Montag, 7. Mai 2012

Der 6. Mai 2012 und die Folgen



So, nun ist dieses Datum auch vorüber und es gibt die erwarteten Änderungen in Frankreich und Griechenland. Es ist nun nicht mehr "fünf vor zwölf", die Uhr ist weiter gelaufen.

Nicht zuletzt hat auch die schwarz-gelbe Koalition in Schleswig-Holstein einen ordentlichen Dämpfer bekommen, auch wenn man dort bemüht ist, sich über einen vermeintlichen Erfolg zu freuen. Mit letzterem möchte ich einmal beginnen. Diese Politiker verlieren immer mehr den Bezug zur Realität und auch zu ihren Wählern. Die "siegreiche" CDU in Schleswig-Holstein hat gerade einmal 30% der Wählerstimmen erhalten. Die Wahlbeteiligung betrug nur 60 %, d.h. nur ca. 18% der Menschen in Schleswig-Holstein hat tatsächlich die CDU gewählt. Und die nennen sich dann noch "Volkspartei"; das ganze gilt natürlich genauso für die SPD.
Wenn ich die Nichtwähler, die Wähler der Piraten und der sonstigen Parteien zusammenzähle, komme ich auf ca. die Hälfte der gesamten Bevölkerung, die offensichtlich mit den etablierten Parteien nicht mehr viel am Hut hat.
Anstelle sich einmal zu überlegen, woran das liegen könnte, wird einfach immer so weiter getan, als wäre die Welt in Ordnung. Was diesen Herrschaften demnächst blühen wird, wenn auch hier die "heile Welt" zusammenbricht, können sie sich schon einmal in Griechenland anschauen... Leider sind diejenigen Parteien, die dann häufig als Gewinner aus einer solchen Situation herausgehen, nicht unbedingt die bessere Lösung. Das kennen wir ja auch aus unserer deutschen Vergangenheit. Das krampfhafte Festhalten am Euro und der EU in ihrer immer deutlich zu bemerkenden diktatorischen Ausprägung wird große Teile von Europa entweder in die Hand von Maulhelden und Extremisten führen, oder wir erhalten tatsächlich die EUdssr. Letzteres wird man uns dann, wenn das Chaos groß genug geworden ist, als "alternativlose" Lösung präsentieren. Der ESM ist ja bereits ein bedeutsamer Schritt dahin.

Das Ergebnis der Wahl in Frankreich wird meiner Meinung nach keine so großen Änderungen mit sich bringen. Hollande wird relativ schnell "eingenordet" werden und dann linientreu in der EU agieren. Es ist aber davon auszugehen, dass dieses den Franzosen überhaupt nicht gefallen wird. Ob diese dann noch einmal bis zur nächsten Wahl warten werden, um endlich Änderungen herbeizuführen, möchte ich an dieser Stelle einmal bezweifeln. Eventuell wird es Hollande noch schaffen, bis zu Parlamentswahl den Schein zu wahren.

Das wichtigste Ereignis war aus meiner Sicht die Wahl in Griechenland, denn hier geht nun offensichtlich die Zeit zu Ende, in der man auf dem Rücken der Bevölkerung den Euro und das System noch retten konnte. Deshalb gab es ja aus Richtung der EU massive Bedenken gegen diese Wahl und am liebsten hätte man sie verboten...

Die Märkte haben heute relativ verhalten reagiert, aber ich hatte auch nicht erwartet, dass heute alles zusammenbrechen würde. Die Wahlergebnisse kamen ja quasi mit Voransage, so dass man sich entsprechend darauf vorbereiten konnte. Ein weiterer Nagel am Sarg des Euro wurde aber gerade eingeschlagen und viele fehlen nicht mehr. Griechenland wird mit hoher Wahrscheinlichkeit demnächst den Euro verlassen bzw. wird herausgeworfen. Damit ist dann aber der berühmte Präzedenzfall da und Portugal wird nicht mehr allzulange auf sich warten lassen.

Bisher in den Medien erneut ziemlich heruntergespielt, wird Spanien aber nun das Hauptproblem werden, das leider auch nicht mehr Deutschland glaubhaft mit Geld zuwerfen kann.
Der 6. Mai 2012 war meiner Ansicht nach ein Datum, das später einmal als Zäsur in die Geschichte eingehen wird. DIe Krise ist nun wieder voll da und wird dieses Mal immer heftiger werden. Die Methode "Schulden mit noch mehr Schulden bekämpfen" geht ihrem Ende entgegen. Normalerweise müßten die Zahlerstaaten jetzt aus dem Euro aussteigen. In den Niederlanden bahnt sich eine solche Entwicklung ja gerade an, aber in Deutschland schläft der Michel immer noch - Urlaub, Auto und die Fußball-EM sind wichtiger.
Der Spruch ist schon so alt und leider wird er gerade so offensichtlich täglich immer aktueller:

"Wer in der Demokratie schläft, wird in der Diktatur aufwachen !".

Bis der ESM unter Dach und Fach ist, wird man hier in Deutschland wahrscheinlich noch weiterschlafen können. Danach wird voraussichtlich die Krise auch in den Medien wieder erscheinen, denn man muss dem Deutschen dann ja erklären, warum er noch mehr zahlen muss und den eigenen Gürtel bitte enger zu schnallen hat.

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