Mittwoch, 29. Mai 2013

Der Untergang


Mit diesem Titel wurde bereits einiges charakterisiert, ich möchte heute den Euro bzw. das gesamte Finanzsystem damit beschreiben. Ich vergleiche es an dieser Stelle aber weniger mit dem gleichnamigen Film, der die letzten Tage im Führerbunker darstellt, sondern mehr mit dem Untergang der Titanic. Dieser Vergleich wurde zwar schon oft und vor längerer Zeit gemacht, aber es zeigt sich, dass er immer noch sehr passend ist.

Bleiben wir zunächst bei Euro. Dort wurde der „Eisberg“ eigentlich schon bei seiner Einführung gerammt, was Experten wie Prof. Hankel auch damals richtig analysiert hatten. Spätestens mit der Griechenlandkrise 2010 war es dann aber endgültig soweit. Nur wollte es damals noch überhaupt niemand sehen, dass der Euro am Ende deswegen unweigerlich untergehen wird.

Es war und ist schön zu beobachten, dass die Sichtweise sehr stark davon abhängt, in welcher Klasse man sich befindet. Bei der Titanic feierten die Gäste der ersten Klasse noch ein rauschendes Fest und spielten Fußball mit den Eisbrocken an Deck, während die Gäste der dritten Klasse bereits nasse Füße bekamen. In Deutschland, Österreich und bestimmten höheren gesellschaftlichen Gruppen in anderen Ländern befindet sich seitdem die erste Klasse der Eurokrise, die glauben und behaupten, die Krise würde sie nicht tangieren und bald wäre alles wieder vorbei. Sie ignorieren komplett die Tatsache, dass der Euro nicht mehr zu retten ist. Natürlich werden sie in diesem Glauben von dem Kapitän und den Offizieren wider besseres Wissen unterstützt. Die Passagiere der dritten Klasse finden wir aktuell in Griechenland, Spanien und Portugal und diese stehen bereits teilweise bis zu den Schultern im Wasser. In Spanien wird beispielsweise nun schon auf dem Land geklaut, was nicht niet- und nagelfest ist, die Polizei ist machtlos. Die erste Klasse lässt sich davon aber nicht ihre Party verderben!

Die Zeichen, dass immer mehr Decks voll Wasser laufen, kann man in der Eurokrise sehr gut daran erkennen, wenn man sich die Wirtschaftsdaten anschaut. Alle südlichen Länder stehen in Rezession oder sogar Depression, ohne dass auch nur ein Ansatz einer Besserung sichtbar wäre. Im Gegenteil, die „höheren Decks“ Italien, Holland und insbesondere Frankreich drohen nun auch abzusaufen und es gibt wenig Ideen, wie man das verhindern kann. Wenn allerdings Frankreich unter Wasser ist, wird die Euro-Titanic zerbrechen und dann ist der finale Untergang nur eine Frage von sehr kurzer Zeit.

Die Bordkapelle spielt noch, insbesondere für Deutschland muss bis zum Termin der Bundestagswahl noch der Eindruck erhalten werden, dass die Party weiterläuft. Hinter den Kulissen wird aber bereits sehr deutlich, dass auch in Deutschland viele Firmen sich intern auf harte Zeiten einstellen. Gerade gestern habe ich aus erster Hand erfahren, dass beispielsweise der Betreiber des Frankfurter Flughafens Fraport ein Sparprogramm einführt und den Bau des geplanten dritten Terminals am liebsten mindestens bis 2020 verschieben würde. Die gehen also durchaus von einer sehr lange andauernden Krise aus. Ein Terminalbau dauert ein paar Jahre. Wenn sie nur „eine kleine Delle“ in der Entwicklung des Flugverkehrs sehen und davon ausgehen würden, dass die Passagierzahlen in 1-2 Jahren wieder anziehen, käme eine derartige Verschiebung sicher nicht in Betracht. 
Dann bauen bestimmte große IT-Dienstleister aktuell massiv Mitarbeiter ab. Das passiert vor allem auch bei Firmen, die bisher eigentlich nie Angestellte entlassen haben und bei denen man auf einen sicheren Arbeitsplatz bis zur Rente hoffen konnte. Dort wird augenblicklich auch mit bisher nicht gekannten Methoden versucht, die Belegschaft zu verkleinern. In Automobil-, Zuliefer- und Stahlindustrie stehen die Zeichen schon länger auf Sturm. Einzig die Bauindustrie hält momentan den Kopf noch über Wasser. Diese Dinge laufen für die Allgemeinheit unter der Sichtbarkeitslinie, zeigen aber deutlich, dass auch bei Deutschland „das Wasser nun hineinläuft“.

