Mittwoch, 12. Februar 2014

Der schwarze Kanal Reloaded


Ich weiß nicht, ob Sie noch den schwarzen Kanal kennen. Die Älteren von Ihnen, insbesondere natürlich aus den neuen Bundesländern werden sich sicher daran erinnern. „Der schwarze Kanal“ war eine Sendung des DDR-Fernsehens, in dem Karl-Eduard von Schnitzler regelmäßig über Westdeutschland und den Westen insgesamt herzog. Das Ganze war derartig tendenziös, sodass es fast schon wieder amüsant erschien. Jeder kleine Streik im Westen wurde in dieser Sendung beispielsweise genüsslich breitgetreten und so dargestellt, als ob sich die gesamte Arbeiterschaft in der Bundesrepublik Deutschland erhoben hätte. Natürlich war den allermeisten DDR-Bürgern durchaus bekannt, dass in dieser Sendung die Wahrheit sehr stark an einem bestimmten Weltbild zurechtgebogen wurde, um es einmal nett zu formulieren.

Außer Schnitzler selbst (und selbst da wäre ich mir nicht ganz sicher) und ein paar ganz ergebenen Parteisoldaten hat diese Berichte wohl kaum einer wirklich für bare Münze genommen.

Wenn ich mir in letzter Zeit aber so die Sendungen in unseren Massenmedien anschaue und dort insbesondere auch die Hauptnachrichtensendungen, muss ich leider feststellen:

„Der schwarze Kanal ist zurück“

Natürlich wird jetzt nicht der Westen aufs Korn genommen, sondern der Osten, aber nicht nur. Ganz übel zeigte sich das in der Olympiaberichterstattung und gipfelte dann in den unsäglichen Kommentaren bei der ZDF-Übertragung der Eröffnungsfeier. Es gab aber zuvor schon praktisch keine Sendung im Fernsehen oder Radio, in der nicht bedeutungsschwanger gefragt wurde, ob die Vergabe der Olympiade nach Sotchi nicht ein Fehler gewesen sei?

Die armen Homos würden dort so furchtbar massa- diskriminiert, Russland ist ein Unrechtsstaat wie die frühere Sowjetunion, in der unschuldige Mädchen oder Milliardäre schlimmste Lagerhaft verbüßen müssen, außerdem werden kleine Kinder Hunde in Sotchi erschossen. Die Freilassungen dieser Häftlinge hat Diktator Putin ja nur gemacht, damit die olympischen Spiele in einem besseren Licht dastehen würden. Außerdem kann man dort eigentlich gar keine Winterspiele durchführen, da es ja so warm wäre. Menschen wurden reihenweise aus ihren Häusern vertrieben, um Platz zu schaffen für die olympischen Anlagen und überhaupt, wurden ja unglaubliche 51 Milliarden dafür ausgegeben.

Ich höre jetzt einmal damit auf, Sie werden davon ja selbst genug gehört haben. Natürlich ist es nicht so, dass in Russland alles in Ordnung wäre und dort nur eitel Sonnenschein herrschen würde. Genau, wie es bei Schnitzler die gezeigten Streiks ja hin und wieder tatsächlich auch gab, so gibt es auch im heutigen Russland sicher noch einiges zu verbessern. Die „lupenreine Demokratie“ gibt es dort sicher noch nicht.

Wenn ich mir aber die EU oder die USA anschaue: haben wir hier vielleicht eine solche?
Wenn ich mir ansehe, was alles in den USA so abläuft, dann stehen diese Russland kaum nach - eher im Gegenteil (Guantanamo Bay ist hier nur ein Beispiel). Auch die Vorwürfe bezüglich Sotchi haben einen wahren Kern, nur passieren diese Dinge bei allen anderen Olympiaden oder Fußballweltmeisterschaften in ganz ähnlicher Form. In Brasilien werden ebenfalls Menschen vertrieben, damals in Griechenland waren Hotels auch nicht fertig und ich möchte nicht wissen, wie viel Geld dort für Korruption draufgegangen war. In Quatar werden massiv Arbeiter ausgebeutet und dort ist das Wetter tatsächlich ein Problem, denn bei 50 Grad Celsius im Sommer kann keiner Fußball spielen.

