.163 Deutschland 430.042 Japan 339.885
1993 USA 464.773 Deutschland 380.096 Japan 362.244
1994 USA 512.627 Deutschland 426.935 Japan 397.005
1995 USA 584.743 Deutschland 523.461 Japan 443.116
1996 USA 625.073 Deutschland 524.649 Japan 410.901
1997 USA 689.182 Deutschland 512.891 Japan 420.957
1998 USA 682.138 Deutschland 543.752 Japan 387.927
1999 USA 695.797 Deutschland 543.539 Japan 417.610
2000 USA 781.918 Deutschland 551.810 Japan 479.249
2001 USA 729.100 Deutschland 571.645 Japan 403.496
2002 USA 693.103 Deutschland 615.831 Japan 416.726
2003 Deutschland 751.560 USA 724.771 Japan 471.817
2004 Deutschland 909.887 USA 814.875 China 593.326
2005 Deutschland 970.914 USA 901.082 China 761.953
2006 Deutschland 1.108.107 USA 1.025.967 China 968.978
2007 Deutschland 1.321.214 China 1.220.060 USA 1.148.199
2008 Deutschland 1.446.172 China 1.430.693 USA 1.287.442
2009 China 1.201.612 Deutschland 1.120.041 USA 1.056.043
2010 China 1.577.824 USA 1.278.263 Deutschland 1.258.924
2011 China 1.898.600 USA 1.480.646 Deutschland 1.473.889
 Quelle: World Trade Organization: Time Series on international trade

Man kann schön ersehen, dass der Euro keinerlei Einfluss darauf hatte, dass Deutschland immer im Spitzentrio dabei war. Das geht übrigens bis 1953 zurück. Tatsächlich konnten wir uns zeitweise nach der Euroeinführung auch auf Platz 1 setzen, was aber nicht nur auf den Euro zurückzuführen ist.

Damit fällt aber auch gleich das nächste Argument der Euro-Gläubigen:
  • Mit der D-Mark wären wir nicht mehr konkurrenzfähig
Bis 2001 waren wir mit der D-Mark auch mehr als konkurrenzfähig im Weltmarkt, warum soll das nicht wieder so sein ?
Deutschland spielt nicht im Billigsegment, die Stärke sind Produkte, welche sich durch Innovation und Qualität auszeichnen, technisch immer in Führung liegend. Insbesondere im Investitionsgüterbereich bezahlen die Kunden gerne einen höheren Preis, wenn Sie durch die besseren Produkteigenschaften höhere Umsätze und Gewinne für ihr Geschäft erzielen. Das war in der Vergangenheit nachweislich so und wird auch wieder so sein. Ein gutes Beispiel, an dem man auch ersehen kann, dass der Preis bei bestimmten Produktkategorien nur eine untergeordnete Rolle spielt, ist die Firma Apple. Obwohl die Produkte im Hochpreissegment liegen, sind die Absatzzahlen schwindelerregend und Apple ist das erfolgreichste Unternehmen weit und breit.
Sollte eine aufgewertete zukünftige D-Mark ein Produkt verteuern, gibt es zusätzlich noch den abmildernden Effekt, dass sich zur Herstellung benötigte Rohstoffe und Komponenten sowie die Energie verbilligen, sofern diese importiert werden. Letzeres ist aber heute in vielen Bereichen noch stärker der Fall, als in der Zeit vor der Euro-Einführung. Von daher wird man sich sicher anstrengen müssen, weiterhin führende Produkte zu liefern, aber dann sollte der Export auch weiterhin sehr erfolgreich bleiben. Eine kleine Delle ist natürlich nicht auszuschliessen, diese wird dann größer werden,  wenn es in der Welt immer weniger Käufer gibt, die sich aufgrund der Schuldenproblematik und Rezession weltweit überhaupt noch etwas leisten können. Das hat aber nichts mit Euro oder D-Mark zu tun.

  • Durch den Euro hat Deutschland besonders viel innerhalb Europa absetzen können
Ich möchte gar nicht bestreiten, dass Deutschland in den letzten Jahren insbesondere mit den südeuropäischen Ländern sehr gute Geschäfte gemacht hat. Aber waren diese Geschäfte wirklich so gut ? Man hatte billiges Geld und gab es gerne aus. Nur woher kam eigentlich das Geld ?

Stellen Sie sich vor, neben Ihnen macht ein Bäcker auf und Sie kaufen ihm jeden Morgen zehn Brötchen ab und lassen es anschreiben. Hunderte anderer Menschen machen es ebenso. Jeden Abend ist der Bäcker ausverkauft, also muss er doch sehr erfolgreich sein, oder ?
Natürlich hilft ihm das wenig, alle Produkte immer "verkauft" zu haben, wenn er dafür nur wertloses Papier in Form von Schuldscheinen hat. Während das bei einem Bäcker sehr schnell offensichtlich wird, ist das bei den europäischen Volkswirtschaften durch das Target-2 System deutlich verdeckter. Auch erhält der Hersteller des Produkts sein Geld und ist glücklich. Bezahlt wurde es aber letztendlich von der deutschen Bundesbank, die nun eine entsprechende Forderung gegen die EZB hat, diese wiederum gegen die jeweilige Zentralbank des Käuferlandes. Diese Forderungen der Bundesbank haben sich mittlerweile auf über 700 Milliarden Euro aufgeschichtet; am Ende des Tages haben die meisten europäischen Käufer bei Deutschland "anschreiben" lassen.
Glauben Sie wirklich, wir sehen das Geld jemals wieder ? Am Ende des Tages haben wir einen Großteil unserer Exporterfolge in Europa selbst bezahlt.

