Montag, 11. November 2013

Auswandern ?

 

Auswandern oder nicht, das ist hier die Frage?

Wenn man einmal die möglichen Gründe dafür analysiert, bleibt häufig die Empfehlung übrig, besser vor Ort zu bleiben und seine Energie lieber auf gute Vorsorgemaßnahmen zu konzentrieren.

 
Das Thema Auswandern wird immer wieder intensiv in Foren oder auf Seiten wie hartgeld.com diskutiert. Es gibt meiner Meinung nach keine pauschale Antwort darauf, ob jemand auswandern sollte oder auch nicht. Es kommt hierbei auf eine Reihe von Faktoren an.

Wenn jemand auswandert, weil er hier nichts auf die Reihe bekommt, alles negativ sieht und alle anderen an seinem Elend schuld sind (Nachbarn, Verwandte, Ausländer, Politiker, …), für den habe ich eine schlechte Nachricht:
 
Der Auswanderversuch wird schiefgehen, denn er nimmt sein Problem mit: sich selbst !

Grundsätzlich ist es so, dass in keinem Land jemand nur auf den Auswanderer gewartet hat und ihm dort alle um den Hals fallen. Er muss etwas mitbringen: Geld oder eine Arbeitsleistung und Know-How, das dort benötigt wird. Viele Länder der ersten Welt wie Kanada haben hier auch entsprechende strikte Bestimmungen.

Eine Grundregel gilt wohl in allen Ländern:

„Wenn Sie die Sprache nicht können, haben sie verloren“

Das sagen auch viele erfolgreiche Auswanderer.

Grundsätzlich entscheidend ist natürlich die Art und Stärke Ihrer Motivation, auszuwandern. Wenn Sie schon immer von einem bestimmten Land unheimlich fasziniert waren, wenn Sie genau wissen, was Sie dort machen und warum, wenn Sie sehr gut geplant und vorbereitet haben, dann stehen die Chancen nicht so schlecht, dass Sie es auch schaffen können.

Idealisierte Vorstellungen von dem neuen Leben helfen aber nur begrenzt weiter. Es wird Rückschläge und Enttäuschungen geben und dann muss die Motivation trotzdem ausreichen, um weiterzumachen. Einfacher ist es, wenn man als Angestellter eines internationalen Konzerns in ein anderes Land wechselt. Dann hilft dieser häufig und man hat zumindest sein bekanntes Arbeitsumfeld in einigen Bereichen dabei.

Ich möchte an dieser Stelle niemandem ausreden, es zu versuchen, wenn er ganz sicher ist, dass es sein absoluter Traum ist und er an nichts anderes mehr denken kann. Es gibt hierzu ein empfehlenswertes Büchlein von jemandem, der ausgiebige Erfahrungen mit diesem Thema hat und deshalb einige sehr gute Tipps geben kann. Auch er rät nicht grundsätzlich davon ab, er rät aber zu Vorsicht.

Kommen wir aber nun zur Art der Motivation.

Wie man aus vielen Beiträgen in Foren ablesen kann, ist die Motivation vieler Menschen, die sich mit dem Gedanken des Auswanderns tragen nicht ein lang gehegter Traum, sondern Frust oder Angst über die hiesigen Zustände oder die Erwartungen für die Zukunft.

Grundsätzlich bin ich der Meinung, dass es bereits zu spät ist, jetzt noch deswegen auszuwandern, da uns die Ereignisse sehr bald überollen dürften. Dann zwischen den Stühlen zu sitzen oder vielleicht gerade im neuen Land angekommen zu sein, ist so ziemlich das schlechteste Szenario, das man bekommen kann.

Es gibt einen ultimativen Grund, warum man natürlich unbedingt unter Umständen auch sehr plötzlich und ungeplant auswandern sollte: wenn Leib und Leben bedroht sind. Wenn man bedroht ist, eingesperrt zu werden oder sogar Schlimmeres, dann hat man eher keine Wahl mehr. In der deutschen Vergangenheit gibt es dazu ja eindrückliche Beispiele. Ich gehe aber davon aus, dass gerade wegen dieser Vergangenheit speziell in Deutschland und Österreich es ganz so schlimm aber nicht noch einmal werden wird. In den USA sieht das aktuell ganz anders aus...

Wenn wir uns die genannten Gründe für Auswanderungsgedanken aufgrund von Frust anschauen, dann lesen wir viel von korrupten und unfähigen Politikern, überzogenen Steuern, Gängelung durch immer mehr Gesetze und Verordnungen, Einschränkungen der Freiheit sowie politische Korrektheit und Bevorzugung von Migranten, die in Diskriminierung der Einheimischen münden. Das ist alles durchaus richtig und ich selbst habe dazu ja ausführlich recherchiert und geschrieben. Nur in fast allen Ländern der ersten Welt ist die Situation diesbezüglich sehr ähnlich. Innerhalb der EU braucht man aus politischen Gründen sowieso nicht auswandern, denn die nationalen Parlamente haben immer weniger zu melden, immer mehr kommt direkt aus Brüssel. In Details unterscheiden sich natürlich viele Dinge je nach westlichem Staat, aber teilweise sind Überwachung und Verordnungen in Kanada oder Neuseeland viel schlimmer, wie hierzulande.