In Sotchi sind die Wetterbedingungen hervorragend, wie man aktuell sehen kann, denn der Kaukasus ist nun einmal ein schneesicheres Hochgebirge. Auch den Sportlern geht dieser ständige erhobene Zeigefinger mittlerweile gehörig auf den Zeiger. Diese Doppelmoral ist wirklich leicht zu durchschauen, wenn man nur möchte.

Es sieht aber deutlich so aus, als hätten die Moderatoren und Sportreporter zumindest zum Teil gezielte Anweisungen erhalten, Russland immer wieder mit negativen Attributen und Begebenheiten in Verbindung zu bringen. Einige machen das nämlich sehr unprofessionell und man sieht ihnen förmlich an, dass sie sich viel lieber nur dem Sport widmen würden, wenn sie es denn dürften. Bei den Wettbewerben geht es jetzt glücklicherweise tatsächlich auch primär darum.

Diese Entgleisungen in der Olympiaberichterstattung sind aber nur der Höhepunkt einer langen Entwicklung des „Russland-Bashings“ in den deutschen Massenmedien. Bezüglich Russland haben wir wieder den schwarzen Kanal zurückbekommen, nur leider bemerken das im Gegensatz zu früher viele der Zuschauer gar nicht.

Seit letzter Woche kann Russland aber aufatmen, denn es gibt nun ein weiteres Ziel, auf das sich eingeschossen wird: die Schweiz!

Da hat es doch tatsächlich die schweizer Bevölkerung gewagt, eine eigene Meinung zu haben, die der allgemeinen Linie widerspricht. Was werden hier nun für Schimpfkanonaden abgeschossen. Dumm wären sie, jetzt wird es aber Bestrafungen geben, usw..

Ein weiteres Beispiel für die Rückkehr des schwarzen Kanals. Uneingeschränkte Zuwanderung ist sakrosankt, jeder, der nicht ausnahmslos dafür ist, ist ein Ketzer. Diese werden (momentan glücklicherweise noch nur) medial verbrannt. Es gibt immer mehr Themenbereiche in unseren Massenmedien, in denen nur noch eine Einheitsmeinung zugelassen ist. 


Es ist nicht übertrieben, dass die Tagesschau und Heute zumindest in bestimmten Themenbereichen (Anzahl steigend) mittlerweile die Qualität der „Aktuellen Kamera“ aufweisen. Die Aktuelle Kamera war die Hauptnachrichtensendung des DDR-Fernsehens und berichtete natürlich auch nur linientreu. Wie es scheint, hat auch hier letztendlich die DDR die alte Bundesrepublik übernommen und nicht umgekehrt. Meinungsvielfalt gibt es vielleicht noch bei dem Thema, ob Bayern München oder Borussia Dortmund Meister wird, aber in immer mehr politischen und gesellschaftlichen Fragen nicht mehr. Diese allgemeine Meinungsvielfalt ist aber ein Kennzeichen einer wirklichen freiheitlichen und demokratischen Grundordnung.

Ich kann nur hoffen, dass Sie dieses schon durchschaut haben, denn das 1000-jährige EU-Reich mit dem Euro wird wie das letzte dieser Art auch schon sehr bald den Weg alles Irdischen gehen. Natürlich ist diese Aussage heute auch so etwas von verboten. Bereiten Sie sich aber darauf vor, wie u.a. in meinem kostenlosen Report beschrieben. Die Masse hängt leider immer noch an den Massenmedien und wird deshalb sehr unangenehm überrascht werden.

Kommentare:

  1. Lieber Peter Denk, beachten Sie, dass die Olympiade nie nach Sotchi vergeben wurde. Die Òlympiade`ist das Gegenteil von `Òlympischen Spielen`, naemlich genau der Zeitraum zwischen den `Olympischen Spielen`.
    Ansonsten haben Sie Recht!

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  2. Hall ich finde ihen Krisenrat Brief hervorragend,leider funktioniert der link in ihrem brief nicht, zu folgendem Thema Genderwahn

    um ihnen das lange suchen zu ersparen hier die Seite wo der link
    https://www.gew-bw.de/Binaries/Binary20121/L-S-Lebenswesen_2013_web.pdf

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  3. aha..und wenn der Herausgeber 25Jahre nach der Wende immer noch von "neuen Bundesländern" spricht, frage ich mich auch......

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    1. Wie hätte ich denn sonst die Wortwahl gestalten sollen?
      Welchen tieferen Sinn darf ich bitte aus diesem Kommentar entnehmen?

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