  • Der Euro garantiert den Frieden in Europa, ohne ihn kann es wieder Krieg geben
Der Frieden wurde durch die europäischen Verträge, die europäische (Wirtschafts-)Gemeinschaft aber nicht durch den Euro gefestigt. Im Gegenteil, aktuell zeigt sich der Euro als Spaltpilz, der sogar die Gefahr von Kriegen wieder erhöht. Der Euro ist eine Schönwetterwährung und solange es allen gut ging, war Friede, Freude, Sonnenschein. Seit zwei Jahren erleben wir nun in den Massenmedien der einzelnen Länder Auseinandersetzungen, die lange überwunden geglaubt waren. Der Deutsche ist auf einmal wieder böse, die Griechen sind faul und vieles mehr. Die Politiker giften sich an, Grenzkontrollen kommen immer öfter wieder auf die Tagesordnung, aber der Euro bringt nur Freude und Frieden...

  • Der Euro hat uns niedrige Inflationsraten gebracht
Das ist kein Witz, es wurde gestern tatsächlich behauptet. Ich musste erst einmal lachen, denn der Teuro ist mittlerweile für jeden ersichtlich. Allein die Preise im Restaurant haben sich in den 10 Jahren Euro verdoppelt, bzw. Sie zahlen heute den Preis in Euro, den Sie früher in DM gezahlt haben. Wenn wir einmal die Computer und Fernseher aussen vor lassen, kann von Preisstabilität keine Rede sein. Natürlich wird mit dem "Warenkorb" des statistischen Bundesamtes der offizielle Wert gedrückt, in dem er jedesmal "angepasst" wird. Auch die DM hatte ihre Zeiten mit höherer Preissteigerung, aber im Gegensatz zu fast allen anderen Währungen der Welt war sie knochenhart. Die Versprechungen, dass der Euro ebenso würde, hätten vielleicht gehalten werden können, wenn die Stabilitätskriterien eingehalten worden wären. Da diese aber allesamt gebrochen wurden, ist die Härte der Währung natürlich auch nicht mehr gegeben.

  • Ein Ausstieg aus dem Euro würde XXX Milliarden Euro kosten, die Welt untergehen lassen, etc.
Es wird kein Zuckerschlecken werden, keine Frage. Es bleibt allein die Frage nach der Alternative ? Immer mehr kommen nun Aussagen, dass der Euro noch so ca. drei Monate hätte, wenn nicht endlich die Lösung gefunden würde. Es wurde aber leider bisher nicht auch nur ein Lösungvorschlag präsentiert, der ansatzweise eine Chance hätte, etwas wirklich an den Problemen zu beheben.
Die "Lösung" durch eine Vergemeinschaftung der Schulden noch weitere machen zu können, bringt bestenfalls noch ein wenig mehr Zeit. Da aber nun auch Deutschlands Kreditwürdigkeit unter Druck kommt, wird wohl nicht einmal das noch lange weiterhelfen. Die Alternative ist dann der ungeordnete Crash des Euro.

Wenn man ein totes Pferd reitet, sollte man absteigen !

Um es einmal ganz klar zu sagen: der Euro ist nicht das Problem unseres Finanzsystems, es ist die weltweite Verschuldung aufgrund des Zinseszinssystems. Der Euro ist aber das zerbrechlichste Glied, da er eine Reihe von Konstruktionsfehlern hatte, die nun sein Ende herbeiführen. Eine neue Deutsche Mark ohne Golddeckung wird uns auch nicht retten, aber das ist ein anderes Thema. Mir ging es heute nur einmal um die gebetsmühlenartig wiederholten Pro-Euro-Argumente, die klar widerlegbar sind.

Mittwoch, 20. Juni 2012

Griechenland - Hurra !




Griechenland hat (erneut) gewählt und "Hurra", es könnte eine Regierung gebildet werden, mit der alles so weiter geht wie bisher. Ob dieses Wahlergebnis tatsächlich so reell ist oder manipuliert wurde, ist aus meiner Sicht heraus zweitrangig. Wenn - und ich denke, das ist noch alles andere als sicher - eine Regierung gebildet werden kann, dann wird diese nicht lange halten. Zu schlimm sind die Zustände in Griechenland schon für viele Menschen. Man hat vielleicht wieder ein paar Wochen gewonnen, eventuell aber auch nur Tage. Bei einem "falschen" Ergebnis der Wahl hätte es schon heute größere Verwerfungen im Finanzsystem geben können. Zumindestens hatten sich alle entsprechend gewappnet. Unsere Frau Bundeskanzlerin hatte vorsorglich ihren Abflug zu dem G-20 Gipfel veschoben, die Deutsche Bank hatte schon am Sonntag den Devisenhandel extra geöffnet, dazu Urlaubsperren und angeordnete Wochenendarbeit in Banken und bei Herstellern von zugehörigen Systemen, Planungen mit Kapitalverkehrskontrollen in Europa und Abhebebeschränkungen bei Bankkonten waren bereits durchgeführt. Da hatten also ein paar Herrschaften schon ganz schön geschwitzt. Wir können daran aber auch sehr schön ersehen, was uns demnächst erwarten wird.