Um diesen Dingen zu entfliehen, muss man also schon in die zweite oder dritte Welt ziehen. Dort habe ich aber weder die gewohnte Infrastruktur, noch die gewohnte Sicherheit oder Unterstützung in vielen Bereichen. Das geht schon bei der medizinischen Versorgung los. Dann kommt die andere Mentalität der dortigen Menschen hinzu. Wenn Sie ein typischer Mitteleuropäer sind, der Pünktlichkeit, Korrektheit und Ordnung gewöhnt ist, dann werden Sie sich in vielen Ländern aber gehörig umstellen müssen. Es mögen im Zielland einige Dinge besser sein, es sind aber mit Sicherheit auch viele Dinge schlechter, als Sie es gerne hätten.

Wenn weniger Frust, sondern eher Angst vor der Zukunft hierzulande die Motivation darstellt, dann würde ich noch mehr zu Vorsicht raten. Ich beschäftige mich ja nun sehr ausführlich mit Zukunftsprognosen und mir kann glaube ich keiner vorwerfen, ich würde die Dinge zu locker sehen. Ja, die nächsten Jahre werden in Deutschland und Umgebung kein Zuckerschlecken werden. Der Punkt ist aber, dass wir in ein Szenario hineinlaufen, in dem wohl praktisch kein Land der Welt unbeeinflusst bleiben wird. In vielen Ländern der dritten Welt gibt es momentan auch nur eine gewisse politische und wirtschaftliche Stabilität, da die dortige Regierung von außen unterstützt wird oder da das Land bestimmte Rohstoffe exportieren kann und andere notwendige Güter importiert. Wenn beispielsweise die Unterstützung von den USA, der EU oder anderen ausfällt oder der Handel nicht mehr funktioniert, können sich politische Verhältnisse dort schneller ändern, als hierzulande. Gerade als Ausländer ist man dann dort das erste Ziel. Auch wenn die Menschen vor Ort nett und liebenswert sind, in einer Krise geht es zunächst immer zurück zum eigenen Stamm. Und eine Krise werden wir in allen Ländern der Welt haben.

Dann gibt es natürlich Vorhersagen und Prophezeiungen von militärischen Überfällen in Europa und schlimmen Naturkatastrophen. In diesem Bereich kenne ich mich sehr gut aus, deshalb die klare Aussage: diese Vorhersagen und Prophezeiungen sagen aber auch einhellig Folgendes aus:
 
Deutschland und Umgebung werden überleben und sich sogar mit am schnellsten nach der Krise wieder erholen. Andere Länder werden unter Umständen hingegen nach den Ereignissen überhaupt nicht mehr existieren!

Von daher könnte der Entschluss, in ein weit entferntes Land aus Angst auszuwandern, das Gegenteil zur Folge haben, was man eigentlich damit beabsichtigt.

Frust und Angst sind also ein schlechter Ratgeber, auszuwandern (wenn wie gesagt nicht Leib und Leben unmittelbar durch den Staat bedroht sind). In ländlichen Gebieten, vorzugsweise etwas höher gelegen (ab 200m) mit einer entsprechenden guten Vorsorge dürften meiner Meinung nach Deutschland, Österreich und die Schweiz sogar mit die besten Plätze weltweit sein, die kommende Krise zu überstehen. Wie ich zur Krisenvorsorge schon des Öfteren geschrieben habe, ist ein gutes Netzwerk in der Krise essenziell. Das bauen Sie hier viel einfacher auf, als in einem fremden Land. Auch bietet die Natur hier alles, was man zum Überleben braucht, wenn man weiß, wie.
Im finanziellen Bereich können Sie sich vor Enteignung mit Edelmetallen schützen, die hier durch ein gut ausgebautes Händlernetz aktuell noch gut bekommen sind, ohne in große Gefahr zu geraten, über den Tisch gezogen zu werden. Hier wird auch vieles nicht mehr funktionieren, wie gewohnt, es dürfte aber immer noch mehr funktionieren, als in vielen anderen Teilen der Welt.
Nutzen Sie also die verbleibende Zeit lieber, sich hier gut vorzubereiten (viele Tipps dazu in meinem kostenlosen Report), als über Ziele zur Auswanderung nachzudenken.

Am Rande: Ihrem Schicksal werden Sie nicht entkommen, auch nicht durch Asuwandern...

1 Kommentar:

  1. Während ich in meinem bisher sechzigjährigen Leben in fünf Bundesländern wohnte, kam ich vom Auswandern ab. Ihre Einschätzungen kann ich aus meiner Sicht bestätigen.

    Hans Kolpak
    Goldige Zeiten

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