Wie sich aber jetzt gezeigt hat, ist man in der Politik europaweit schon seit letztem Jahr dabei, Planungen für die Beteiligung der Sparer zu machen, also lange vor Zypern. Spätestens zu diesem Zeitpunkt glaubten also auch schon die Offiziere nicht mehr daran, dass man mit den bisherigen Mitteln der Krise Herr werden könnte. Man beginnt nun, vor dem endgültigen Ende, noch die Schätze einzusammeln. Es deutet sich an, dass nun eine „ist doch sowieso egal“ Haltung auch bei den vorher noch an eine Rettung glaubenden eingetreten ist. Die Anstrengungen, den Schuldenbergen Herr zu werden, werden für immer mehr Länder ausgesetzt, da es völlig klar ist, dass diese die Probleme sowieso nicht lösen würden. Das Euroschiff hat nun schon eine gewaltige Schlagseite.

Es geht hierbei aber nicht nur um Euroland, denn in Großbritannien, Japan, USA und vielen weiteren Ländern sieht die Lage nicht besser aus. Das Weltfinanzsystem versinkt gerade und hier beginnen die Passiere auch bereits „aufeinander zu schießen“, um eher eine Chance zu haben, nicht sofort zu sterben. Das kann man sehr schön an dem immer stärker tobenden – angeblich nicht existierenden – Währungskrieg sehen. Eine Zentralbank schießt nach der anderen, EZB, Bank of Japan, usw.. Der nächste Schritt wird dann der Wirtschaftskrieg sein, wie es in früheren Krisen auch immer war. Der Streit um billige Solarpanel aus China ist da nur der Anfang. Es geht immer mehr in den Modus: „Rette sich wer kann!“

Es stellt sich natürlich auch die Frage, ob es überhaupt ein "unvorhersehbarer" Eisberg war bzw. einen gegeben hat – übrigens wie bei der echten Titanic auch. Es ist nach genauerer Betrachtung nämlich völlig logisch, dass der Euro nicht funktionieren konnte und auch das Weltfinanzsystem unweigerlich erneut auf eine Katastrophe zuläuft. Das schuldenbasierte Zinseszinssystem lässt gar keine andere Entwicklung zu. Für den nächsten Schritt der Krise wird man uns mit Sicherheit einen „neuen Eisberg“ präsentieren. Momentan pfeifen es fast schon die Spatzen von den Dächern, dass es eine Großbank sein wird. Durch die Derivate kann man jede Bank abschießen und damit den großen Knall auslösen. Aktuell wird gerüchteweise auch die Deutsche Bank gehandelt. Mit 72 Billionen an Derivaten kann da jederzeit der Stecker gezogen werden. Die Deutsche Bank ist zwar nicht mehr wirklich deutsch, aber der Name würde natürlich sehr gut passen, um einmal mehr Deutschland wieder für alles Unglück in der Welt an den Pranger zu stellen.

Wundern Sie sich aber nicht, wenn genau wie bei der echten Titanic einige Kreise von diesem Untergang massiv profitieren werden. Bei der echten Titanic war es J.P. Morgan, der urplötzlich krank wurde und bei der Jungfernfahrt nicht dabei sein konnte. Die in Europa und Afrika eingekauften Kunstschätze ließ er aber auch ausladen und man sah ihn kurz nach Auslaufen der Titanic ziemlich gesund umherlaufen. Auf der Titanic verblieben sind einige seiner schärfsten Konkurrenten und Widersacher. Dieser Name ist auch bei dem kommenden Untergang zusammen mit einigen anderen ein guter Tipp, wenn man nach möglichen Gewinnern sucht...