Um auf Griechenland zurückzukommen: wer glaubt denn wirklich noch daran, dass nach zwei Jahren mit immer neuen Hilfpaketen, Sparverordnungen, die nur halbherzig und an den falschen Stellen durchgeführt wurden, einem Schuldenschnitt (richtig, da war mal was in diesem März), der bereits komplett wieder verpufft ist, sich jetzt irgendetwas verbessern soll, wenn so weiter verfahren wird, wie bisher ?
Über die Zustände dort habe ich im letzten Newsletter ja schon einiges beschrieben. Schauen wir einmal, wie die Dinge sich weiter entwickeln.

In den letzten zwei Wochen haben sich allerdings weitere Entwicklungen gezeigt, die dem Eurosystem nun richtig gefährlich werden dürften und das Ende besiegeln werden. Zum einen wurden die spanischen Banken mit 100 Milliarden Euro "gerettet", leider reichte die Wirkung dieser Rettung auf die Märkte nur noch einen halben Tag. Daran sieht man, dass die bisherigen Maßnahmen nun wirkungslos werden. Auch der Euro hat seinen durch den Ausgang der Wahl in Griechenland verursachten Gewinn von gestern früh bereits wieder verloren. Aktuell sind die Zinsen für spanischen Staatsanleihen über der kritischen Marke von 7%, diejenigen von Italien haben gestern 6% überschritten. Der Paukenschlag war aber die Tatsache, dass die Zinsen für die deutschen Bunds letzte Woche auf einmal angestiegen sind. Dazu hat PIMCO angekündigt, alle deutschen Staatsanleihen abzustossen, da man Deutschland nicht mehr zutraut, alles zu retten. PIMCO ist ein wichtiger Signalgeber und Vorreiter im Markt. Ich bin mir allerdings nicht ganz sicher, ob das nicht auch eine Gegenmaßnahme der Bundesregierung ist, den immer stärker und unverschämter werdenden Forderungen nach einer Haftung Deutschlands für alles und alle zu begegnen. PIMCO ist immerhin eine Allianz-Tochter.

Alle bisherigen "Lösungvorschläge" insbesondere aus dem südlichen Europa drehen sich ausschließlich darum, dass Deutschland doch bitte für alles haften soll, da es ja so stark und reich sei. Sobald die Märkte das nicht mehr glauben, zerplatzt diese "Lösung". Spanien und Italien sind die Sollbruchstellen des Euro. Es gibt nun auch erste Signale aus Italien, dass man dort "Hilfe" aus dem Rettungsschrim brauchen könnte. Diese Länder kann auch Deutschland nicht mehr glaubwürdig retten. Hinzu kommt, dass scheinbar immer mehr französische Banken Liquiditätsprobleme bekommen. Kein Wunder, dass sich Monsieur Hollande so stark für eine Bankenunion oder die Bankenrettung durch ESM und EZB einsetzt.

Alles in allem läuft die Zeit nun ab, alte Vorgehensweisen versagen zusehends. Deshalb werden wir nun sehr bald völlig neuen Situationen begegnen. Wenn es am Sonntag schlecht gelaufen wäre, würden Sie heute unter Umständen bereits nicht mehr an ihr Geld kommen. In Frankreich hat bereits eine Bank eine Vorlaufzeit von fünf Tagen für das Abheben von nur 2000,- Euro eingeführt. Wir haben bereits einen verdeckten Bankrun in Südeuropa, hier kann er jederzeit auch beginnen. Also bereiten Sie sich entsprechend vor.

Dienstag, 29. Mai 2012

GREXIT- oder wie ich lernte, die Bombe zu lieben !

Vielleicht kennen Sie noch den Film von Stanley Kubrick "Dr. Seltsam - oder wie ich lernte, die Bombe zu lieben" mit einem überragenden Peter Sellers in einer Dreifachrolle. Es ist eine bitterböse Satire auf den kalten Krieg, die damals herauskam, als die Welt vor dem atomaren Abgrund stand.
Es geht in diesem Film um das Undenkbare, einen atomaren Schlagabtausch zwischen der USA und der Sowjetunion. Ein General läuft Amok und die Flugzeugbesatzung eines Atombombers wird in Richtung Sowjetunion geschickt, um dort eine Atombombe abzuwerfen. Durch eine Reihe von Ereignissen kann diese Maschine leider nicht mehr zurückgeholt werden, da kein Kontakt mehr zur Besatzung aufgebaut werden kann. Jegliche anderen Versuche, das Unglück aufzuhalten, schlagen fehl. Also findet man sich mit dem Unvermeidlichen ab und beginnt "die Bombe zu lieben". Schauen Sie sich diesen Film an, er ist unbedingt sehenswert.

