Montag, 29. Juli 2013

Die Macht der zwei Türme


In diesem Artikel soll es weder um den „Herr der Ringe“, noch um die beiden Türme des World Trade Centers gehen. Die zwei Türme, die ich meine, stehen in Deutschland, genauer gesagt in Frankfurt am Main an der Taunusanlage. Sie heißen „Soll und Haben“ und gehören der Deutschen Bank.

Die Deutsche Bank könnte sich demnächst im Zentrum außergewöhnlicher Ereignisse wiederfinden, deshalb möchte ich an dieser Stelle einmal ein paar Worte zu diesem Unternehmen schreiben.

Ich bin auch nicht ganz unbelastet, denn ich bin über zehn Jahre lang dort ein- und ausgegangen, da ich beruflich eng mit ihr zu tun hatte. Deshalb zunächst auch folgende Anmerkung:

Man muss klar unterscheiden zwischen dem Unternehmen und den Menschen, die dort arbeiten. Ich habe sehr viele Menschen aus verschiedenen Bereichen (vornehmlich IT, aber nicht nur) und Managementebenen in der Deutschen Bank kennengelernt und mit ihnen zusammengearbeitet. In der übergroßen Anzahl sind das Menschen, die sehr freundlich sind und mit denen man sich gerne trifft. Es sind Menschen wie Sie und ich, die dort arbeiten und ansonsten mit den negativen Seiten des Unternehmens wenig bis nichts zu tun haben. Natürlich muss es auch andere geben, aber diese sind meiner Meinung nach eine klare Minderheit.

Es ist sowieso eines der Grundübel unseres Systems, dass Unternehmen teilweise wie Menschen agieren können, letztendlich aber keine sind. Konzerne agieren deshalb fast ausnahmlos herzlos, skrupellos und ausschließlich profitorientiert. Ab einer gewissen Unternehmensgröße kann sich dann auch kein einzelner Mitarbeiter mehr dem entgegenstellen, nicht einmal der Vorstandsvorsitzende. Natürlich sammeln sich insbesondere im Top-Management aber auch Personen, die diese Philosophie vorbehaltlos unterstützen, für das Unternehmen und auch im persönlichen Bereich.

Die Deutsche Bank ist das größte Bankhaus in Deutschland, allerdings ist sie entgegen ihrem Namen nur noch sehr begrenzt deutsch. Immer mehr Kompetenzen werden vornehmlich nach London aber auch nach New York verschoben. Die Berufung von Anshu Jain zu einem von zwei Vorstandsvorsitzenden ist da nur eine logische Entwicklung. Dieses kennzeichnet auch den Wandel der Deutschen Bank insbesondere seit den Neuzigerjahren. 1870 gegründet war die Deutsche Bank lange Zeit ein grundsolides Unternehmen. Sie wurde nach dem zweiten Weltkrieg zunächst von den Siegermächten zerschlagen, 1957 dann aber rezentralisiert und erneut gegründet. 

In den Neunzigerjahren rückte immer mehr das neu aufgebaute Investmentbanking in den Mittelpunkt, da dort ganz andere Gewinne möglich sind, als im klassischen Bankgeschäft. Neben dem Standort in der Großen Gallusstraße in Frankfurt wurde aber in diesem Bereich London der primäre Ort, an dem die Fäden gezogen werden. Es begann eine Entwicklung, in der dieses Investment Banking immer mehr an Bedeutung gewann und der Bereich des klassischen Bankgeschäfts (damals PCAM – Private Client and Asset Management) immer mehr als alt und zweitrangig angesehen wurde. 
Das zeigte sich auch deutlich an den Versuchen, die Retail-Kunden (normale Bankkunden) in die Tochter Deutsche Bank 24 auszugliedern. Die vermögenden Kunden sind im Bereich Private Banking und die wirklich vermögenden Kunden im Bereich Private Wealth Management angesiedelt. 


Bis zum Börsencrash war auch das Projektgeschäft im Bereich der Börsengänge von Unternehmen sowie Mergers & Aquisitions hoch im Kurs. Das Experiment mit der Deutschen Bank 24 wurde dann aber relativ bald beendet und das Retail-Geschäft wieder an das Mutterhaus angegliedert.