Im Gegensatz zu der Titanic-Katastrophe kann aber in diesem Fall jeder schon etwas tun, um sich selbst zu retten und das sogar, ohne andere Menschen zu schädigen oder zu übervorteilen. Auch sind die nächsten Schritte der Eliten relativ klar vorhersehbar und somit auch die Entwicklungen in der nächsten Zeit, wie ich in meinem eBook „Trends der Zukunft – 2013-2015Jahre der Veränderung“ ausführlich beschrieben habe. Es ist sehr wichtig, diese zu kennen und sich damit zu beschäftigen, damit man nicht mit der Masse zusammen untergeht. Im finanziellen Bereich werden aber nun auch die „Rettungsboote“ knapp, denn Gold und Silber gibt es nur begrenzt auf diesem Planeten und die aktuelle extrem angespannte Liefersituation spricht eine deutlich Sprache. Wenn Sie nicht wissen, was Sie alles machen sollten, dann laden Sie meinen Report "Eurokrise - was tun?" herunter und warten Sie nicht mehr allzulange damit, zu handeln.

Eine Reihe von Hinweisen deuten darauf hin, dass der nächste "Eisberg" schon sehr bald gerammt werden könnte, eventuell sogar schon im nächsten Monat. Das Wasser steht in verschiedenen Bereichen nämlich schon so hoch, dass man den Untergang nicht mehr lange verleugnen kann.

Bild: © Reimer - Pixelvario - Fotolia.com



Kommentare:

  1. Das Faszinierende ist, wie heute Durchblicker verunglimpft werden. Doch es gilt nach wie vor:

    Nur materielles Edelmetall unter eigener Obhut ist vergleichbar mit einem Rettungsboot. ETF als Papiergold und auch Minenaktien sind für uns kleine Investoren tabu! Bestände in Schließfächern werden konfisziert. Papieroptionen auf Auslieferungen werden wertlos. So bilden Sie Vermögen wie ein internationaler Konzern und zahlen trotzdem nur wenige oder gar keine Steuern. Ein Investor verzichtet auf Konsum und spart. Er lebt nicht von der Hand in den Mund, sondern denkt und handelt langfristig. Frei ist, wer weniger Geld ausgibt, als er einnimmt. Warum? Gold und Silber dienen dem Werterhalt, Sachvermögen und Papiervermögen verfallen.

    Mehr hierzu auf www.bot.li

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  2. Furchtbar langatmig hinkender Vergleich ohne begründete Schlußfolgerung und Zeitschiene.

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    1. Ich kann leider nicht in jedem Eintrag alles wiederholen, was ich zuvor geschrieben habe. Dort finden Sie Die Zeitschiene und eine Vielzahl von Begründungen.

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  3. Exzellente Analyse der Situation, sehr bildhaft ausgedrückt

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  4. Im Prinzip ist der wunderschöne Bericht nicht klar nur gegen den Euro, ich sehe hier Tendenzen grundsätzlich gegen den Kapitalismus, gegen den freien Markt. Denn sobald Sie von Gewinnern und Verlierern schreiben sind Sie mitten im Kapitalismus. Dazu empfehle ich auch eine gute Doku (zwar leider sehr USA-lastig) von Michael Moore 'Kapitalismus -Eine Liebesgeschichte'.

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  5. Den " freien Markt" gibt's leider praktisch nicht mehr. Der Raubtierkapitalismus hat damit nur wenig zu tun. Die Politik nähert hingegen immer mehr dem Sozialismus an. Ich beschreibe auch keine politische Sichtweise, sondern ein logisch analysierte. Das was jetzt passiert, wurde von vielen Menschen schon vor länger Zeit nachweislich vorhergesagt. Damals wollte niemand auf sie hören, heute wieder nicht.

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