Den letzten Filmvergleich hatte ich in meinem Beitrag "Griechenland - eine unendliche Geschichte" gezogen. Wie es momentan aber aussieht, geht diese unendliche Geschichte demnächst zuende. Genau wie bei Dr. Seltsam war ein griechisches Verlassen der Eurozone lange Zeit bei den Politikern und Bankern eine völlig absurde Vorstellung, da dann angeblich die Welt untergegangen wäre. Mittlerweile sehen diese wohl aber auch, dass die Märkte nicht mehr zurückzuholen sind und freunden sich jetzt mehr und mehr mit der finanziellen Bombe "GREXIT" (Griechenland Exit aus dem Euro) an. Nachdem nun alle Versuche gescheitert sind, den Menschen und den Märkten eine heile Welt vorzuspielen, geht die Zeit des Aussitzens und Hoffens nun definitiv zuende. Die Verantwortlichen im "Kommandocenter" der EU, IWF und EZB können leider die "Flugzeugbesatzung" in Form der griechischen Politiker spätestens seit der letzten Wahl leider nicht mehr erreichen. Sie wollen einfach nicht mehr hören, da ihnen immer mehr Menschen dort aufs Dach steigen. Die Bombe GREXIT wird nun unweigerlich abgeworfen und diese wird explodieren.

Die Zeichen sind mittlerweile aber auch nicht mehr zu übersehen. Allerorten werden Krisenstäbe gebildet, es laufen mehr oder weniger versteckte Bankruns in ganz Südeuropa und die Massenmedien bereiten den Schritt vor. Jetzt kommen auch schon die ersten "Experten", die meinen, dass das Ganze ja auch gar nicht so schlimm sei...

Allerdings beginnt danach das "unendeckte Land", denn niemand weiss wirklich, wie die Märkte reagieren werden. Ich bin mir sehr sicher, dass wir nach dem GREXIT zunächst hören werden, dass nun alles gut wird, da man sich endlich dem Problem Griechenland entledigt hat. Wetten werden aber jetzt noch angenommen, wie lange es dauern wird, bis natürlich Portugal und insbesondere Spanien danach in das Visier kommen werden: einen Monat, eine Woche, einen Tag ? Ein Jahr wird es sicher nicht dauern, denn Spanien hat zwar durch den Immobilienbereich etwas anders gelagerte Probleme als Griechenland, die deshalb aber nicht ungefährlicher sind - eher im Gegenteil.
Ich gehe davon aus, dass natürlich nach dem GREXIT erst einmal noch eine gewisse Zeit das übliche Spielchen "Alles wird wieder gut und Deutschland zahlt" weiter versucht werden wird. Ich bin mir aber auch sehr sicher, dass irgendwann der GREXIT als der Beginn vom sichtbaren  Ende des Euro in den Geschichtsbüchern genannt werden wird. Die Gefahr, dass auch alles sehr schnell  herunterkommt, ist zusätzlich sehr stark gegeben. Die Probleme Spaniens werden täglich monströser, Italien befindet sich in starker Abwärtsbewegung und Frankreich scheint zu glauben, dass sie jetzt erst einmal richtig mit dem Geldausgeben beginnen könnten.

Wir werden es sehen, aber wir treten in den nächsten Tagen definitiv in eine neue Phase der Krise ein.
Sie können ja einmal die eine oder andere Frage zur Zukunft Europas und des Systems dem "Orakel der Tiere" stellen. Das ist meine erste (etwas spassige) App für Android, die Sie im Google Play Store kostenlos herunterladen können (alternativ klicken Sie einfach auf das entsprechende Bild oben rechts).

Ich hatte der App übrigens als erste Frage gestellt: "Crasht der Euro ?"
Die (zufällige) Antwort war: "Das wird ein teures Vergnügen werden".

Ich denke, die Tiere werden Recht behalten. ;-)

Montag, 21. Mai 2012

Sarrazin versus Steinbrück - Eine Analyse





Am gestrigen Sonntagabend kam ja die Talkschau mit Günther Jauch, dieses Mal mit einem Streitgespräch zwischen Thilo Sarrazin und Peer Steinbrück zum Thema "Braucht Europa den Euro ?". Ich habe mir lange überlegt, ob ich die Zeit wirklich dafür investieren soll, diese Sendung zu schauen, da ich mir dort wenig neue Informationen versprochen habe - die es nebenbei auch nicht gegeben hat.

Meine Meinung zum Thema Euro sollte den Lesern meines Blogs auch hinreichend bekannt sein, ich bin mit meiner Meinung sehr nahe bei Sarrazin, obwohl ich ihn nach wie vor als jemanden ansehe, der im System steht und diesem verpflichtet ist. Er spielt hier nur eine Rolle... Das kann man auch gut daran ersehen, dass er eben eine unglaubliche Publicity erhält und die großen Verlagshäuser und Medien ihm eine Plattform geben. Andere Experten, die noch viel profunder zum Thema Euro und Europa Auskunft geben könnten, wie z.B. die Professoren Hankel oder Schachtschneider werden mittlerweile von den Medien gemieden.