Trotzdem spürte man innerhalb der Bank damals deutlich, dass dieses klassische Bankgeschäft eher auf dem Abstellgleis war. Damals tönte der damalige Vorstandsvorsitzende Josef Ackermann ja auch mit einer angestrebten Eigenkapitalrendite von 25%. So etwas ist mit dem klassischen Bankgeschäft bei Weitem nicht zu erreichen. Meiner Meinung nach begann die Deutsche Bank in dieser Zeit sich auf immer risikoreichere und kritischere Unternehmungen einzulassen, um dieses Renditeziel zu erreichen. Leider gilt auch für Großbanken die Regel:

Hohe Renditen gibt es nur für hohes Risiko.

Der Bereich „Risk-Management“ funktionierte bei der Deutschen Bank schon hervorragend, denn ansonsten wäre sie schon lange abgestürzt. In der Bankenkrise 2007/2008 schien ja die Deutsche Bank scheinbar völlig unbeeindruckt zu sein, obwohl sie natürlich auch sehr stark in amerikanischen Immobilien engagiert war. Dort gab es auch riesige Verluste, aber die amerikanische Regierung bzw. der amerikanische Steuerzahler hat das mit einer hohen Milliardensumme aufgefangen. Hier wurde wohl aber auch sehr viel verdeckt und verschoben, so dass die Deutsche Bank nach außen hin immer gut dastand. Jetzt scheinen aber eine Reihe dieser versteckten Leichen an die Oberfläche zu kommen.

Grundsätzlich kann man sagen, dass wenn die Deutsche Bank in einen Bereich einsteigt, sie dort dann ein großes Rad dreht. Die Deutsche Bank wickelt beispielsweise für viele andere Banken den gesamten Edelmetallhandel ab. Ganz stark ist die Deutsche Bank auch im Bereich Offshoring unterwegs. Sie hilft Kunden und Unternehmen dabei, ihre Gelder über Offshore-Lokationen unter anderem der Steuer zu entziehen. Dieser Bereich des Global Transaction Banking verarbeitet Geldströme von deutlich über 1 Billion (deutsche Billion) Euro pro Tag! Die Kunden sind hierbei zu deutlich mehr als der Hälfte im Ausland angesiedelt. Sie sind damit die größte Euro Clearing Bank.

Wenn also Bundesregierung und EU jammern, dass viele nationale und internationale Konzerne hierzulande keine Steuern zahlen würden, dann sollten sie vielleicht einmal bei der Deutschen Bank nachfragen. Man muss an dieser Stelle aber auch fairerweise hinzufügen, dass zumindest ein großer Teil dieser Transaktionen völlig legal sind. Die Politik selbst hat erst durch eine entsprechende Gesetzgebung dieses ermöglicht. Eventuell war die Deutsche Bank damals bei dieser Gesetzesänderung auch nicht ganz unbeteiligt...

Das Problem ist nämlich, dass die Deutsche Bank mittlerweile eine Machtfülle auf sich vereint, dass die Politik hier nur mehr wenig Möglichkeiten hat. Nicht umsonst ließ sich unsere Bundeskanzlerin von Ackermann gerne „beraten“ und richtete auch seinen Geburtstag aus. Die „Macht der zwei Türme“ in Deutschland und Europa ist immens und leider lässt sich das auch nicht mehr so einfach zurückschrauben. Wenn Sie mich fragen, wo heute die primäre Macht in Deutschland zu finden ist, dann würde ich eher auf Frankfurt, denn auf Berlin zeigen. 


Dieses ist natürlich eine sehr bedenkliche Entwicklung, wie ich bereits in meinem vorletzten Blogeintrag ausführlich erläutert hatte.

Wenn wir nun einen Blick in die nähere Zukunft werfen, so fällt auf, dass in immer mehr Artikeln und Aussagen von Insidern davor gewarnt wird, dass die Deutsche Bank kurz vor dem Umfallen steht. Leider gibt es mehr als genügend Ansatzpunkte hierfür. Zum einen soll die Deutsche Bank 60.000 Tonnen Goldzertifikate verkauft haben. Wenn hier eine Auslieferung angefordert würde, dürfte ihnen sehr schnell die Luft ausgehen.