Warum habe ich mir nun diese Sendung angschaut ?

Ich wollte einmal die Argumente der Euro-Befürworterseite hören und wenn Steinbrück diese nicht deutlich machen kann, wer dann ?
Interessant war die Tatsache, dass Peer Steinbrück zwar immer wieder schwer ausgeholt hatte nach dem Tenor "Ich muss jetzt hier einmal deutlich diese und jene Aussage in dem Buch von Sarrazin widerlegen" und danach kam eigentlich nur heisse Luft bzw. gar nichts. Im Gegenteil, er musste dann immer wieder zugestehen, dass er in dieser oder jener Frage Herrn Sarrazin zustimmen müsse. Ein schönes Beispiel ist hier Griechenland, bei dem Herr Steinbrück sich nicht zu der Aussage hinreissen lassen wollte, dass man eben immer weiter Geld dorthin verfrachten muss. Er weiss ganz genau, dass dann keiner geklatscht hätte. Da es aber offensichtlich mittlerweile keine andere Lösungen mehr gibt, als Griechenland über Jahrzehnte mit Milliarden zu alimentieren oder es aus dem Euroraum zu entlassen, konnte Steinbrück nicht mehr glaubhaft dagegen argumentieren.

Für mich hat sich diese Sendung deshalb gelohnt, denn sie zeigt sehr deutlich auf, dass die Pro-Euro-Fraktion keine stichhaltigen Argumente mehr besitzt. Mit Fakten können sie nicht mehr aufwarten. Es werden nur noch Allgemeinplätze ausgegeben wie:

  • Es gibt auch Studien, die besagen, dass Deutschland vom Euro sehr profitiert hat
  • Es wurden Fehler in der Vergangenheit gemacht, aber schauen wir in die Zukunft und halten wir uns nicht mit der Vergangenheit auf
  • Die europäische Einigung ist nur mit dem Euro in dieser Form möglich
  • etc.
Die Realität hat diese Politiker eingeholt und ich gehe nach wie vor davon aus, dass es den Euro noch in diesem Jahr zerreißen wird. Wenn Steinbrück gerne die Vergangenheit ausblenden möchte, dann kann ich darauf nur antworten: "Wer die Fehler in der Vergangenheit nicht ansehen möchte, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen".  Punktsieger war in diesem Duell ganz klar Sarrazin, auch wenn er gefühlte einhundert Mal auf sein Buch - gleich mit jeweiliger Seitenangabe - verwiesen hat, damit man es auch auf jeden Fall kauft.

Immerhin wurde in dieser Sendung nicht dem Trend in derartigen Talkshows gefolgt, dass der Moderator mit auf den "unliebsamen" Gast eindrischt. Dieses kommt ja immer mehr in Mode, obwohl der Moderator eigentlich zur Neutralität verpflichtet sein sollte. Günther Jauch hat sich einigermaßen neutral verhalten, was ich auch einmal positiv vermerken möchte.

Damit komme ich aber nun zu demjenigen Punkt, der eigentlich im Bereich der sachlichen Auseinandersetzung mit dem Thema Euro nur sehr am Rande betrachtet werden sollte, welcher aber nicht nur in dieser Sendung einen wichtigen Platz einnahm, sondern der als scheinbar der einzige bedeutende Fakt nun die meisten Medien und Politiker beschäftigt: "Wir Deutschen zahlen, weil wir immer noch die Schuld des 2. Weltkriegs und des Holocaust abtragen". Wenn Sie sich die Reaktionen in den Medien anschauen, geht es fast immer auf genau dieses Thema zurück. Sarrazin hat es gewagt, etwas auszusprechen, was durch die Blume aber bereits von Euro-Befürwortern zugegeben worden ist. Das geht von Helmut Schmidt über Wolfgang Schäuble zu einigen anderen. Um es noch einmal klarzustellen: Sarrazin hat hier nur widergegeben, was Mitglieder der Pro-Euro-Fraktion verklausuliert gesagt haben und was einer der Beweggründe dieser Herren deutlich aufzeigt.

Viele derjenigen, die nun mit vollem Ernst fordern, dass man deswegen solche Leute wie Sarrazin nicht mehr in Talkshows einladen dürfe (wie gesagt, mit anderen macht man es ja bereits so, da man sachlich nicht mehr die Argumente hat, gegen deren Thesen zu argumentieren),  merken wahrscheinlich gar nicht, dass sie die Rückkehr zum DDR-Staatsfernsehen propagieren.

Die Medien zeigen immer mehr sehr deutlich, dass sie nur noch eine Einheitsmeinung verbreiten (dürfen). Ausnahmen bestätigen die Regel.

Als Fazit kann ich für mich feststellen: die Befürworter des Euro stehen mittlerweile argumentativ mit ziemlich leeren Händen da. Mehr als Durchhalteparolen kommen von dort nicht mehr. Auch der aktuelle G8-Gipfel zeigt nicht den Ansatz von irgendwelchen konkreten Aktionen irgendwelcher Art. Es sieht tatsächlich so aus, dass alle jetzt nur noch teilnahmslos "im Führerbunker" darauf warten, dass "die Russen" in Form der Märkte über sie herfallen.

Die nächsten Tage und Wochen werden spannend...

Dienstag, 15. Mai 2012

Hilfe, der Goldpreis sinkt !


Wer in den letzten Tagen und Wochen den Goldpreis beobachtet hat, wird feststellen, dass er nun schon länger auf einem gewissen Abwärtstrend ist. Prozentual gesehen ist das insbesondere in Euro zwar lächerlich - so etwas müssen Aktienbesitzer locker an einem Tag hinnehmen - aber für den seit Jahren einen stetigen Aufwärtstrend gewohnten Edelmetallbesitzer ist das schon eine ungewöhnliche Situation. Es kommen nun auch schon wieder diejenigen, die ängstlich fragen, was sie denn nun machen sollen. Natürlich gibt es auch die Spötter, die an keine Krise glauben wollen und nun seit mehr als zehn Jahren endlich einmal nicht mehr neidvoll den Mund halten müssen.

Warum passiert das und war Gold tatsächlich in einer Blase, die nun platzt ?

Auch wenn das einige "Experten" seit ca. 10 Jahren immer wieder neu behaupten und nun das erste Mal sie zumindest nicht mit einem starken Anstieg gleich wieder Lügen gestraft worden sind, sehen wir hier mit Sicherheit keine grundsätzliche Trendumkehr. Im Gegenteil, wenn die Marktgesetze momentan noch gelten würden, müsste der Preis sich schon in ganz anderen Regionen befinden. Es ist eine Tatsache, dass der Preis momentan massiv manipuliert wird. Die Möglichkeiten dazu sind noch durch Leerverkäufe und Papiergold gegeben, wie mir auch von einem führenden deutschen Edelmetalleexperten bestätigt wurde. Ein Interview mit ihm werde ich in Kürze auf meiner Seite www.krisenrat.info veröffentlichen.

Der Goldpreis ist ein sehr guter Krisenindikator, deshalb wird versucht, ihn so weit wie möglich untern zu halten. Es ist aber auch tatsächlich so, dass momentan die Edelmetallhändler in Europa eine Flaute erleben. Wie auch in dem Interview herauskam, sind die Masse der hiesigen Edelmetallbesitzer leider keine Investoren, sondern Panikkäufer, die extrem auf das reagieren, was in der Presse steht. Solange es in der Presse keine Krise gibt, kaufen diese auch kein Gold oder Silber.
Gerade hier in Deutschland tut man ja so, als wäre die Krise vorbei...
In ein paar Wochen sprechen wir uns wieder !

Aber gehen wir tatsächlich einmal einen Moment davon aus, dass Gold und Silber nun am Zenit ihrer Kurse angekommen wären. Wir müssten dann auch als ein schlauer Investor dort herausgehen, wenn wir zu dieser Überzeugung gekommen wären. Dann stellt sich aber die spannende Frage; was mache ich mit dem Geld ? Welche Alternativen habe ich denn ?

Bargeld bzw. Sparkonten, Festgeld, etc.
Der Euro steht kurz von dem Exitus, der Dollar wackelt beträchtlich und alle anderen Währungen hängen an letzterem. Wer tatsächlich jetzt mit großen Summen in Cash geht, der kann sein Geld auch gleich verjuxen oder wohltätigen Zwecken zukommen lassen. Bei letzterem hätte er wenigstens noch etwas Sinnvolles getan. Dass das Vermögen danach weg ist, dürfte als gesichert angenommen werden. Schon die aktuelle tatsächliche Entwertung des Euro sollte eigentlich jeden vernünftigen Menschen dazu veranlassen, sofort zu handeln, wenn er noch größere Summen verfügbar hat.

Aktien
Alle Wirtschaftsindikatoren gehen momentan massiv nach unten. Auch die Börse ist manipuliert, aber sehr bald wird sie diesen Trend ebenfalls deutlichst anzeigen. Viele Unternehmen wird es von der Bildfläche fegen. Natürlich wird es auch Firmen geben, die gut durch die Krise gelangen. Sie müssen aber hellseherische Fähigkeiten haben, um zu wissen, welche das sein werden. Außerdem werden auch die Aktien dieser Unternehmen in einem allgemeinen Crash der Indices massiv verlieren. Dagegen werden die aktuellen Verluste bei Gold wie die berühmten Peanuts aussehen. Immerhin haben Sie bei dieser Variante aber noch die Chance, dass ihr Geld nicht völlig verschwunden ist.

Anleihen
Für Firmenanleihen gilt ähnliches wie für die Aktien. Dass Staatsanleihen nicht mehr sicher sind, sollte mittlerweile auch der letzte schon gemerkt haben, zumindest bei denjenigen Staaten, bei denen die Zinsen noch so hoch sind, dass sie noch ansatzweise die reale Inflation auffangen könnten. Bei den "sicheren" Anleihen wie beispielweise den deutschen verlieren Sie momentan durch die Inflation massiv Geld. Die Sicherheit dieser Anleihen wird aber auch sehr bald zu Staub zerfallen.