Das ist aber nur ein kleiner Teil des Derivaterisikos der Deutschen Bank. Leider hat die Deutsche Bank auch in diesem Bereich ein großes Rad gedreht und sitzt auf der unglaublichen Summe von 72 Billionen US-$ in Derivaten. Das ist mehr als das Weltbruttosozialprodukt eines Jahres (ca. 66 Billionen). Sie ist damit in der Spitze von Europa, allerdings gibt es in den USA Banken mit noch viel größeren Summen.

Im Endeffekt könnte momentan ein großer Teil der Banken jederzeit abgeschossen werden, wenn man das möchte. Wenn nun plötzlich die Deutsche Bank hinter den Kulissen so als Kandidat gepusht wird, ist das sehr ernst zu nehmen. Ich habe schon vor mehreren Jahren eine Vorhersage gelesen, dass das nächste große Ereignis in der Krise aus Europa kommen wird.

2008 wurde ja die amerikanische Bank Lehman Brothers geopfert, um in der Agenda X den nächsten Schritt zu gehen. Von daher ist Wahrscheinlichkeit schon sehr hoch, dass die Eliten nun in Europa den nächsten Schritt sehen wollen. Die Deutsche Bank ist durch ihre Größe hervorragend geeignet, einen weltweiten Derivatencrash herbeizuführen. Ganz nebenbei wäre erneut Deutschland und das sogar ganz wörtlich mit „Deutsche“ im Namen der Auslöser eines großen Unglücks. Zumindest aus angelsächsischer Sicht ist das eine hervorragende Kombination.

Aber auch in Deutschland hätte dieses unmittelbare Folgen für eine große Anzahl von Menschen. Während früher das Retail-Geschäft der Deutschen Bank von der Kundenanzahl eher überschaubar war, hat sich 2010 eine entscheidende Veränderung ergeben. Hier hatte nämlich die Deutsche Bank die Postbank übernommen und sich damit auch im Retail-Geschäft auf Platz eins katapultiert. Die Postbank-Kunden sind aber in übergroßer Anzahl klassische Giro- und Sparkunden. Nebenbei übernahm die Deutsche Bank dabei auch eine der größten deutschen Bausparkassen, die BHW mit über 5 Millionen Bausparverträgen. Somit bekam die Deutschen Bank den direkten Zugriff auf einen großen Anteil der Sparvermögen in Deutschland.

Sowohl die Kunden der Postbank als auch der BHW sollten genau beachten, was seit 1. August 2013 in der EU gültig ist. Sie haften mit ihren Einlagen dafür. Bei den Summen, die bei der Deutschen Bank im Feuer stehen könnten, dürften sämtliche Einlagen unmittelbar weg sein. Diese Kunden sollten sofort handeln und sich vorbereiten, wie ich unter anderem in meinem kostenlosen Report ausgeführt habe.

Aber natürlich würde ein Crash der Deutschen Bank wahrscheinlich die meisten anderen Banken auch in den Abgrund ziehen, sodass sich keiner mehr sicher fühlen sollte, egal bei welcher Bank oder Bausparkasse er Kunde ist. Papiervermögen sind praktisch schon jetzt weg, wenn man sie bei einem Institut belässt. Sogar Schäuble und andere haben das auch schon immer wieder einmal durch die Blume mehr oder weniger deutlich angekündigt. 

Dieses Szenario wird kommen und es dürfte wohl auch nicht mehr lange dauern. Wie ich bereits früher an dieser Stelle geschrieben habe, gibt es bei den Eliten aktuell aber keine richtige Einigkeit mehr, wo sich das Zentrum der Krise befinden soll. Von daher besteht durchaus die Möglichkeit, dass die europäische Fraktion der Eliten den Fall der Deutschen Bank verhindert und doch ein amerikanisches Institut aufs Korn nimmt. Die aktuellen Insider-Aussagen zeigen aber an, dass auf jeden Fall eine gewisse Dynamik in das Geschehen kommt. Eventuell wird es schon sehr bald bedeutende Ereignisse geben.

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