Immobilien
Das ist ja augenblicklich der große Trend in Deutschland, dabei reicht ein kurzer Blick auf fast alle anderen Länder in Europa oder in die USA, um zu sehen, dass wir hier nur zeitlich ein wenig hinterher hinken. Die Blase ist hier noch nicht so groß, aber das Platzen ist nur eine Frage der Zeit. Spätestens, wenn die Kredite für Immobilien nicht mehr verfügbar sind, bricht die Nachfrage schlagartig zusammen und damit auch die Preise.

Wer natürlich davon ausgeht, dass die Krise vorbei ist und wir nun wieder dauerhaftes Wachstum bis zum Sankt-Nimmerleinstag erhalten werden, der wird natürlich alles vorher genannte abstreiten. Das geht natürlich nur, wenn man zu 100% den Medien glaubt und ansonsten die Augen ganz fest vor dem heranziehenden Sturm verschliesst. Ansonsten wird man feststellen, dass es augenblicklich einfach keine sinnvollen Alternativen für Edelmetalle gibt. Zumindest für den Kleinanleger, der nicht in Agrarland, Kupfer. etc. gehen kann.

Es gibt keine absolute Garantie dafür, dass Gold und Silber demnächst wieder steigen, aber die mit Abstand höchste Wahrscheinlichkeit von allen Asset-Klassen spricht dafür. Das wird zumindest solange dauern, bis dieses System heruntergekommen ist und ein neues System gestartet wurde. Die Chance, dass Gold dann wieder eine entscheidende Rolle zur Deckung neuer Geldsysteme spielen wird, ist extrem hoch. Bisher war in der Vergangenheit immer Gold die Basis gewesen.
Solange insbesondere die Papiergold-Spielchen noch funktionieren (dito für Silber), können Preise noch gedrückt werden. Eventuell dauert dieses Game auch noch ein Jahr oder länger, aber irgendwann werden alle Papiergoldbesitzer auf die Auslieferung des physikalischen Goldes bestehen und dann steht der Kaiser nackt da. 98% des aktuellen Goldhandels erfolgen mit Papier, nur 2% werden physikalisch abgewickelt.

Also können sich alle Edelmetallbesitzer gemütlich zurücklehnen und abwarten. Im sehr unwahrscheinlichen Worst-Case verlieren Sie ein wenig Geld (auf 10% des aktuellen Wertes wird Gold sicher nicht fallen), behalten aber auf jeden Fall ihr Vermögen. Bei fast allen Alternativen droht der Totalverlust. Wenn man sich die aktuelle Entwicklung der Krise anschaut, dürften wir bald auch in den Medien wieder davon hören...

Auf meiner Webseite www.krisenrat.info wird voraussichtlich noch diese Woche ein ausführliches Interview mit einem der führenden Edelmetallexperten in Deutschland von mir veröffentlicht, das einige interessante Einblick in den Edelmetallmarkt geben wird.

In der Zwischenzeit möchte ich Ihnen empfehlen, meinen kostenlosen Report zum Thema "Eurokrise - Was Sie jetzt unbedingt tun müssen" zu lesen. Sie erhalten ihn, wenn Sie sich auf meiner Webseite www.krisenrat.info völlig unverbindlich bei meinem Newsletter anmelden.

Am Rande möchte ich von meinem heutigen Besuch in Frankfurt berichten. Dort wird ja ab morgen die "Blockupy"Aktion starten, was man schon deutlich an den Vorbereitungen der Sicherheitskräfte erkennen kann. Mir ist nicht ganz klar, was hier von Politik und Banken erwartet wird, aber es werden Banken mit drei Meter hohen Stahlzäunen abgeriegelt, es stehen schon an einigen Stellen Wasserwerfer bereit, die Deutsche Bank wird morgen ihre Händler an eine Ausweichlokation schicken, usw. . Bisher ist diese Bewegung in Deutschland ja extrem friedfertig gewesen. Wir werden ja sehen, was dabei herauskommt, aber ich werde den Verdacht nicht los, dass man von der staatlichen Seite hier etwas größeres plant. Eingeschleuste Agent Provocateurs wären ja nichts neues - auch nicht in Deutschland. Sollte das ganze eher beschaulich werden, zeigt das aktuelle Vorgehen aber trotzdem deutlich, wer im Zweifelsfall in Deutschland mit Vorrang geschützt wird. Auch in anderen Ländern wird sehr massiv gegen diese Bewegung vorgegangen. Man fragt sich dann schon, wer wirklich mittlerweile die Macht im Staat hat - bzw. eigentlich fragt man es sich nicht mehr, es zeigt sich sehr deutlich.

Jedem der glaubt, auch seine Ersparnisse würden im Zweifelsfall vom Staat gegenüber Banken geschützt, sollte sich an den nächsten drei Tagen die Vorgänge in Frankfurt sehr genau anschauen.

Montag, 7. Mai 2012

Der 6. Mai 2012 und die Folgen



So, nun ist dieses Datum auch vorüber und es gibt die erwarteten Änderungen in Frankreich und Griechenland. Es ist nun nicht mehr "fünf vor zwölf", die Uhr ist weiter gelaufen.

Nicht zuletzt hat auch die schwarz-gelbe Koalition in Schleswig-Holstein einen ordentlichen Dämpfer bekommen, auch wenn man dort bemüht ist, sich über einen vermeintlichen Erfolg zu freuen. Mit letzterem möchte ich einmal beginnen. Diese Politiker verlieren immer mehr den Bezug zur Realität und auch zu ihren Wählern. Die "siegreiche" CDU in Schleswig-Holstein hat gerade einmal 30% der Wählerstimmen erhalten. Die Wahlbeteiligung betrug nur 60 %, d.h. nur ca. 18% der Menschen in Schleswig-Holstein hat tatsächlich die CDU gewählt. Und die nennen sich dann noch "Volkspartei"; das ganze gilt natürlich genauso für die SPD.
Wenn ich die Nichtwähler, die Wähler der Piraten und der sonstigen Parteien zusammenzähle, komme ich auf ca. die Hälfte der gesamten Bevölkerung, die offensichtlich mit den etablierten Parteien nicht mehr viel am Hut hat.
Anstelle sich einmal zu überlegen, woran das liegen könnte, wird einfach immer so weiter getan, als wäre die Welt in Ordnung. Was diesen Herrschaften demnächst blühen wird, wenn auch hier die "heile Welt" zusammenbricht, können sie sich schon einmal in Griechenland anschauen... Leider sind diejenigen Parteien, die dann häufig als Gewinner aus einer solchen Situation herausgehen, nicht unbedingt die bessere Lösung. Das kennen wir ja auch aus unserer deutschen Vergangenheit. Das krampfhafte Festhalten am Euro und der EU in ihrer immer deutlich zu bemerkenden diktatorischen Ausprägung wird große Teile von Europa entweder in die Hand von Maulhelden und Extremisten führen, oder wir erhalten tatsächlich die EUdssr. Letzteres wird man uns dann, wenn das Chaos groß genug geworden ist, als "alternativlose" Lösung präsentieren. Der ESM ist ja bereits ein bedeutsamer Schritt dahin.

Das Ergebnis der Wahl in Frankreich wird meiner Meinung nach keine so großen Änderungen mit sich bringen. Hollande wird relativ schnell "eingenordet" werden und dann linientreu in der EU agieren. Es ist aber davon auszugehen, dass dieses den Franzosen überhaupt nicht gefallen wird. Ob diese dann noch einmal bis zur nächsten Wahl warten werden, um endlich Änderungen herbeizuführen, möchte ich an dieser Stelle einmal bezweifeln. Eventuell wird es Hollande noch schaffen, bis zu Parlamentswahl den Schein zu wahren.

Das wichtigste Ereignis war aus meiner Sicht die Wahl in Griechenland, denn hier geht nun offensichtlich die Zeit zu Ende, in der man auf dem Rücken der Bevölkerung den Euro und das System noch retten konnte. Deshalb gab es ja aus Richtung der EU massive Bedenken gegen diese Wahl und am liebsten hätte man sie verboten...

Die Märkte haben heute relativ verhalten reagiert, aber ich hatte auch nicht erwartet, dass heute alles zusammenbrechen würde. Die Wahlergebnisse kamen ja quasi mit Voransage, so dass man sich entsprechend darauf vorbereiten konnte. Ein weiterer Nagel am Sarg des Euro wurde aber gerade eingeschlagen und viele fehlen nicht mehr. Griechenland wird mit hoher Wahrscheinlichkeit demnächst den Euro verlassen bzw. wird herausgeworfen. Damit ist dann aber der berühmte Präzedenzfall da und Portugal wird nicht mehr allzulange auf sich warten lassen.

Bisher in den Medien erneut ziemlich heruntergespielt, wird Spanien aber nun das Hauptproblem werden, das leider auch nicht mehr Deutschland glaubhaft mit Geld zuwerfen kann.
Der 6. Mai 2012 war meiner Ansicht nach ein Datum, das später einmal als Zäsur in die Geschichte eingehen wird. DIe Krise ist nun wieder voll da und wird dieses Mal immer heftiger werden. Die Methode "Schulden mit noch mehr Schulden bekämpfen" geht ihrem Ende entgegen. Normalerweise müßten die Zahlerstaaten jetzt aus dem Euro aussteigen. In den Niederlanden bahnt sich eine solche Entwicklung ja gerade an, aber in Deutschland schläft der Michel immer noch - Urlaub, Auto und die Fußball-EM sind wichtiger.
Der Spruch ist schon so alt und leider wird er gerade so offensichtlich täglich immer aktueller:

"Wer in der Demokratie schläft, wird in der Diktatur aufwachen !".

Bis der ESM unter Dach und Fach ist, wird man hier in Deutschland wahrscheinlich noch weiterschlafen können. Danach wird voraussichtlich die Krise auch in den Medien wieder erscheinen, denn man muss dem Deutschen dann ja erklären, warum er noch mehr zahlen muss und den eigenen Gürtel bitte enger zu schnallen hat.